26.08.2011
Die Reiseroute stimmt schon einmal – wenn die Knappen in der Europa League auf Steaua Bukarest treffen, treten sie in der rumänischen Metropole an, in der auch das Endspiel des Wettbewerbs stattfindet. Gegner ist kein Geringerer als der erfolgreichste Verein Rumäniens.
23 nationale Meistertitel, 20 Pokalsiege und sieben Supercupsiege kann Steaua vorweisen. Und auch in Europa ist das Team kein unbeschriebenes Blatt. In der Saison 2005/2006 trat das Team damals noch im UEFA-Cup an und schaffte es bis ins Halbfinale, wo es am FC Middlesbrough scheiterte. Deutscher Gruppengegner war damals übrigens Hertha BSC Berlin, gegen die Bukarest 0:0 spielte und sich mit diesem Punktgewinn den ersten Tabellenplatz sicherte.
Nach dem Gewinn der Meisterschaft in derselben Saison qualifizierten sich die Rumänen für die Teilnahme an der Champions League, wo die Gruppengegner Real Madrid, Olympique Lyon und Dynamo Kiew hießen und am Ende Rang drei heraussprang. Platz vier in der Gruppenphase der Königsklasse gab es ein Jahr später, als die Gegner FC Arsenal, FC Sevilla und Slavia Prag waren.
Eigentümer des Clubs ist George Becali, ein Unternehmer und Politiker der rumänischen Partei PNG-CD, der einflussreich wie umstritten ist. Zum einen steckt er sehr viel Geld in den Verein, zum anderen macht er aber auch damit Schlagzeilen, dass er häufig aufgrund verbaler Entgleisungen vom Verband mit Sperren belegt wurde. Zudem polarisiert er mit kuriosen Aktionen.
2007 zum Beispiel, als er forderte: „Alle meine Spieler müssen glücklich sein.“ Denn nur glückliche Spieler seien auch gute Spieler. Und damit niemand in seinem Verein auf die Idee kam, unglücklich zu sein, stellte Becali dies unter Strafe. Spieler, die nach einer Auswechslung wütend oder traurig guckten, mussten umgerechnet zwischen 5000 und 30.000 Euro bezahlen.
Der rumänische Unternehmer und konservative Politiker verspricht gern einmal, für jede Runde, die Steaua im Europapokal übersteht, eine neue Kirche zu errichten. Und er beauftragte einen Maler, eine neue Version von Leonardo da Vincis „Letztem Abendmahl“ anzufertigen - mit Präsident Becali selbst als Jesus und Steauas Spielern als Jüngern.
Groß sind die Ansprüche beim aktuellen Tabellenvierten der rumänischen Liga I. Das vom israelischen Trainer Roni Levi trainierte Team hat sich zur neuen Saison mit zehn Neuzugängen verstärkt, um in der kommenden Spielzeit besser abzuschneiden als im letzten Jahr. Damals war es Platz fünf, der die Eintrittskarte zur Europa League bedeutete…