21.08.2011
Welch eine Energieleistung! Dank einer deutlichen Leistungssteigerung im zweiten Durchgang hat der FC Schalke 04 am Sonntag (21.8.) einen 4:2-Sieg beim 1. FSV Mainz 05 errungen. Nachdem die Rheinhessen zur Pause verdient mit 2:0 in Führung lagen, drehten Klaas-Jan Huntelaar (57.), Benedikt Höwedes (64.), Joel Matip (81.) und Christian Fuchs (90.) mit ihren Toren die Partie.
In der neuen Coface Arena nahm Chef-Trainer Ralf Rangnick drei Veränderungen in seiner Startelf vor. Jurado, der in Helsinki gesperrte Christian Fuchs und Raul, der nicht mit nach Finnland gereist war, rückten ins Team. Julian Draxler, Atsuto Uchida und Ciprian Marica mussten indes zunächst auf der Bank Platz nehmen. Zudem gab es einen Positionstausch. Joel Matip begann als Innenverteidiger, Kyriakos Papadopoulos spielte als einziger Sechser im 4-1-4-1-System.
Für ein erstes Raunen im Stadion sorgte Klaas-Jan Huntelaar. Nach einer Moravek-Hereingabe von rechts verpasste der Niederländer den Ball im Fünfmeterraum aber hauchdünn, so dass Mainz’ Keeper Heinz Müller durchatmen konnte (4.). Der FSV machte es vier Minuten später auf der Gegenseite besser. Nach einem Stieber-Freistoß aus dem rechten Halbfeld, den Referee Günter Perl nicht unbedingt hätte pfeifen müssen, vollendete Andreas Ivanschitz mit einer sehenswerten Linksabnahme zum 1:0.
Die frühe Führung gab den Rheinhessen Sicherheit, Mainz übernahm nun die Kontrolle über das Spiel und erhöhte nach zwölf Minuten auf 2:0. Nachdem Ralf Fährmann einen Flatterball von Sami Allagui nicht festhalten konnte, schaltete Elkin Soto am schnellsten und staubte aus kurzer Distanz ab. Die Platzherren blieben zunächst am Drücker und schafften es gleichzeitig, die Angriffsversuche der Königsblauen bereits frühzeitig zu unterbinden.
Erst nach etwa 25 Minuten fingen sich die Knappen und fanden ins Spiel. Aus spitzem Winkel bot sich Raul eine Möglichkeit. Doch 05-Schlussmann Müller hatte ausgepasst und entschärfte den Versuch des Spaniers (26.). Weitere gefährliche Situationen musste die FSV-Defensive vor dem Seitenwechsel kaum bereinigen. Zwei Minuten vor der Pause sorgte Mainz noch einmal für Gefahr, als Allagui von der linken Seite abzog. Der Schuss des Tunesiers strich nur knapp am langen Eck vorbei.
In der Halbzeit nahm Rangnick zwei personelle Veränderungen vor. Jefferson Farfan feierte nach seinem überstandenen Muskelfaserriss sein Comeback, zudem kam Julian Draxler in die Partie. Moravek und Jurado blieben indes in der Kabine. Die erste Möglichkeit im zweiten Durchgang gehörte den Blau-Weißen. Nach einem Fuchs-Freistoß brachte Raul den Ball per Kopf aufs Tor, fand aber in Müller seinen Meister (47.). Keine 60 Sekunden später griff der Keeper der Platzherren erneut ein, als er eine Hereingabe von Marco Höger gerade noch vor dem lauernden Huntelaar zur Ecke klärte.
Nachdem der eingewechselte Eric Maxim Choupo-Moting in der 54. Minute den ersten Mainzer Torschuss der zweiten Hälfte abgab, verkürzte der S04 durch Huntelaar auf 1:2. Eingeleitet wurde der Treffer durch Lewis Holtby. Der deutsche Nationalspieler hatte geschickt auf Raul durchgesteckt, der anschließend uneigennützig auf Huntelaar querlegte. Aus kurzer Distanz hatte der Vize-Weltmeister keine Mühe, die Kugel über die Linie zu schieben (57.).
Die Königsblauen waren nun deutlich besser im Spiel, das Mainzer Offensivspiel aus dem ersten Durchgang fand kaum noch statt. Vor allem der eingewechselte Farfan sorgte über die rechte Seite immer wieder für Gefahr. Nach einer Hereingabe des Peruaners traf Marco Caligiuri in der 63. Minute beinahe ins eigene Tor. 05-Keeper Müller musste sich gewaltig strecken, um den verunglückten Ball seines Vordermanns noch zur Ecke zur klären. Der folgende Standard brachte den Ausgleich. Der gut getretene Ball von Farfan segelte über Müller hinweg zu Benedikt Höwedes, der das Leder am zweiten Pfosten wartend per Kopf in die Maschen setzte (64.).
Drei Minuten nach dem Ausgleich hatte Allagui die neuerliche Führung für die 05er auf dem Fuß. Fährmann hatte bei dem Heber des Stürmers aber aufgepasst und entschärfte die Aktion stark. Trotz der Mainzer Möglichkeit war Schalke weiterhin optisch überlegen. Dennoch: Die nächste Chance hatte abermals ein Kicker der Rheinhessen. Einen platzierten Volleyschuss aus halblinker Position setzte Ivanschitz nur knapp neben den Kasten (77.). Fast im direkten Gegenzug netzte Huntelaar beinahe für die Blau-Weißen ein. Bei einem Kopfball des Angreifers fehlte nicht viel zu einem Torerfolg.
Dennoch: Was sich bereits angedeutet hatte, sollte wenig später passieren. Der S04 traf tatsächlich zum 3:2. Ausgangspunkt war erneut eine Farfan-Ecke, die Papadopoulos und Raul auf Matip verlängerten. Der kamerunische Nationalspieler ging im Fünfmeterraum volles Risiko und wuchtete die Kugel mit einem Flugkopfball in die Maschen (81.). Den Schlusspunkt in dem verrückten Match setzte Christian Fuchs. Der Ex-Mainzer traf in der letzten Spielminute per Freistoß zum 4:2-Endstand. Aus zentraler Position bugsierte der Österreicher den Ball platziert ins linke untere Eck.
Mainz: Müller - Caligiuri, Svensson, Noveski, Fathi - Polanski, Soto (78. Sliskovic) - Risse (46. Choupo-Moting), Ivanschitz, Stieber (61. Kirchhoff) - Allagui
Schalke: Fährmann - Höger, Höwedes, Matip, Fuchs - Papadopoulos - Moravek (46. Farfan), Raul, Holtby, Jurado (46. Draxler) - Huntelaar (86. Marica)
Tore: 1:0 Ivanschitz (8.), 2:0 Soto (12.), 2:1 Huntelaar (57.), 2:2 Höwedes (64.), 2:3 Matip (81.), 2:4 Fuchs (90.)
Schiedsrichter: Perl (Pullach)
Zuschauer: 34.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: / - Papadopoulos, Draxler
Die Daten zum Spiel