01.05.2010
Emrah klatschte wie verrückt, als die Schalker Mannschaft auf ihrer Ehrenrunde nach dem 3:1-Sieg gegen Mönchengladbach die Haupttribüne passierte. Vorher hatte der Zeus-Reporter den Jubel der Spieler per Handy festgehalten.
Nein, umgekrempelt sei er noch nicht, stritt er lachend ab. „Aber es war ein toller Tag und ich find die Schalker eigentlich auch ganz gut“, gab der junge Bayern-Fan nach Abpfiff zu Protokoll. Ein paar Stunden vorher hatte das noch anders geklungen: Etwas schüchtern hatte er auf einen Gladbacher Sieg gehofft – klar, im Titelkampf kann man sich nichts schenken.
Doch der Tag auf Schalke begann für den Achtklässler weit vor dem Spiel. Ein Blick hinter die Kulissen, der Gang über den Arena-Rasen und die Vorträge zum Thema Sportsponsoring, nahmen den Essener Schüler dann doch irgendwie für die Knappen ein. 30 Schüler hatten einen Platz zum Thema „Werben auf Schalke“ in der Veltins-Arena ergattert. Interessiert verfolgten sie den Vortrag von S04-Marketing-Leiter Andreas Steiniger zu den unterschiedlichen Werbemöglichkeiten am Spieltag. Trikots, Werbeteppiche und die vielen Banden überprüften sie beim späteren Gang über den Rasen kurz vor dem Spiel noch einmal eingehend, lauschten aber zunächst rege den Fragen von Andreas Steiniger. Beispielsweise: „Welche Werbemöglichkeiten haben wir denn auf einem Trikot?“ Schnell trugen die gut informierten Schüler einiges zusammen – und das war weit mehr als der bekannte Schriftzug des Hauptsponsors.
Robert Scheller, Mitarbeiter von GAZPROM, informierte die Nachwuchs-Journalisten darüber, welche Gründe Unternehmen überhaupt dazu bewegen, auf einem Fußball-Trikot zu werben. „Um die Bekanntheit zu steigern, genau“, bestätigte Scheller. „Das Unternehmen will auch sympathisch wirken“, mutmaßte Carolin – ebenfalls ein Treffer. Doch sie erfuhren auch: GAZPROM unternimmt auf Schalke weit mehr als klassische Werbung. Fanaktionen und soziale Projekte sind ebenso wichtige Aufgaben, schließlich profitieren die Schüler bei Zeus auf Schalke selbst von diesem Engagement.
Und dann ging es kurz vor Anpfiff durch den Spielertunnel auf den Rasen in die bereits gut gefüllte Veltins-Arena. „Da kriegt man Gänsehaut“, verriet Fabian grinsend. „Das ist ein tolles Gefühl, hier unten zu stehen, vor allem, weil die Spieler gleich den selben Weg nehmen“, gab auch Bayern-Fan Emrah freimütig zu. Die Bandenwerbung wurde dennoch genauestens inspiziert. Dabei faszinierte die enorme Größe der Werbeteppiche ebenso wie der optische Trick durch die so genannten Powerpack-Banden vor der Gegengeraden. Viel erklären musste Marketingmitarbeiter Stephan Abker da nicht mehr: „Ihr habt scheinbar gut aufgepasst.“ Ja, das hatten sie, und deshalb kam nach der Arbeit auch das Vergnügen. In Höhe der Mittellinie unter dem Dach der Arena nahmen die 30 Schüler ihre Plätze auf der Pressetribüne unter ihren professionellen Kollegen ein. „Coole Sicht“, befand Dennis. Und ein cooles Spiel gab es dann auch noch, zumindest aus Schalker Perspektive, aber mit der hatte ja selbst Emrah hinterher keine Probleme mehr…