Kläsener oder Waldoch? Heynckes entscheidet für Samstag nach Videostudium

12.02.2004

Vor dem Saisonstart gehörte Thomas Kläsener nicht einmal zum Kader. Mittlerweile jedoch ist der 27-jährige Abwehrspieler eine feste Größe im Team von Jupp Heynckes geworden und macht sogar Kapitän Tomasz Waldoch seinen Stammplatz in der Innenverteidigung streitig.

 

Es ist wie in der Natur: Wenn das Alpha-Tier verletzt oder angeschlagen ist, schickt sich der Nachwuchs an, den Platz in der ersten Reihe zu übernehmen. Diese Erfahrung muss momentan auch Tomasz Waldoch machen. Der Pole zog sich in Berlin Risswunde am Schienbein zu: die Chance für Thomas Kläsener. Der eigentlich für die Regionalliga vorgesehene Abwehrspieler erledigte seine Aufgaben in der Innenverteidigung derart gut, dass Heynckes ihn statt Waldoch beim Rückrundenstart in Dortmund auflaufen ließ.

 

„Leistungsmäßig gibt es zurzeit nicht viele Unterschiede zwischen den beiden“, erklärt der Cheftrainer. „Für die Spieler ist das natürlich unglücklich. Für mich hingegen ist es positiv.“ Dabei gibt Heynckes zu, dass ihn die Entwicklung des gebürtigen Gelsenkircheners überrascht hat. „Thomas hat auf Schalke lange ein Dasein im Verborgenen gefristet. Was er mittlerweile mit der Kugel anfängt, ist beachtlich.“

 

Dem 58-jährigen Fußball-Lehrer gefalle vor allem der Leistungswille des 1,87 m großen Verteidigers. „Er hat meine volle Unterstützung.“ Ob das allerdings reicht, um Waldoch, der wegen Kläseners Ampelkarte gegen München 1860 in die Mannschaft zurückkehrte, wieder zu verdrängen, ließ Heynckes offen. Vorher will er sich per Videostudium ein Bild von den Kölner Angreifern Andrej Voronin und Lukas Podolski machen. „Dann werde ich intuitiv entscheiden, wer anfängt.“

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