Gazprom

14.01.2016

Schweißtreibender Abschluss: Harte Maloche am Strand

Zum Abschluss des Trainingslagers in Florida ging es am Donnerstag (14.1.) noch einmal an den Strand. Allerdings nicht zum Baden. Auf Joel Matip und Co. wartete bei malerischer Kulisse in Fort Lauderdale eine intensive Kraft- und Laufeinheit, bei der jeder Spieler noch einmal an seine Grenzen gehen musste.

Trotz schwerer Beine nach anderthalb Wochen harter Arbeit bissen sich die Knappen durch. Und dank verschiedener Wettbewerbe im Sand herrschte trotz der hohen Belastung gute Laune. Die Einheit war eine von vielen abwechslungsreichen Trainingsformen in den USA.

Chef-Coach Andre Breitenreiter und sein Trainerteam hatten sich bereits vor der Abreise nach Florida viele Gedanken über die Gestaltung des Trainingsplans gemacht. „Im Detail haben wir die Einheiten dann immer am Tag zuvor besprochen“, berichtet Co-Trainer Sven Hübscher. Entscheidend für die Dosierung seien die Ergebnisse des Laktattests am ersten Tag nach der Ankunft in Orlando gewesen, erklärt Athletik-Trainer Tobias Stock. „Und mit diesen war ich sehr zufrieden. Die Jungs waren in der Winterpause fleißig und sind mit einem guten Fitnesszustand aus dem Urlaub zurückgekehrt. Für die freie Zeit hat jeder Spieler einen Trainingsplan mitbekommen und sich auch daran gehalten“, so der Athletik-Trainer der Königsblauen.

Ein Laktattest gab Aufschluss über den Fitnesszustand. Copyright: Karsten Rabas

Dass er bei den Laufeinheiten ab und zu einen flapsigen Spruch mit einem Augenzwinkern der Spieler bekomme, stört Stock nicht. „Natürlich hat jeder am liebsten den Ball am Fuß. Aber Laufeinheiten gehören auch dazu. Meine Aufgabe als Athletik-Trainer ist es, den Jungs Wege zu liefern, um die Voraussetzungen für guten Fußball zu schaffen“, sagt Stock und fügt hinzu, dass die Profis dies auch wüssten und schätzten.

„Die Mannschaft war top motiviert, deshalb hat es sehr viel Spaß gemacht“, sagt Co-Trainer Volkan Bulut. Gerade bei der Team-Challenge mit fünf verschiedenen Aufgaben - Jonglieren, Lattenschießen, Fußballtennis, Basketball und Linienschießen - war der Ehrgeiz riesengroß. Denn auf die Gewinner warteten Kuchen und Schokoriegel, während das Verliererteam beim Besuch des Basketballspiels zwischen den Orlando Magic und den Washington Wizards jeden Korb der Auswärtsmannschaft bejubeln musste. Wohlgemerkt: Im Sektor der gastgebenden Mannschaft in der Halle.

Bei einer Team-Challenge mussten sich die Profis in anderen Sportarten beweisen. Copyright: Karsten Rabas

„Die Preise und auch die Strafen für die Team-Challenge haben wir uns an einem Abend gemeinsam ausgedacht. Dabei hat jedes Mitglied des Trainerteams seine Ideen eingebracht“, verrät Bulut. Das Feedback der Mannschaft für diese Art der Trainingsgestaltung sei durchweg positiv gewesen, so der Co-Trainer. „Trainingslager sind immer eine tolle Zeit. Man wächst als Team noch weiter zusammen“, erklärt Hübscher. „Die Stimmung war gut, ab und an gab es auch den einen oder anderen dummen Spruch, der lustig gemeint war. Wenn man sich versteht, ist alles easy - und wir verstehen uns. Ohne Stimmung ist alles nichts. Wenn man keine Stimmung im Team hat, laufen die Übungen auch nicht so gut.“

Auch Simon Henzler ist mit dem Verlauf des Trainingslagers zufrieden. Der Torwart-Trainer der Knappen ließ bei Ralf Fährmann, Fabian Giefer, Michael Gspurning und Alexander Nübel den Schweiß fließen. Dennoch wurde in den kräftezehrenden Einheiten viel gelacht. Der Grund dafür ist schnell erklärt. „Wir haben seit dem Sommer eine ganz gute Chemie im Torwartteam entwickelt und funken alle auf einer Wellenlänge“, berichtet Henzler. „Wir haben untereinander einen positiven Austausch, pushen uns gegenseitig. Dass wir uns alle gut verstehen, sieht man auch in den Leistungen im Training und in den Spielen.

Fabian Giefer konnte nach langer Pause das gesamte Programm absolvieren. Copyright: firo sportphoto

Henzler bringt in den Einheiten stets neue Ideen ein. So ließ er die königsblauen Schlussmänner in Florida unter anderem mit Strobo- und auch Lochbrillen trainieren. „Damit ist es schwieriger, die Bälle zu sehen. Das Gehirn arbeitet noch einmal anders. Dadurch haben die Torhüter mehr Stress, die Bälle zu fangen“, erklärt er. „Wenn man die Brille dann absetzt, ist es leicht, die Schüsse zu parieren. Das ist der Trainingseffekt.“ Die Übung sei sehr anspruchsvoll, berichtet Henzler. „Ralf Fährmann ist nach diesen Einheiten immer fix und fertig. Aber es macht ihm und den anderen Keepern stets viel Spaß.“

Und Spaß bei der Arbeit, da sind sich alle Beteiligten einig, könne die entscheidenden Prozentpunkte herauskitzeln, die am Ende für den Erfolg entscheidend sind.