09.10.2009
Spieler und Trainer gehören zum FC Schalke 04 wie das Runde ins Eckige. Doch sie sind nicht die einzigen Mitglieder der königsblauen Großfamilie. Auch der Zeugwart und der Greenkeeper spielen eine wichtige Rolle hinter den Vereins-Kulissen. Wie ihr Arbeitsalltag aussieht, konnten Schüler hautnah miterleben. Sie waren als Nachwuchsreporter beim Thementag „Das Team hinter dem Team“, des Projekts „Zeus auf Schalke unterstützt von GAZPROM" mit Block und Stift unterwegs.
Sie sind groß, laut und schlucken bis zu 24 Kilo Wäsche auf einmal: Industriewaschmaschinen. Vier davon sind neben drei Trocknern Enrico Heils wichtigste Arbeitsgeräte, denn der 32-Jährige ist Zeugwart der Knappen. Nach einer Lehre als Verwaltungsangestellter bewarb sich der leidenschaftliche S04-Fan für seinen Traumjob – mit Erfolg. Inzwischen ist Heil seit zwölf Jahren Fachmann für die Pflege von Schuhen, Trikots, Hosen, Leibchen, Schonern, Regenjacken, Badelatschen, und wenn es kalt wird, auch für Mützen und Handschuhe. Heil: „Als Zeugwart muss man an alles denken. Auch wenn der Torwart nur einmal in fünf Jahren seine lange Hose braucht, muss ich sie dabei haben.“ An Spieltagen ist Enrico Heil besonders gefragt. Für ein Bundesligaspiel am Samstag packt er schon morgens die Aluminiumkisten mit der Ausrüstung der Spieler. Im Sommer kommt schnell ein gutes Dutzend zusammen, im Winter sind es noch einmal fünf mehr. Tritt Schalke auswärts an, fahren die Kisten im Mannschaftsbus mit.
Richtig vom Fußball los kommt Enrico Heil aber auch nach Feierabend nicht. Wenn die Zeit es zulässt, trifft er sich mit einigen der Schalke-Profis auch privat. „Ich hab schon den einen oder anderen Grillabend mit Gerald Asamoah verbracht“, erinnert sich Heil lachend. Wie passend, dass ausgerechnet Schalkes dienstältester Spieler den Zeus-Reportern einen Besuch abstattet. Die Aufregung unter den Schülern ist mindestens genauso groß wie ihr Wissensdurst.
Wie es sei, vor so vielen Leuten aufs Spielfeld zu laufen, möchten die einen wissen, ob das Training unter Felix Magath wirklich so streng sei, die anderen. Fragen, die Gerald Asamoah gerne beantwortet. „Um vor so vielen Leuten aufzulaufen, arbeitet man das ganze Jahr. Wenn man nicht spielt, vermisst man das schon sehr.“ Der Chef-Trainer sei tatsächlich ein „harter Hund“, gibt „Asa“ zu. Er halte seine Spiele dadurch auf Trab, dass er immer erst kurz vorher die Zeiten des Trainings festlege. „Sind alle Spieler untereinander befreundet?“ und „Verdient Ihr alle gleich viel Geld?“ sind zwei weitere Fragen der Zeus-Reporter. „Wir verstehen uns innerhalb der Mannschaft gut, aber wir sind nicht alle miteinander befreundet. Was das Gehalt betrifft, kommt es darauf an, wie gut du verhandelt hast. Wer allerdings wie viel verdient, das wissen wir ehrlich gesagt auch nicht.“
Nach einem letzten Gruppenfoto mit Asamoah stößt Thorsten Petri zu den Zeus-Reportern. Er ist als Greenkeeper der Herr über die Schalker Rasenflächen. „Im Gegensatz zu Gerald bin ich sicherlich nicht so spannend. Ich habe noch kein Tor für Schalke geschossen“, stellt der gelernte Landschaftsgärtner sich vor, „aber ich habe auch noch keines wegen des Rasens verschuldet.“ Damit sich die Schüler ein Bild von seiner Arbeit machen können, führt Thorsten Petri sie auf den „heiligen“ Rasen. Dafür brauchen die Zeus-Reporter die Arena nicht zu betreten, denn das Spielfeld ist gerade herausgeschoben. „Der Rasen des Stadions ist am schwierigsten zu pflegen, da nur sehr wenig Licht darauf fällt und er durch das Spiel stark beansprucht wird“, erklärt Petri. „Deshalb ist es auch so wichtig, dass das Spielfeld regelmäßig an die frische Luft kommt.“ Ebenso wichtig sei es, den Rasen kurz zu schneiden, damit er dichter wird. Außerdem habe er mit dem Besanden, Vertikutieren, Aerifizieren, Mähen, Beregnen, Säen und Düngen des Rasens noch eine Menge mehr zu tun.
Besonders stolz ist der Greenkeeper darauf, dass noch kein Spiel wegen der Qualität des Rasens abgesagt werden musste. Damit sämtliche Spielfelder auf dem Schalker Vereinsgelände aber auch weiterhin saftig grün bleiben, verteilt Thorsten Petri jährlich 1,6 Tonnen Dünger auf ihnen, schließlich ist er dafür zuständig, „dass der Rasen richtig ernährt wird“. Zu guter Letzt zeigt der Fachmann den Schülern noch die Beregnungsanlage, die den Rasen per Knopfdruck feucht hält. Nach so vielen neuen Informationen sind nicht nur die Blöcke der Zeus-Reporter gut gefüllt, sondern auch ihre Köpfe. Es wird Zeit, Abschied zu nehmen. „Aber bitte lauft nicht über den Rasen zurück“, ruft Petri den Schülern hinterher, „der muss sich jetzt erst einmal erholen.“