01.10.2010
Am Samstag (2.10.) steht für den S04 bereits das nächste Pflichtspiel auf dem Programm. Die Knappen gastieren um 15.30 Uhr beim 1. FC Nürnberg. Es wird das 47. Bundesliga-Duell zwischen Königsblau und dem Club sein. Im Vorfeld der Partie blickt schalke04.de auf das Aufeinandertreffen der beiden Traditionsvereine vor rund 43 Jahren in der Spielzeit 1966/1967 zurück.
Im Treffen der beiden damaligen Deutschen Rekordmeister traten die Knappen am 28. Januar 1967 beim 1. FC Nürnberg an, um den Auswärtsbann zu brechen. 19 Spieltage waren bereits gespielt, der S04 jedoch noch ohne Auswärtssieg. Beim Club gelang es Königsblau jedoch, ein Ausrufezeichen zu setzen.
Die besondere Bedeutung der Partie brauchte nicht explizit hervorgehoben zu werden, denn beide Teams befanden sich in einer prekären Situation. Der 16. empfing den 15. – alles oder nichts für den Sprung aus dem Tabellenkeller. Dementsprechend ging es bereits in den Anfangsminuten zur Sache, doch Nürnbergs Hoffnungen währten nur fünf Minuten. Einen vermeintlich harmlosen Freistoß von Günther Herrmann aus 20 Metern glitt durch die Arme von FCN-Keeper Roland Wabra. Zur Pause wurde er prompt von S04-Schlussmann Norbert Nigbur getröstet, denn wer könnte das Leid eines Torwartes besser verstehen als ein Torwart.
In der Partie kam es aber noch härter für die Franken. Nach 12 Minuten bereits das 0:2. Schalke riskierte deutlich mehr, stieß mit seinen drei Sturmspitzen in die Tiefe und erarbeitete sich Chance um Chance. Beim zweiten Treffer für Blau-Weiß nahm Hans-Peter Kirchwehm Maß, Wabra wehrte zu kurz ab und Horst Blechinger versenkte den Ball im Tor. Nur drei Minuten später klingelte es erneut im Kasten der Gastgeber. Mit dem entsprechenden Rückenwind und gestärktem Selbstvertrauen versuchte es Willi Kraus nur drei Minuten später aus der Distanz und selbst dieser Sonntagsschuss fand sein Ziel.
Dem Club mangelte es keineswegs an Kampfgeist, aber gegen die gut aufgelegten Schalker war einfach an diesem Tage nichts auszurichten. Hinten standen die Gäste gut und suchten vorne immer wieder ihre Kontermöglichkeiten. Im zweiten Durchgang zahlte sich das dann aus, als Herrmann mit einem schönen Solo durch die gesamte Nürnberger Hälfte marschierte und den Ball zum 4:0-Endstand im oberen Eck unterbrachte.
Ein Sonderlob gab es für den zweifachen Torschützen von Trainer Fritz Langner: „Ich kann ihn mit gutem Gewissen Helmut Schön empfehlen.“ Doch auch der Spielverlauf habe seiner Elf in die Karten gespielt: „Taktisch lief alles genau nach Plan. Nürnberg hat unglücklich gespielt. Ein 2:0 wäre gerechter gewesen.“ Und so konnte Langner dem Gegner noch Mut machen. „Der 1. FCN soll nicht den Mut verlieren“, appellierte er, „Mir imponiert die Fairness der Nürnberger und wie sie bis zur letzten Minuten kämpften. Wir haben es schließlich auch immer wieder geschafft.“ Letztlich schlossen die Süddeutschen sogar besser ab als der S04. Nach 34 Spieltagen war Nürnberg Zehnter, Schalke Fünfzehnter.
Nürnberg: Wabra – Adelmann, Hilpert, Wenauer, Popp, Preißler – H. Müller, Brungs – Greif, Strehl, Volkert
Schalke: Nigbur – Kreuz – Rausch, Fichtel, Pyka, Becher – Neuser, Herrmann – Blechinger, Kirchwehm, Kraus
Tore: 0:1 Herrmann (5.), 0:2 Blechinger (12.), 0:3 Kraus (15.), 0:4 Herrmann (77.)
Zuschauer: 22.000