02.06.2010
Die Zahlen sprechen für sich: Elf Jahre auf Schalke, 279 Bundesligaspiele, 44 Tore und damit ein Platz in den Top Ten der königsblauen Fußballgeschichte. Deutscher Rekordnationalspieler der Knappen mit 43 Länderspieleinsätzen, WM-Teilnehmer 2002 und 2006, Rekordspieler im Europapokal mit 51 Partien, zwei Mal DFB-Pokalsieger, vier Mal deutscher Vizemeister. Gerald Asamoah hat Spuren auf Schalke hinterlassen.
Nun wechselt der Publikumsliebling der Königsblauen nach Hamburg. Zum FC St. Pauli. „Schalke ist mein Verein. Ich liebe diesen Club. In der letzten Saison ist es sehr gut für die Mannschaft, aber schlecht für mich gelaufen. Da muss man sich Gedanken machen“, hatte Gerald noch Mitte Mai bei einem Fan-Treffen im schleswig-holsteinischen Kropp erklärt.
Dann ging alles ganz schnell. Für zwei Jahre wechselt Asa ans Millerntor, wo er bereits im Januar beim Freundschaftsspiel der Knappen auf dem Kiez von den St.-Pauli-Fans gefeiert wurde. „Die hatten mir ja schon beim Warmmachen zugejubelt. Anfangs dachte ich, ich werde veralbert. Aber es war imponierend, dass die Fans eines Vereins, für den ich nie gespielt habe, mich tatsächlich so gefeiert haben", erinnert sich der Angreifer.
Doch der Abschied ist nur auf Zeit. Nach seinem „Gastspiel“ in der Hansestadt kehrt Asa nach Schalke zurück, übernimmt eine Aufgabe im Verein. Auch das ist ein Zeichen für die große Wertschätzung, welche sich der im ghanaischen Mampong geborene Profi in seiner Zeit auf Schalke erworben hat.
Gegen Mainz 05 bestritt Gerald Asamoah das letzte seiner insgesamt 279 Bundesligaspiele für die Königsblauen. Zu Beginn seiner Karriere bei den Knappen galt der damals 20-Jährige als hoffnungsvolles Talent. Ein angeborener Herzfehler hatte seine Karriere anfänglich bedroht, doch Asamoah lernte mit der Krankheit zu leben und startete eine beachtliche Karriere. Gegen Arminia Bielefeld gab er am 14. August 1999 sein Debüt für Schalke, eine Woche später beim Gastspiel in Bremen markierte er sein erstes Bundesliga-Tor für die Knappen.
Asa spielte sich gleich in die Herzen der Schalker Fans. Seine Einsatzbereitschaft, sein Wille und seine positive Ausstrahlung machten ihn sofort zum Publikumsliebling. Außerdem zeigte er, dass er auch gut bei Stimme ist. Bei den Fans in der Kurve griff er zum Megaphon, nicht nur bei der Feier zum 100. Geburtstag der Königsblauen schnappte er sich das Mikrofon und sang „Blau und Weiß wie lieb ich dich“.
Aber nicht nur bei den Fans stand Gerald Asamoah hoch im Kurs. Aufgrund seiner guten Leistungen in der Bundesliga berief ihn Rudi Völler am 29. Mai 2001 zum ersten Mal in die deutsche Nationalelf. Sein Debüt gegen die Slowakei hätte nicht besser laufen können, erzielte Asa doch beim 2:0-Erfolg den Treffer zur 1:0 Führung im Bremer Weserstadion. Es folgten noch 42 weitere Einsätze für Deutschland, dessen erster Nationalspieler afrikanischer Herkunft er wurde. Höhepunkte waren in diesem Teil seiner Karriere die WM-Teilnahmen 2002 und 2006.
Im Finale der WM 2002 gegen Brasilien wurde Asamoah eingewechselt und war damit nach dem Niederländer Wim Suurbier (1978 beim 1:3 n.V. der Holländer gegen Argentinien) der zweite Knappe, der in einem solchen Endspiel tatsächlich zum Einsatz kam.
Im Verein gab es für den dreifachen Familienvater ebenfalls einiges zu feiern. So gehörte er den beiden Mannschafen an, die 2001 und 2002 den DFB-Pokal gewannen. Doch vor dem ersten Pokalsieg stand die größte Enttäuschung in seiner Sportlerkarriere. „Das Meisterschaftsfinale 2001 war brutal. So etwas möchte ich nicht noch einmal erleben“, möchte Asa auch Jahre später am liebsten nicht über die „Meisterschaft der Herzen“ sprechen.
2006 musste Gerald einen weiteren Tiefschlag verdauen. Diesmal gesundheitlich. Im UEFA-Cup-Spiel in Nancy brach sich der Stürmer das Schien- und Wadenbein, fehlte den Knappen ein halbes Jahr. Ganz Schalke freute sich, als Asa in seinem ersten Spiel nach der Verletzung mit seinen Teamkollegen einen wichtigen Sieg gegen den VfB Stuttgart feiern konnte. Allerdings reichte es auch in diesem Jahr nicht für die Meisterschaft. Vier Mal musste sich der Offensivspieler mit Platz zwei in der Liga begnügen. „Die Schale mit Schalke zu gewinnen wäre natürlich ein Traum gewesen. Aber nach meiner Zeit bei St. Pauli habe ich ja noch genug Zeit dazu. Dann zwar nicht mehr als Spieler, aber immer noch als Teil des Vereins.“
Neben dem Fußballer Gerald Asamoah gibt es auch noch den dreifachen Familienvater, den gläubigen Christen und sozial engagierten Stifter. Mit der Gerald Asamoah Stiftung für herzkranke Kinder will er „etwas von dem an kranke Kinder zurückgeben, was ich an Glück in meinem Leben bisher erfahren durfte“.
Asamoah hat sich in den letzten Jahren einen Namen gemacht, der weit über Schalke hinaus einen herausragenden Klang hat. Als Sympathieträger, Teamspieler, voller Begeisterung für seine Mannschaft und den Verein. Und als Schalker durch und durch.

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