09.03.2010
In seinem ersten Profijahr auf Schalke fühlt sich Christoph Moritz noch immer wie im siebten Himmel. Im Interview mit schalke04.de verrät der 20-Jährige, was für ihn der Konkurrenzkampf bedeutet und wie er seine Auswechslung im Spiel gegen Borussia Dortmund gesehen hat.
Christoph Moritz, in den Medien wird Schalke 04 in den letzten Tagen vermehrt als Meisterschaftskandidat gehandelt. Wie geht die Mannschaft damit um?
Natürlich freuen wir uns, dass sie so über uns berichten, denn das ist eine Anerkennung für die Leistung, die wir bringen. Aber letztlich lassen wir uns davon nicht beeindrucken. Wir schauen weiter von Spiel zu Spiel, denn diese Haltung ist es, die uns dahin gebracht hat, wo wir jetzt stehen. Und Deutscher Meister wird wahrscheinlich sowieso der FC Bayern.
Das heißt, dass Chef-Trainer Felix Magath dem Team gegenüber gar nicht so sehr auf die Euphoriebremse treten muss?
So ungefähr. Wir wissen zwar um unsere Stärken, aber wir wissen ebenso, dass zu große Euphorie sehr schnell nach hinten losgehen kann.
Es heißt immer, die „harten Wochen“ würden für die Knappen erst mit dem Spiel beim Hamburger SV beginnen. Ist nicht der VfB Stuttgart ebenso in die Gruppe der richtig starken Gegner einzuordnen?
Auf jeden Fall. Stuttgart hat eine richtig starke Mannschaft, die sich sicherlich über den Verlauf der Hinrunde ärgern wird, weil sie in der Rückserie unter ihrem neuen Trainer richtig gute Leistungen gezeigt hat. Das Team gehört zu den besten Mannschaften Deutschlands, auch wenn es zuletzt beim 2:2 in Bremen einen kleinen Dämpfer gab. Aber der VfB wird ein richtig harter Brocken für uns.
Wie viele Punkte werden Sie aus den Partien gegen Stuttgart, Hamburg, Bayern und Leverkusen holen?
Es ist schwer, sich da festzulegen. Natürlich möchten wir am liebsten alle vier Spiele gewinnen, aber das wird schwer genug. Aber es ist nicht so, dass wir mit uns zufrieden sind, wenn wir ein oder zwei Spiele gewinnen konnten. Wir wollen auch die verbleibenden Partien für uns entscheiden.
Von insgesamt 23 Bundesligaspielen haben Sie 17 von Beginn an absolviert. Seit Peer Kluge dabei ist, wurden Sie vermehrt eingewechselt. Sind Sie darüber enttäuscht oder ist es nach wie vor ein gutes erstes Jahr im Profi-Bereich?
Es ist auf jeden Fall ein gutes Jahr und ich fühle mich wirklich wie im siebten Himmel. Die Quote mit 17 Spielen von Beginn an ist recht hoch. Da sich Peer in seinem ersten Spiel gegen Nürnberg unglücklich verletzt hatte, stand ich noch etwas häufiger in der Startelf, als es vielleicht geplant war. Seit er zurück ist, werde ich oft eingewechselt, aber darüber bin ich nicht enttäuscht. Er ist ein guter Spieler, der auf meiner Position spielt und von dem ich mir nicht nur im Training, sondern auch im Spiel etwas abschauen kann. Auf der Bank zu sitzen heißt für mich nicht nur, sich die Decke um die Beine zu legen, sondern aktiv zuzuschauen. Und wenn ich mich im Training entsprechend anbiete, werde ich auch wieder meine Chancen von Beginn an erhalten.
Im Derby gegen den BVB kamen Sie zur zweiten Halbzeit für Vicente Sanchez und mussten nach 20 Minuten bereits wieder für Alexander Baumjohann vom Platz. Wie sind Sie mit dieser nicht alltäglichen Situation umgegangen?
Aus Sicht der Zuschauer war das sicher eine blöde Situation. Aber im Mittelfeld war ich der defensivste Mann auf dem Platz. Und als wir in der 47. Minute durch den Foulelfmeter von Nuri Sahin mit 0:1 in Rückstand gerieten, war es die logische Konsequenz, noch einmal zu wechseln. Über den Ausgleich, der in der gleichen Minute wie meine Auswechslung fiel, konnte ich mich dann freuen, war aber noch ein wenig geknickt. Beim 2:1 konnte ich dann schon wieder genauso jubeln wie meine Teamkollegen.

Magaths Zwischenfazit: Ich bin mit dem Erreichten sehr zufrieden
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