Westermann: Hatte Zeit und Ruhe

12.03.2010

Eine Sekunde lang wurde es am Freitagabend (12.3.) still auf Schalke. Heiko Westermann stand in der 55. Minute plötzlich völlig unbedrängt auf links im Strafraum und hatte viel Zeit, den finalen Pass auf Kevin Kuranyi zu spielen. Im Interview mit schalke04.de schildert der Königsblauen-Kapitän den Siegtreffer aus seiner Sicht und spricht über die Euphorie der Fans in der VELTINS-Arena.

Heiko Westermann, herzlichen Glückwunsch zum achten Heimsieg in Folge. War Stuttgart der erwartet schwere Gegner?
Auf jeden Fall. Wir wussten genau, was auf uns zukommt. Der VfB hat schließlich in den vergangenen Wochen gezeigt, zu welchen Leistungen er fähig ist. Deshalb freue ich mich umso mehr, dass wir gewinnen konnten. Vor allem, weil es zur Halbzeit nicht unbedingt so aussah.

Ist in der Pause ein Ruck durch die Mannschaft gegangen?
In den ersten 45 Minuten lief bei uns nicht viel zusammen. Wir müssen uns bei Manu bedanken, dass wir nicht hinten lagen. Er hat zweimal hervorragend reagiert. In der Halbzeit haben wir uns alle vorgenommen, noch mehr Einsatz zu zeigen. Das wurde belohnt.

Sie haben das 2:1 durch Kevin Kuranyi vorbereitet. Beschreiben Sie bitte einmal die Torentstehung aus Ihrer Sicht.
Ich habe bei dem Freistoß geahnt, dass der VfB heraus läuft. Deshalb habe ich genau darauf geachtet, wo ich stehen muss, um nicht abseits zu sein. Als ich den Ball am Fuß hatte, wusste ich, dass ich nun viel Zeit habe. Also konnte ich in Ruhe schauen, wo ich hin spiele. Kevin stand sehr gut, aber auch Edu hätte ich anspielen können. Die Stuttgarter haben anschließend reklamiert, es sei ein Abseitstor gewesen. Aber das war es aus meiner Sicht nicht.

Nach dem Schlusspfiff herrschte eine großartige Stimmung in der VELTINS-Arena. Gibt Ihnen das ein gutes Gefühl für die nächsten schweren Spiele?
Es ist schön, dass Euphorie da ist. Aber von der guten Stimmung dürfen wir uns nicht ablenken lassen. Zwar stehen wir nun zumindest einen Tag auf Platz eins, aber wir haben erst 26 Spieltage hinter uns. Die Euphorie der Fans sollte für uns ein Ansporn sein, auch in Hamburg zu gewinnen. Mit dem Sieg gegen Stuttgart haben wir uns in der Tabelle eine sehr gute Ausgangslage erarbeitet. Dennoch fangen wir nicht an zu rechnen. Wir denken weiterhin nur von Spiel zu Spiel.

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