Gazprom

26.10.2013

S04 unterliegt im Derby

Das 143. Pflichtspielderby geht an Borussia Dortmund. Nach zuletzt zwei Siegen in Serie gegen den Revierrivalen musste sich der FC Schalke 04 am Samstag (26.10.) auf eigenem Platz mit 1:3 geschlagen geben. Die Treffer für die Gäste erzielten Pierre-Emerick Aubameyang (14.), Nuri Sahin (51.) und Jakub Blaszczykowski (74.), für die Knappen war Max Meyer nach 63 Minuten zum zwischenzeitlichen Anschluss erfolgreich.

DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig

Angesichts der Bilder vor dem Spiel muss man sich schämen. Wir verurteilen die Vorfälle aufs Schärfste. Hier werden von Einzelnen Verletzungen Anderer billigend in Kauf genommen. Jetzt gilt es, dass die Polizei gemeinsam mit den Clubs die Täter schnellstmöglich ermittelt, damit diese gezielt bestraft werden.

Taktik und Personal

In Schalkes Anfangsformation gab es drei neue Gesichter. Sead Kolasinac, Christian Fuchs und Adam Szalai rückten für Jermaine Jones, Max Meyer und Christian Clemens ins Team. Taktisch schickte Jens Keller seine Elf im 4-2-3-1-System auf den Platz. Dabei nahm Fuchs den Part des linken offensiven Mittelfeldspielers ein. Dennis Aogo begann auf der Sechs, links verteidigte Kolasinac. In vorderster Front agierte Szalai.

Aubameyang trifft, Boateng nicht

Die Begegnung in der ausverkauften VELTINS-Arena wurde mit einigen Minuten Verspätung angepfiffen. Verantwortlich dafür waren einige BVB-Fans. Diese zündeten beim Einlauf der Mannschaften zahlreiche Böller und Bengalos in ihrem Block und schossen zudem Feuerwerkskörper in Richtung der S04-Anhänger.

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Als der Ball dann endlich rollte, sahen die Zuschauer sofort ein intensives Duell, in dem die Gäste nach 14 Minuten durch Pierre-Emerick Aubameyang in Führung gingen. Bis zum Gegentreffer hatte Königsblau leichte optische Vorteile verbuchen können, danach aber bestimmten erst einmal die Schwarz-Gelben das Geschehen auf dem Rasen. Schalke war zwar engagiert, aber gegen einen gut organisierten Gegner fehlte ein ums andere Mal die zündende Idee im Angriffsspiel. Nach einer halben Stunde hatten die Knappen dann die große Möglichkeit zum Ausgleich, die Kevin-Prince Boateng aber vergab. Der ghanaische Nationalspieler scheiterte mit einem Foulelfmeter an Roman Weidenfeller. Nach dem Fehlschuss wirkte der S04 wieder agiler, es entwickelte sich ein offenes Duell, in dem bis zum Pausenpfiff aber kein zweiter Treffer fallen sollte.

Schalke: Hildebrand - Uchida, Höwedes, Matip, Kolasinac (76. Jones) - Neustädter, Aogo - Draxler, Boateng (82. Clemens), Fuchs (61. Meyer) - Szalai
Dortmund: Weidenfeller - Großkreutz, Subotic, Hummels, Schmelzer (46. Durm) - Bender, Sahin - Aubameyang (71. Blaszczykowski), Mkhitaryan, Reus (89. Hofmann) - Lewandowski
Tore: 0:1 Aubameyang (14.), 0:2 Sahin (51.), 1:2 Meyer (63.), 1:3 Blaszczykowski (74.)
Gelbe Karten: Aogo, Szalai, Jones - Schmelzer
Zuschauer: 61.973 (ausverkauft)
Schiedsrichter: Kircher (Rottenburg)
Bes. Vorkommnis: Die Partie wurde wegen des Zündens von Böllern und Bengalos im BVB-Block mit einigen Minuten Verspätung angepfiffen.

