07.03.2003
Welche Auswirkung hatten die geschäftlichen Verbindungen von Aufsichtsrats-Mitglied Jürgen Möllemann zur Kirch-Gruppe auf die Vereinspolitik der Knappen? Manager Rudi Assauer stellte heute klar: „Ich verstehe nicht, warum man daraus einen Zusammenhang ableiten will. Dieser Umstand wirkte sich auf keine einzige Entscheidung des FC Schalke 04 aus.“
Der Schalker Vorstand war von Anfang an darüber im Bilde, dass der FDP-Politiker mit dem Medienunternehmen aus München „gut konnte“. Die Firma Web-Tec, an der Möllemann beteiligt ist, hatte bereits Mitte der 90er-Jahre eine beratende Tätigkeit für die Kirch-Gruppe übernommen. Doch dies sei für Assauer nie von größerem Interesse gewesen, „weil dies keine Bedeutung für unsere Entscheidungen besaß.“
Lediglich zweimal gab es in dieser Zeit über den Fernsehvertrag der Bundesliga mit der Kirch-Gruppe hinaus unmittelbare und mittelbare Kontakte: Zum einen, als sich die Vereinsverantwortlichen bei der Planung des Projektes Arena AufSchalke Gedanken über deren spätere Vermarktung machten. Dabei führte der Schalker Vorstand auch Gespräche mit Vertretern der Kirch-Gruppe. Assauer: „Deren Geschäftsführer Dr. Dieter Hahn war hier. Ebenso wie Vertreter vieler anderer Medien- und Vermarktungsunternehmen, etwa der UFA. Aber es stand für uns relativ früh fest, dass wir am besten damit fahren, wenn wir diese Dinge in Eigenregie vermarkten.“
Darüber hinaus bestehen geschäftliche Verbindungen zum Sportrechte-Verwerter ISPR, der dem Springer-Konzern (49%) und der Kirch-Gruppe (51%) gehört. Zum einen besitzt die ISPR ein Erstverhandlungsrecht für die Schalker UEFA-Pokal-Spiele, zum anderen beteiligte sich das Unternehmen mit 5,1 Millionen Euro als Kommanditist am Bau der Arena. Assauer: „Doch die Gespräche, die zu diesem Abschluss führten, haben einzig und allein wir geführt.“