Strukturen sind da, erste Projekte werden gefördert

01.01.2009

„Es gibt nichts Gutes außer man tut es“ wusste schon Erich Kästner. Es könnte auch das Motto der Stiftung Schalke hilft! sein, die es sich zum Ziel gesetzt hat benachteiligten Kindern, Jugendlichen und Familien aus der Region zu unterstützen.

Vor rund sechs Monaten ging der FC Schalke 04 mit der Stiftung offiziell an den Start. Der Jahreswechsel bietet Gelegenheit, ein erstes Fazit zu ziehen. „In diesem ersten halben Jahr haben wir vor allem die Strukturen aufgebaut, nun bekommen wir langsam die Möglichkeit, einiges zu bewegen“, so Schalke-hilft!-Geschäftsführer Moritz Beckers-Schwarz. Einiges bewegt wurde bereits mit den ersten Projekten. Die Geschichte der Schalker Stiftung im Juni begann mit dem Benefizspiel gegen die Glasgow Rangers. Hier konnten die Knappen rund 250.000 Euro einspielen, die durch zusätzliche Spenden auf satte 350.000 Euro erhöht wurden.

„Das hat uns natürlich besonders gefreut“, so Beckers-Schwarz „vor allem vor dem Hintergrund, da wir Schalke hilft! als gemeinnützige GmbH gegründet haben, einer speziellen Gesellschaftsform, bei der nicht nur die Erträge, sondern das komplette Stiftungskapital ausgeschüttet werden kann.“ Danach sei die Arbeit erst richtig losgegangen. Denn wie viele Menschen in Not sind, machte sich an den Mengen an Anfragen bemerkbar. „Selbstverständlich wollen wir ebenso Privatleute unterstützen, jedoch muss alles genau prüfbar sein und dies ist nicht immer einfach“, so Beckers-Schwarz. Schließlich soll die Hilfe jene erreichen, die sie am dringendsten benötigen.

Wie im Fall der kleinen Hannah, die in ihrer Heimat Ghana keine Überlebenschance gehabt hätte. Das niedliche sechsjährige Mädchen hatte ein Loch in der Herzaußenwand und konnte mit Unterstützung der Königsblauen und der Gerald-Asamoah-Stiftung erfolgreich operiert werden. Gerald Asamoah berichtete wie er von der tragischen Geschichte der Kleinen erfuhr: „Ich bin in Accra von einem ghanaischen Professor auf das Schicksal von Hannah aufmerksam gemacht worden. Wir haben schnell entschieden, die Kleine nach Hannover zu holen. Gerade durch die Unterstützung von Schalke hilft! und Volkswagen, die den Transport übernommen haben, konnten wir das ermöglichen."

Doch vor allem direkt vor der Haustür bietet sich den Knappen genug Gelegenheit die Ärmel aufzukrempeln. So wurden im Dezember der Orden der Amigonianer und die Gelsenkirchener Tafel unterstützt. Der Orden macht sich seit Jahren für Kinder und Jugendliche in Gelsenkirchen stark. In diesem Jahr wurde das Angebot der Glaubensgemeinschaft um einen Schülertreff in der Hauptschule Grillostraße erweitert. In den kommenden Jahren soll diese Anlaufstelle zu einem Jugendtreff ausgebaut werden. Für diesen Ausbau stellte die Stiftung 10.000 Euro zur Verfügung.

Die Gelsenkirchener Tafel hingegen, die Bedürftige mit Lebensmitteln versorgt, benötigte dringend ein Auto, weshalb Schalke hilft! für ein Jahr einen VW Caddy zur Verfügung stellt. Mit Hilfe dieses Autos sollen vor allem zwei Projekte unterstützt werden, die Projekte „Pausenbrot“, bei dem täglich 500 Pausenbrote an Grundschüler verteilt werden und „Chancengleichheit“, ein Projekt, das ab 2009 Nachhilfe für sozial benachteiligte Kinder in den Räumen der Tafel anbietet.

Der Ausblick – 2009 soll es mit voller Kraft weiter gehen. „Neben einem Benefizspiel im Sommer ist eine weitere große öffentliche Veranstaltung geplant. Außerdem wollen wir verstärkt Leuchtturmprojekte aufbauen“, so Schalke hilft!-Geschäftsführer Moritz Beckers-Schwarz. Zur weiteren Planung wird im Januar der Beirat tagen, der mit bekannten Persönlichkeiten wie Wolfgang Clement oder Bodo Hombach, aber auch aus königsblauer Prominenz besteht.

Um die Arbeit zu optimieren, arbeitet Schalke hilft! verstärkt mit anderen Stiftungen zusammen, wie beispielsweise der Polytechnischen Gesellschaft in Frankfurt. „Wir wollen uns weiterentwickeln und dazu lernen. Das erste Treffen hat uns bereits einige Denkanstöße gegeben“, so Beckers-Schwarz.

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