Bodo Menze übernimmt für S04 Patenschaft für Antirassismus-Projekt

29.06.2009

"Das ist der richtige Wimpel", ruft ein Schüler des Berufskollegs Herne begeistert. Mitgebracht hat ihn Bodo Menze, Koordinator Vorstandsprojekte bei den Königsblauen, denn die Schule wurde offiziell als "Schule ohne Rassismus - eine Schule mit Courage" ausgezeichnet.

"Ungefähr 35 Prozent unserer Schüler haben einen Migrationshintergrund", fasst Schulleiter Heribert Gathmann die multikulturelle Schülergemeinschaft in Zahlen. Dass das bunte Treiben mit gegenseitigem Respekt und ohne Ausgrenzung bleibt, dafür bürgen die Schüler nun mit ihrer Unterschrift gemeinsam.

70 Prozent der Autogramme mussten gesammelt werden, um das Zertifikat zu erhalten. "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" ist ein Projekt der AktionCourage der Bundeskoordination. Dass ein Schalker die Patenschaft übernehmen sollte, ist nicht weiter verwunderlich, denn erstens ist Herne flächendeckend ziemlich königsblau und zum anderen hat sich der FC Schalke 04 schon in seiner Satzung dem Kampf gegen Diskriminierung und Rassismus verschrieben.

"Doch wir möchten diese Werte nicht nur als Punkt in unserer Satzung sehen, wir möchten sie vor allem leben. Es soll sich jeder in unserer Schalker Familie wohl fühlen, unabhängig von Rasse, Religion oder Hautfarbe", betont Menze. Dass die graue Theorie auch in der Praxis greift, machen die unterschiedlichsten Projekte deutlich, mit denen die Knappen Diskriminierung und Ausländerfeindlichkeit entgegenwirken.

Ein passender Rahmen für die Verleihung des Zertifikats bot sich mit dem alljährlichen Fußballturnier des Berufskollegs für Wirtschaft und Verwaltung. "Gerade einige unserer Schüler mit Migrationshintergrund haben fußballerisch ziemlich viel drauf", erklärt Gathmann. Fair Play, Fußballstimmung und ein Schalker mit Patenschafts-Ambitionen - da  machte es den Schülern auch nichts aus, das Zertifikat aus der Hand von Sevgi Kahraman-Brust entgegenzunehmen, die die Toleranz der Schüler schnell auf eine kleine Zerreißprobe stellte.

"Ihr seid hoffentlich so tolerant, dass Ihr diese Urkunde auch aus der Hand einer Dortmunderin entgegennehmt", vermutete Sevgi Kahraman-Brust von den Regionalen Arbeitsstellen zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien (RAA) vor der feierlichen Übergabe lachend. Und sie erinnerte die Schüler, dass ihre Aufgabe mit der Unterschrift alleine nicht erledigt sei. "Ihr habt euch damit verpflichtet, diese Schule frei von Rassismus zu halten." Deshalb war das Motto, das Bodo Menze für das Fußballturnier ausrief: viel Spaß - und vor allem Fair Play.

 

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