30.04.2010
Werder Bremen als Lieblingsgegner der Knappen zu bezeichnen, wäre vermessen. Eines aber ist Fakt: Schalke verlor nur einen der letzten zehn Bundesligavergleiche mit den Hansestädtern. Sechs Partien konnten gar gewonnen werden.
Der letzte Sieg der Grün-Weißen auf Schalke datiert vom 24. November 2001. Damals bezwangen die Werderaner, bei denen Thomas Schaaf seinerzeit schon an der Seitenlinie stand, die Knappen mit 4:1. Seither jedoch verliefen die Gastspiele in der VELTINS-Arena aus Bremer Sicht eher mau. Königsblau gewann vier Duelle, drei weitere Spiele fanden keinen Sieger.
An die letzte Niederlage an der Weser denken die Knappen nur ungern zurück. Am 12. April 2008 setzte sich Werder zu Hause mit 5:1 durch. Es sollte seinerzeit der letzte Arbeitstag von Trainer Mirko Slomka sein. Positiv ist hingegen die Erinnerung an das Hinspiel aus dem Dezember 2009. Mit der Empfehlung von zuvor wettbewerbsübergreifend 23 Pflichtspielen ohne Niederlage empfing die Schaaf-Elf den S04 – und unterlag mit 0:2. Die Pleite gegen Schalke sollte der Auftakt einer Niederlagenserie von fünf Spielen in Folge für den DFB-Pokalfinalisten sein.
Zuletzt haben sich die Norddeutschen in der Bundesliga allerdings wieder gefangen. Dank einer Aufholjagd mit 18 Zählern aus den vergangenen sieben Partien ist die bereits verloren geglaubte Champions-League-Teilnahme wieder greifbar nah. Ob die grün-weiße Serie in der VELTINS-Arena jedoch ausgebaut werden kann, erscheint aufgrund der Schalker Heimstärke fraglich. Denn die Knappen verloren nur eines der letzten 13 Ligaspiele auf heimischem Platz (zehn Siege, zwei Remis).
Gespannt sein darf man auf den Vergleich zwischen der besten Defensive (Schalke, 29 Gegentore) und der torhungrigsten Mannschaft der Liga (Bremen, 68 Treffer). Besonders erpicht darauf, ein Tor zu erzielen, wird Claudio Pizarro sein. Der Peruaner steht kurz davor, sich als erfolgreichster ausländischer Torschütze aller Zeiten ins Geschichtsbuch der Bundesliga einzutragen. Bisher knipste Pizarro 132 Mal. Nur Giovane Elber, der seine Fußballschuhe vor einigen Jahren an den Nagel hängte, hat öfter getroffen. Der Brasilianer traf einmal mehr ins Schwarze.
Außerhalb des Platzes treffen zwei der erfolgreichsten Trainer der letzten Jahre aufeinander. Was aber kaum noch jemand weiß: Von Oktober 1998 bis Mai 1999 war Felix Magath Coach in Bremen. Kurz vor Ende der Saison musste er jedoch seinen Hut nehmen, Thomas Schaaf übernahm die Verantwortung. Zu diesem Zeitpunkt stand Werder im DFB-Pokalendspiel, das der Club letztlich auch gewann. Schaaf führte die Arbeit von Magath weiter und bezwang Bayern München mit seiner Elf im Berliner Olympiastadion mit 6:5 nach Elfmeterschießen.