Ralf Fährmann: Zwischen Trainingsschweiß und Radio-Konferenz

24.01.2012

Seit mittlerweile etwas mehr als drei Monaten steht Ralf Fährmann den Knappen aufgrund eines Kreuzbandrisses nicht zur Verfügung. Doch ein Ende seiner Leidenszeit ist in Sicht. schalke04.de sprach mit dem 23-jährigen Schlussmann über den Stand seiner Reha, ein Aufeinandertreffen mit Tennisprofi Andrea Petkovic und den ungewöhnlichen Rückrundenauftakt vor dem Radio.

Ralf Fährmann, wie geht es Ihnen und wo erreichen wir Sie gerade?
Ralf Fährmann absolviert einen Teil seiner Reha in Donaustauf.|Copyright: firo sportphotoIch bin seit einer Woche in Donaustauf, in der Nähe von Regensburg und absolviere hier einen Teil meiner Reha. In der Klinik von Klaus Eder (Physiotherapeut der deutschen Nationalmannschaft, Anm. d. Red.) bin ich bestens aufgehoben und kann intensiv an meinem Comeback arbeiten. Es geht mir immer besser, ich mache Fortschritte.

Das sind doch positive Nachrichten. Wie kann man sich momentan den Tagesablauf von Ihnen vorstellen?
Der Tag beginnt mit dem Frühstück um 8.30 Uhr. Danach geht es dann an die Geräte. Wir trainieren meistens bis abends um sechs, dazwischen habe ich etwas mehr als eine halbe Stunde Mittagspause. Trainingseinheiten und Regenerationspausen wechseln sich ab, Stromtherapien, Massagen und Krankengymnastik gehören auch dazu.

Da benötigt man sicher eine Menge Durchhaltevermögen und Disziplin, sich immer wieder neu zu motivieren…
Nach neun Stunden Training am Stück freust du dich abends wirklich nur noch auf dein Bett (lacht). Da bist du einfach kaputt. Klar denke ich dann auch hin und wieder an die Jungs auf Schalke, man vermisst das Gefühl, auf dem Platz zu stehen. Zum Glück ist aber das Licht am Ende des Tunnels bereits zu erkennen. Die Tatsache, dass es nicht mehr allzu lange dauert, spornt mich täglich an.

Können sich die Fans auf Schalke also in absehbarer Zeit auf Ihre Rückkehr ins Revier freuen?
Vor etwas mehr als drei Monaten verletzte sich der Keeper am Kreuzband.|Copyright: firo sportphotoJa, ich denke schon, dass es in ein paar Wochen soweit ist. Ich habe mehr als die Hälfte der Zeit hinter mir und endlich sind Fortschritte erkennbar. Ich kann von Tag zu Tag mehr Gewichte bei den Kraftübungen drauflegen und fühle mich insgesamt wohler. Endlich kann man sich wieder voll auspowern, deshalb geht’s mir hier auch sehr gut (lacht).

Die Rehabilitationsklinik von Karl Eder in Donaustauf genießt vor allem bei Spitzensportlern einen sehr guten Ruf. Haben Sie noch weitere „Leidensgenossen“ von Ihnen dort getroffen?
Momentan ist die deutsche Tennisspielerin Andrea Petkovic in Donaustauf, und auch der russische Nationaltorwart Igor Akinfeev lässt sich hier behandeln. Man findet hier die besten Bedingungen, weil die Programme absolut spezifisch auf jeden Sportler zugeschnitten sind.

Und wie gestaltet sich nun Ihre weitere Rehaphase?
So schnell wie möglich will Ralf Fährmann wieder in der Schalker Kabine sitzen.|Copyright: firo sportphotoIch bin noch drei Wochen in Donaustauf und arbeite weiter am Muskelaufbau. Das Knie muss Stabilität bekommen. Vor kurzem habe ich angefangen, draußen zu laufen und ich denke, dass ich in zwei bis drei Wochen auch wieder auf dem Platz erste Übungen absolvieren kann. Abroll –und Fallübungen gehören dann genauso zu meinem Programm wie leichte Pässe zu schlagen. Das Fernziel ist dann natürlich das Mannschaftstraining.

Haben Sie denn trotz des straffen Trainingsplans den Rückrundenauftakt Ihrer Teamkameraden gegen den VfB Stuttgart verfolgen können?
Da war ich gerade auf dem Weg nach Chemnitz und habe seit langem mal wieder ein Spiel im Radio verfolgt (lacht). Ich  habe mir aber später noch die Zusammenfassung der Partie im TV angeschaut.

Ein Torhüter, der gespannt dem Radio-Kommentator lauscht während seine Mannschaftskameraden vor über 60.000 in der Arena spielen. Ein seltsames Bild…
Im Auto vor dem Radio verhalte ich mich komplett anders als auf dem Platz. Während ich dort eher der ruhige Typ bin, fiebere ich vor dem Radio richtig mit. Dass man da hin und wieder aufschreit, wenn ein Tor fällt, ist doch klar.

Waren Sie zufrieden mit der Leistung des Teams?
Ich denke, da kann man von einem perfekten Rückrundenstart sprechen. Es wäre klasse, wenn die Jungs diese Leistung am Wochenende in Köln bestätigen könnten. 

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