2:2 beim HSV: Spiel gedreht, Siegchance vergeben

21.03.2010

Im Hinspiel gegen den HSV belohnten sich die Knappen für eine tolle Aufholjagd spät mit einem Punkt. |Coypright: firo sportphotoIm Hinspiel gegen den HSV belohnten sich die Knappen für eine tolle Aufholjagd spät mit einem Punkt. Diesmal drehten sie einen Rückstand sogar zur Führung, standen sich dann aber selbst im Weg. So folgte dem 3:3 in der VELTINS-Arena ein 2:2 in Hamburg.







Die Samstagsniederlagen von Bayern München und Bayer Leverkusen boten Schalke Gelegenheit, das Punktekonto gegenüber der direkten Konkurrenz aufzupolstern. Vor dem Anpfiff meldete sich der Kapitän gesund. Heiko Westermann konnte nach Wadenproblemen von Beginn an spielen und trat den Gastgebern in deren 43. Saison-Pflichtspiel gegenüber. Erst drei Tage zuvor hatten die Hanseaten noch in der Europa League auf dem Rasen gestanden und im Achtelfinale den RSC Anderlecht ausgeschaltet. Einen müden Auftritt boten sie deswegen nicht, überließen den Königsblauen aber im ersten Durchgang zunehmend die Regie. Die Gäste nahmen aber weder das Kontergeschenk von Verteidiger David Rozehnal in der 27. Spielminute an, noch kam Ivan Rakitic vier Minuten später am heraus eilenden HSV-Keeper Frank Rost vorbei.

Die Rache folgte in Gestalt Ruud van Nistelrooys. Der Topstürmer aus den Niederlanden nutzte eine Freistoßparade Manuel Neuers im Nachschuss zur 1:0-Führung (40.). "In der ersten Halbzeit haben wir das Spiel beherrscht", meinte Felix Magath. "Um so ärgerlicher, dass wir mit einem Rückstand in die Pause gehen mussten." Der Chef-Trainer kritisierte besonders die Entstehung des Gegentreffers: "In dieser Situation hätte man nicht Foul spielen müssen."
Im zweiten Durchgang öffneten beide Teams ihre Visiere und erspielten sich eine Vielzahl an Möglichkeiten. Treffsicher zeigte sich einmal mehr Kevin Kuranyi, der mit dem Kopfball zum 1:1 (62.) sein 15. Saisontor erzielte und damit seine persönliche Bestmarke auf Schalke einstellte.

Nur vier Minuten später folgte der nächste Aufreger: Schiedsrichter Wolfgang Stark deutete auf den Elfmeterpunkt, nachdem van Nistelrooy den eingewechselten Alexander Baumjohann im Sechzehner zu Fall gebracht hatte. Ivan Rakitic nahm sich den Ball und verwandelte den Strafstoß ins linke Toreck zum Schalker 2:1. Oder auch nicht. Weil mehrere Spieler zu früh in den Strafraum gelaufen waren, ließ der Unparteiische den Elfmeter wiederholen. Rakitic lief erneut an, zielte diesmal in die andere Ecke und traf zur nun offiziellen Führung (68.).

Nur wenig später hatte der eingewechselte Edu die Vorentscheidung auf dem Fuß. Rost hatte er schon umdribbelt und den Ball gen Tor geschickt, als Rincon ihm in die Quere kam. Der Hamburger war ins Tor geschlittert und stoppte das Spielgerät liegend per Kopf auf der Linie (74.). Ein kurioser Rettungsrutscher, der den HSV im Spiel hielt und die schlechte Chancenverwertung bestrafen ließ. Pitroipas 2:2 (77.) folgten zwar noch weitere Einschusschancen auf beiden Seiten, ein weiteres Tor fiel nicht mehr.

So war Felix Magath nach dem Schlusspfiff hin- und hergerissen: "Mit einem Punkt in Hamburg kann man natürlich zufrieden sein, allerdings wäre heute mehr drin gewesen." Vor allem, wenn sein Team zielsicherer aufgetreten wäre: "Nach der Führung haben wir uns aber einmal mehr zu weit zurückgezogen", ärgerte sich der Coach, "da fehlt uns dann die Klasse, unsere Chancen zum 3:1 auch zu nutzen."

Schalke liegt mit einem Punkt Rückstand hinter München weiter auf Tabellenplatz zwei. Der Vorsprung auf Leverkusen ist durch das 2:2 auf zwei Punkte gewachsen und kann im direkten Auswärtsduell am kommenden Samstag (27.3., 18.30 Uhr) variiert werden.

Hamburg: Rost - Rincon, Rozehnal, Mathijsen, Jansen - Jarolim, Ze Roberto - Torun (71. Pitroipa), Trochowski - van Nistelrooy (80. Berg), Petric
Schalke: Neuer - Rafinha, Höwedes, Bordon, Westermann - Matip (61. Edu) - Kluge (46. Baumjohann), Schmitz - Rakitic - Farfan, Kuranyi
Schiedsrichter: Stark (Ergolding)
Tore: 1:0 van Nistelrooy (40.), 1:1 Kuranyi (62.), 1:2 Rakitic (68., Foulelfmeter), 2:2 Pitroipa (77.)
Zuschauer: 57.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Jansen (3) - Kluge (3), Höwedes (3)

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