19.01.2012
Vor fast genau einem Jahr feierte Julian Draxler sein Bundesligadebüt. Seitdem ist viel passiert im Leben des sympathischen Mittelfeldspielers. Im Interview spricht der 18-Jährige über königsblaue Kindheitserinnerungen, sein erstes Profijahr und sein neues WG-Leben.
Julian Draxler, 1997 hat Huub Stevens mit dem FC Schalke 04 den UEFA-Cup gewonnen. Im Moment des bisher größten Erfolges der Vereinsgeschichte waren Sie gerade einmal dreieinhalb Jahre alt. Haben Sie dennoch Erinnerungen an die Endspiele gegen Inter Mailand und die erste Amtszeit Ihres jetzigen Trainers?
Natürlich verbinde ich Huub Stevens vor allem mit dem UEFA-Cup-Sieg und mit den zwei Pokaltiteln, die er mit dem Team 2001 und 2002 gewonnen hat. Diese Erfolge sind mir noch sehr präsent. Gerade an das UEFA-Cup-Finale in Mailand erinnere ich mich ganz genau, weil mein Vater sich dieses Spiel auf Video gekauft hat. Die Kassette habe ich mir später beinahe täglich angeschaut, deshalb kenne ich bis heute fast alle Spielsituationen auswendig – bis zum letzten Treffer im Elfmeter schießen.
Jeder junge Fußballer hat Vorbilder und Idole. Für wen haben Sie als Kind geschwärmt?
Aufgrund meiner Spielposition habe ich Olaf Thon immer sehr bewundert. Er war ein großartiger Fußballer. Mein Vater hat sogar eine Zeit lang mit ihm zusammengespielt, in der A-Jugend bei Schalke. Er hat mir immer viel von Olaf erzählt. Das fand ich super.
Im Jahr 2011 haben Sie bereits mehr als 50 Pflichtspiele bestritten. Trotzdem sind Sie nicht abgehoben. Wie schwierig ist es, auf dem Boden zu bleiben?
Auf diese Frage antworte ich deshalb eigentlich immer das Gleiche: nämlich, dass mein Umfeld immer noch dasselbe ist, wie vor meiner Profikarriere. Ich denke, meine Familie hält mich am Boden und würde auch gar nicht zulassen, dass ich völlig abhebe. Auch mit meinen Freunden wird nicht immer nur über Fußball geredet. So werde ich auch mal abgelenkt, so dass ich wieder das alltägliche Leben spüre. Und in der Schule ist ohnehin Alltag angesagt. So kommt vieles zusammen, was einem in dieser Hinsicht sehr hilft.
Hat sich Ihr Kinderzimmer eigentlich verändert?
Ich bin vor wenigen Tagen bei meinen Eltern ausgezogen. Mein 22-jähriger Bruder und ich haben eine Wohngemeinschaft gegründet, ganz in der Nähe unseres Elternhauses. Auf diese neue Erfahrung freue ich mich sehr, das wird eine interessante Sache. Mein Bruder studiert in Gelsenkirchen, ein duales Studium im Fach Maschinentechnik.
Wie muss man sich die Draxler-WG vorstellen?
Das muss sich alles noch ein bisschen einspielen, wer sich um was kümmert. Ich habe erst wenige Nächte dort geschlafen, weil es Anfang Januar direkt ins Trainingslager ging.
Wie vertragen sich denn ausschweifende Studentenpartys mit dem Profileben?
Die wird mein Bruder nicht haben, dafür sorge ich schon (lacht). Wenn ich weg bin, hätte ich kein Problem damit.
Das gesamte Interview mit Julian Draxler ist im neuen Schalker Kreisel abgedruckt. Vereinsmitglieder bekommen das hochwertige Magazin der Königsblauen kostenlos und bequem nach Hause geschickt. Weitere Inhalte der aktuellen Ausgabe sind unter anderem ein großes Interview mit Charlotte Roche, spannende News aus der Knappenschmiede und eine Vorstellung des kommenden Gegners VfB Stuttgart.
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