Meyers Anschlusstreffer reicht nicht

Die Dortmunder legten nach dem Seitenwechsel einen Start nach Maß hin. Sechs Minuten nach Wiederanpfiff erhöhte Nuri Sahin mit einem strammen Schuss ins rechte Eck auf 2:0 für seine Farben. Nach rund einer Stunde Spielzeit nahm Jens Keller den ersten personellen Wechsel vor - und der sollte sofort fruchten. Denn keine zwei Minuten nach seiner Einwechslung gelang Max Meyer der Anschlusstreffer, der noch einmal neue Kräfte freisetzte.

Gemeinsam mit ihren Fans im Rücken drückte die Schalker Mannschaft nun auf den Ausgleich. Doch der BVB hatte mit schnellem Umschaltspiel die richtige Antwort parat. Der ebenfalls eingewechselte Jakub Blaszczykowski stellte nach 74 Minuten den alten Abstand wieder her. Nach der Vorentscheidung ließ Dortmund nichts mehr anbrennen - und Königsblau musste sich damit abfinden, dass nach zwei Derbysiegen hintereinander dieses Mal Schwarz-Gelb feiern durfte.

Fazit und Ausblick

Engagement, Einsatz und Wille waren den Knappen deutlich anzumerken. Die Mannschaft um Kapitän Benedikt Höwedes gewann mehr Zweikämpfe als der BVB, feuerte mehr Torschüsse ab und verbuchte eine höhere Passquote. Nutzen sollte dies aber alles nichts. Dortmund zeigte sich spielerisch stark, agierte abgezockt und traf genau zu den richtigen Zeitpunkten in die Maschen. Daher ist der Erfolg der Schwarz-Gelben - das muss man anerkennen - nicht unverdient.

Am kommenden Spieltag ist der S04 in der Hauptstadt gefordert. Die Begegnung bei Hertha BSC wird am Samstag (2.11.) um 15.30 Uhr angepfiffen.

Die Höhepunkte

14. Minute - der BVB geht in Führung: Henrikh Mkhitaryan steckt durch auf Marco Reus. Der deutsche Nationalspieler setzt sich rechts im Strafraum durch und spielt vor Timo Hildebrand quer auf Pierre-Emerick Aubameyang, der den Ball nur noch über die Linie schieben muss.

25. Minute: Timo Hildebrand rettet zunächst im Eins-gegen-Eins gegen Robert Lewandowski und pariert anschließend auch den Nachschuss von Pierre-Emerick Aubameyang ganz stark.

30. Minute - Kevin-Prince Boateng vergibt einen Strafstoß: Roman Weidenfeller holt einen Foulelfmeter von Schalkes Nummer 9 aus der linken Ecke. Dem ruhenden Ball war ein Foul von Neven Subotic an Christian Fuchs im Sechzehner vorausgegangen.

31. Minute: Kevin-Prince Boateng kommt aus 15 Metern halbrechter Position zum Abschluss, befördert das Leder aber knapp links vorbei.

51. Minute - 2:0 für Schwarz-Gelb: Nach einem Zuspiel von Henrikh Mkhitaryan nimmt Nuri Sahin aus 18 Metern Maß und bugsiert den Ball in die rechte Ecke.

63. Minute - der Anschlusstreffer: Der kurz zuvor eingewechselte Max Meyer tanzt drei Dortmunder im Strafraum aus und legt dann stark quer auf Adam Szalai. Dessen Schuss kann Roman Weidenfeller zunächst parieren. Der Ball landet aber wieder bei Meyer, der die Kugel direkt unten rechts im Kasten unterbringt.

74. Minute - die Borussia stellt den alten Abstand wieder her: Henrikh Mkhitaryan erobert den Ball in der eigenen Hälfte und sprintet nach vorne. Am Schalker Strafraum behält der Armenier die Übersicht und setzt den freistehenden Jakub Blaszczykowski in Szene, der überlegt verwandelt.