16.01.2012
Zurück zu den Wurzeln des Vereins: Anstatt nachmittags auf dem Platz Spielzüge einzustudieren, bestritten die Knappen am Montag (16.1.) im Marler Bergwerk Auguste Victoria „unter Kumpeln“ eine Trainingseinheit der besonderen Art. Mit dem gesamten Team unternahmen die S04-Profis an Schacht 3/7 eine Grubenfahrt in über 1000 Meter Tiefe.
Begleitet wurde die Mannschaft vom RAG-Vorstandsvorsitzenden Bernd Tönjes. Nach einer Einführung in die Abläufe und die Technik eines Bergwerks wurde es ernst: In der Waschkaue wurden die Schalker Kicker stilecht und den Sicherheitsvorschriften entsprechend eingekleidet. Anschließend ging es in Richtung Förderkorb. Vor der rasenden Fahrt auf rund 1000 Meter Tiefe hatte der eine oder andere Akteur doch ein wenig "Bammel", am Ende siegte aber bei allen die Neugier.
Unter Tage angekommen, galt es, rund zwei Kilometer bis zur Bauhöhe 702 des Flözes Zollverein 6 zurückzulegen. Dort hatten die Königsblauen die Möglichkeit, bis tief in den Streb vorzudringen und einen Walzenschrämlader beim Kohleabbau zu begutachten. Dabei erlebten die Schalker, dass auch tief unter den Fußballplätzen des Reviers Teamgeist, Technik und voller Einsatz den Erfolg sichern.
„Es war sehr beeindruckend zu sehen, wie hart dort gearbeitet wird“, sagte Lars Unnerstall. „Auch unter Tage kann man nur erfolgreich sein, wenn man zusammenhält.“ Christian Fuchs war ebenfalls überwältigt von den zahlreichen Eindrücken. „Alle haben unter Tage voll mitgezogen, so muss es sein“, erklärte der Kapitän der österreichischen Nationalmannschaft. „Ich denke, das spiegelt auch das gute Gefüge in unserem Team wider.“
Mit viel Kohle und Staub im Gesicht kehrte Klaas-Jan Huntelaar nach 90 Minuten ans Tageslicht zurück. „Cool und warm“ sei es gewesen, sagte der Torjäger. „Vorher wusste ich nicht, wie es unter Tage aussieht. Ich hatte keine Vorstellung von der Arbeit in über 1000 Metern Tiefe. Ich bin froh und dankbar, dass ich diese Eindrücke gemeinsam mit der Mannschaft aufnehmen konnte.“
Kein Neuland war die Grubenfahrt für Christoph Metzelder, der ein Kind des Ruhrgebiets ist. Der Innenverteidiger sah die gemeinsame Aktion als ganz wichtig für das Team an. „Gerade für die Spieler, die nicht aus dem Revier kommen, war es ein ganz guter Eindruck von der Arbeit unter Tage“, sagte der gebürtige Halterner. „Uns allen sollte nach der Grubenfahrt noch deutlicher bewusst sein, wie hart die Menschen unter Tage arbeiten und wie es dort aussieht.“
Nach der Ausfahrt aus dem Schacht wurde der durchweg gelungene Ausflug noch mit einem gemeinsamen Imbiss „unter Kumpeln“ abgerundet. Dabei wurde viel über Fußball, aber auch die harte Arbeit unter Tage diskutiert. „Die Reaktionen im Mannschaftskreis auf die Grubenfahrt waren sehr positiv“, betonte Kapitän Benedikt Höwedes, der abschließend ebenso wie seine Mitspieler die besten Wünsche für die anstehenden Partien mit auf den Weg bekam.