13.07.2010
Eben noch in Südafrika, jetzt schon in Gelsenkirchen: Atsuto Uchida stellte sich am Dienstag (13.7.) bei den Knappen vor. Nach seinem ersten Training mit dem Team spricht der 22-jährige Japaner auf schalke04.de über sein Erlebnis als WM-Zuschauer, kurzen Urlaub und darüber, warum er seinen Dolmetscher loswerden möchte.
Herr Uchida, herzlich willkommen auf Schalke! Sie haben im vergangenen Winter als Besucher die Spielatmosphäre in der VELTINS-Arena erlebt. Ein Beweggrund für Ihren Wechsel?
Damals stand noch gar nicht fest, dass ich zu Schalke gehen würde. Aber ich habe gedacht: Wenn ich in so einer Atmosphäre spielen könnte, dann würde ich gerne wechseln. Ich hätte auch zu anderen Clubs in Europa gehen können, aber als Felix Magath mich fragte, hatte ich nur eine Antwort – hai, also ja!
Welchen Eindruck hinterließ das erste Knappen-Training?
Ich muss mich erst herantasten und hoffe, durch noch mehr Training meinen eigenen Stil einbringen und meine Qualität zeigen zu können.
Wie unterscheidet sich das deutsche Training vom japanischen?
In Japan haben wir sehr viele Spiele gehabt, kein spezielles Trainingslager. In Deutschland spielt dagegen auch die Physis eine größere Rolle. Für mich heißt das, einen Körper zu bekommen, mit dem ich mich hier durchsetzen kann.
Vor der WM in Südafrika gehörten Sie zum Stamm der japanischen Auswahl, dann saßen Sie dort nur auf der Bank. Haben Sie eine Erklärung dafür?
Das System war etwas defensiver ausgelegt. Aber ich denke, es hat an mangelnder Leistung gelegen. Ich werde mir diesen Rückschlag zu Herzen nehmen, um ein noch besserer Spieler zu werden.
Statt nach dem Turnier, wie genehmigt, drei Wochen Urlaub zu machen, stehen Sie schon jetzt auf dem Schalker Rasen…
Ich brauche nicht so viel Urlaub. Ich wollte mich lieber so schnell wie möglich akklimatisieren und etablieren.
Wie sieht es mit Ihren Deutschkenntnissen aus?
Ein paar Brocken habe ich in Japan schon gelernt. Mein Ziel ist es, so schnell wie möglich meinen Dolmetscher loszuwerden – was nicht persönlich gemeint ist. Ich möchte aber auch gedanklich ein Deutscher werden. Ich hoffe, hier auch menschlich etwas zu gewinnen.
Ihr Landsmann Shinji Kagawa hat bei Borussia Dortmund angeheuert. Wissen Sie schon um das besondere Verhältnis zwischen S04 und BVB?
Dieses Verhältnis ist mir schon bekannt. Wie auch Hasebe wird Kagawa für mich ein Konkurrent in der Bundesliga sein. Vor allem möchte ich zeigen, dass wir Japaner uns hier durchsetzen können.
Das Gespräch übersetzte Junpei Yamamori

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