10.03.2003
Die Mühlen der weißrussischen Bürokratie mahlen ganz, ganz langsam: Rund acht Wochen dauerte es, bis Hilfsgüter in Gomel an notleidende Kinder verteilt wurden. Gespendet hatten sie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der VICTORIA sowie Schalker Fans und Freunde.
Empfänger: Kinder wie der kleine Maxim. Der Dreijährige wird im Kinderkrankenhaus in Gomel behandelt. Maxim hat Krebs. Wie viele Heranwachsende in der Region nahe Tschernobyl. Maxim leidet sichtlich unter der schweren Therapie – aber sein Lächeln für den Fotografen sagt all jenen „Dankeschön“, die für die notleidenden Kinder spendeten.
Das Kinderkrankenhaus in Gomel. Rund 12.000 Kinder werden dort jährlich in den neun verschiedenen Abteilungen betreut. Oftmals unter einfachsten Bedingungen: Es fehlt an Betten, an medizinischer Ausrüstung. Rollstühle sind ebenso Mangelware wie Decken oder Winterkleidung. Und Spielzeug ist ein Luxus, über den sich nur ganz wenige der Kinder freuen dürfen. „Jetzt sind es ein paar mehr“, sagt Horst Poganaz. Der ehemalige Gesamtbetriebsratsvorsitzende und jetzige Generalbeauftragte für Sportsponsoring der VICTORIA war einer der Initiatoren der Gomelhilfe.
Weshalb konnten die Spenden erst jetzt an die Bedürftigen ausgeliefert werden? „Es liegt an den Behörden vor Ort. Diese langsame Abfertigung sind wir von anderen Transporten gewohnt“, sagt Julia Glaser. Die Mitarbeiterin des Internationalem Hilfsfonds e.V. (Rossbach) organisiert seit vielen Jahren Hilfstransporte Richtung Ostblock. Glaser: „In Weißrussland geht es sogar noch relativ zügig. Wir haben schon erlebt, dass es in den anderen ehemaligen Sowjetrepubliken wesentlich länger dauert.“
Zu der Hilfsaktion hatten „Victorianer helfen“ und VICTORIA-Partner FC Schalke 04 gemeinsam aufgerufen. Die Idee dazu entstand beim Schalker UEFA-Cup-Spiel beim FC Gomel. Die Resonanz war riesengroß: Rund 40 Euro-Paletten stapelten sich vor Weihnachten im Ladebereich am Düsseldorfer Victoriaplatz: Spielzeug, Plüschtiere, Decken und Winterkleidung – von Victorianerinnen und Victorianern aus dem gesamten Bundesgebiet. Bei VICTORIA-Partner Schalke wurden Spenden von Fans und Freunden zugeladen.
Insgesamt waren es 30 Tonnen, die ein LKW 2.000 Kilometer weit transportierte. Neben Kinderspielzeug, Bettwäsche und Winterkleidung auch Krankenfahrstühle und Kinderbetten.
Natürlich waren auch Bälle dabei. Über die freuen sich die kleinen Patienten ganz besonders. Aber auch über Spiele und Puppen. Ärzte und Pflegerinnen sind besonders glücklich über Roll- und Therapiestühle für die Krebsstation. Und Maxim? Er lächelt auf seiner neuen Bettdecke. Und hält ein kleines Stoffkissen in die Kamera. Auf dem steht: „Liebe Grüße!“ – ein „Dankeschön“ an alle, die geholfen haben.