S04-Gegner Mönchengladbach: Team trägt die Handschrift des Trainers

08.02.2012

Zwölf Siege und nur vier Niederlagen sowie Tabellenplatz vier sprechen eine deutliche Sprache. Borussia Mönchengladbach mischt die Liga in der aktuellen Spielzeit richtig auf. Allein gegen Rekordmeister Bayern München gelangen zwei Erfolge. Der Aufschwung kam mit dem Trainer.

Chef-Trainer Lucien Favre hat Borussia Mönchengladbach in dieser Saison in die oberen Tabellenregionen geführt.|Copyright: firo sportphotoLucien Favre übernahm im Februar des vergangenen Jahres die Fohlen, als sie mit 16 Punkten aus 22 Spielen abgeschlagen am Tabellenende standen. Er schaffte mit der Borussia nicht nur den Klassenerhalt, sondern reformierte die Spielweise grundlegend. Von kompakter Defensivarbeit und ansprechendem Konterfußball entwickelte der Schweizer das Team so weit, dass es mit vielen jungen Spielern in seinen Reihen nun durchaus in der Lage ist, Spiele zu gestalten und zu dominieren.

Von der Pike auf hat der 24-fache Schweizer Nationalspieler das Trainergeschäft erlernt. 1991 begann er als Jugendtrainer beim FC Echallens, gelangte über mehrere Stationen zu Servette Genf, mit denen er 2001 den Schweizer Pokal holte und die er ins Achtelfinale des UEFA-Pokals führte. Anschließend gönnte er sich eine einjährige Auszeit, um bei Topvereinen zu hospitieren. Johan Cruyff, Arsene Wenger und Christian Gourcuff sind nur einige, denen er über die Schulter schauen konnte. Diese Eindrücke ergeben eine gute Mischung mit der eigenen Erfahrung, denn: „Du kannst von jeder Mannschaft lernen. Aber wirklich verbessern tust du dich am Ende nur durch deine eigenen Ideen.“

Daher ist man am Niederrhein bestrebt, den bis 2013 laufenden Vertrag mit dem Erfolgstrainer ebenso zu verlängern, wie mit Leistungsträgern. Trotz der Abgänge von Marco Reus und Roman Neustädter bleibt ein Ausverkauf wohl aus. Keeper Marc-André ter Stegen unterschrieb kürzlich bis 2015, Patrick Herrmann hat wie Igor de Camargo, Tony Jantschke und Roel Brouwers einen Vertrag bis 2014, Martin Stranzl, Mike Hanke, Filip Daems und Havard Nordtveit bis 2013.

Sie alle tragen eine gewisse Lockerheit in sich, die sich auf ihr Spiel überträgt. Beim Jubeln wie bei Spielzügen, feinen Kombinationen, spürt man diesen frischen Geist. Und dieser soll weiter aufrechterhalten werden, auch wenn man keine Transfers mit hohen Summen stemmen kann. Für Trainer Lucien Favre kein Problem. „Das wusste ich von Anfang an. Das habe ich total akzeptiert“, sagt der Borussen-Coach.

Ebenso umsichtig will der Verein mit der Ablöse, die für Reus fällig wird, umgehen. Sportdirektor Max Eberl betont, der Verein setze lieber weiter auf Nachhaltigkeit in seiner Arbeit mit jungen Spielern und wolle eher in eine gesunde Basis investieren, statt „alles auf einen Mann“ zu setzen.

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