Gazprom

08.10.2014

Roberto Di Matteo: Kommuniziere sehr viel mit meinen Spielern

Am Mittwoch (8.10.) hat Roberto Di Matteo seine neue Mannschaft kennengelernt. Anschließend stellte sich der 44-Jährige in der VELTINS-Arena den zahlreichen Fragen der Medienvertreter. schalke04.de fasst die Aussagen des neuen Chef-Trainers zusammen.

Roberto Di Matteo über …

… seinen ersten Eindruck vom FC Schalke 04:

Die ersten Stunden waren sehr positiv. Ich habe mir ein Bild von der Infrastruktur gemacht, die Mannschaft und die Menschen hinter dem Team kennengelernt. All das hat mir sehr gut gefallen. Ich freue mich auf die neue Herausforderung. Der Verein steht für Leidenschaft und hat herausragende Fans.

… seine neue Mannschaft:

In den vergangenen Stunden und Tagen habe ich die letzten Spiele noch einmal ganz genau angeschaut, und auch vorher habe ich als Fußballinteressierter die Auftritte der Schalker intensiv verfolgt. Wir haben ein gutes Team, eine Mannschaft mit viel Potenzial nach vorne. Aber defensiv gab es zuletzt das eine oder andere Problem, was sicherlich auch daran lag, dass einige Spieler verletzt waren oder noch sind. Am Defensivverhalten werden wir in den kommenden Einheiten arbeiten. Wir brauchen aber auch Zeit und Geduld, um uns zu verbessern. Im Fußball gibt es keine Wunder.

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… seine Philosophie:

Ich möchte gut und erfolgreich spielen. Welches System ich wähle, ist auch immer abhängig von den Akteuren, die zur Verfügung stehen. Ich will meine Mannschaft flexibel agieren lassen. Zuletzt habe ich sowohl im 4-2-3-1 als auch im 4-3-3 aufgestellt. Die Abwehr, und damit meine ich nicht nur die Viererkette, muss stabil stehen. Wenn man sich die Statistiken der Mannschaften, die ich bislang trainiert habe, anschaut, fällt aber auch sehr schnell auf, dass sie stets viele Tore geschossen haben. Wichtig ist, dass die Balance zwischen Defensive und Offensive stimmt. Individuell muss jeder Spieler seinen Beitrag dazu leisten, damit die Mannschaft Erfolg hat. Das Team als Ganzes zählt. Mein Ziel ist es, aus jedem Akteur das Maximum herauszuholen.

… seine Ziele mit den Königsblauen:

Wir möchten uns erneut für die Champions League qualifizieren. Diese Zielsetzung hat der Verein vor der Saison herausgegeben, und das ist auch mein Anspruch. In der Königsklasse wollen wir die Gruppenphase überstehen. Ich denke, dafür werden die anstehenden beiden Partien gegen Sporting Lissabon sehr wichtig, vielleicht sogar entscheidend sein.

… den Umgang mit seinen Spielern:

Ich bin ein Trainer, der sehr viel mit seinen Spielern kommuniziert. Da ich selbst viele Jahre lang Profi war, weiß ich, wie Spieler ticken, was sie bewegt, wie man mit ihnen umgehen muss. Jeder Einzelne hat eine andere Mentalität.

… sein Trainerteam:

Attilio Lombardo wird neuer Co-Trainer neben Sven Hübscher. Er bringt sehr viel internationale Erfahrung als Spieler und auch als Coach mit. Für das Torwarttraining wird Massimo Battara verantwortlich sein. Auch er verfügt über sehr viel Erfahrung in verschiedenen Ligen, war wie Lombardo in Italien und England tätig. Beide sprechen noch kein Deutsch, werden dies aber sehr schnell lernen. Bis dahin wird die Verständigung auf Englisch funktionieren, da sehe ich keine Probleme.

… die Bundesliga:

Ich habe den deutschen Fußball schon immer sehr interessiert verfolgt. Die Bundesliga ist eine faszinierende Spielklasse. Die Stadien sind immer voll, das Tempo in den Spielen ist hoch. Die Bundesliga kommt der englischen Premier League sehr nahe.

Ich arbeite sehr gerne mit jungen Spielern zusammen.

Roberto Di Matteo

… Nachwuchsförderung:

Ich arbeite sehr gerne mit jungen Spielern zusammen. Besonders natürlich, wenn sie aus der eigenen Jugend kommen. Wenn ein Spieler talentiert ist, bin ich der erste, der ihm eine Chance gibt, um sich bei den Profis zu beweisen. Das habe ich bei meinen vorherigen Stationen auch so gehalten.

… die Auszeit nach seiner Zeit als Coach beim FC Chelsea:

Am Anfang wollte ich eine Pause. Zuletzt habe ich mir sehr viele Fußballspiele angeschaut. Zudem habe ich mich weitergebildet, auch außerhalb des Sports. Jetzt bin ich froh, dass ich auf Schalke bin. Ich freue mich auf die neue Aufgabe.

… das Wiedersehen in der Champions League mit den Blues:

Bis zum Duell mit Chelsea vergeht noch viel Zeit. Zunächst einmal ist es wichtig, dass wir nach der Länderspielpause einen erfolgreichen Start gegen Hertha BSC abliefern. Danach denken wir von Spiel zu Spiel.

… seinen künftigen Wohnort:

Ich werde natürlich umziehen, in die Nähe von Gelsenkirchen. Wohin genau, das weiß ich aktuell noch nicht, damit konnte ich mich noch nicht beschäftigen. Meine Familie wird zunächst nicht nach Deutschland übersiedeln, da ich drei schulpflichtige Kinder habe. Mit den heutigen technischen Hilfsmitteln ist es aber kein Problem, täglich zu kommunizieren. Zudem wird meine Familie häufiger nach Deutschland kommen.

… ehemalige Trainer, die ihn geprägt haben:

Da gibt es mehrere. Arrigo Sacchi ist ein Coach, von dem während meiner Zeit in der italienischen Nationalmannschaft sehr viel habe mitnehmen können. Gleiches gilt für Dino Zoff. Beim FC Chelsea habe ich mit Ruud Gullit zusammengearbeitet. Von ihm habe ich die niederländische Mentalität gelernt. Ich denke, man nimmt von jedem Trainer, unter dem man gespielt hat, etwas mit. Aber die drei genannten waren schon sehr prägend.

… Tipps und Ratschläge:

Ich habe sehr viele Freunde im Fußball, mit denen ich mich immer wieder austausche. Mit Bundestrainer Joachim Löw verbindet mich beispielsweise eine lange Freundschaft (beide haben gemeinsam beim FC Schaffhausen gespielt, Anm. der Redaktion). Natürlich habe ich bei dem einen oder anderen Freund oder Bekannten Infos über Schalke eingeholt. Die Reaktionen waren durchweg positiv.