Gazprom

28.01.2016

Dokumentarfilm Liga Terezin lockte zahlreiche Besucher

An diesem Abend stand der Fußball einmal nicht im Vordergrund: Vehikel, Bindemittel und integrative Kraft war er dennoch. Am 71. Jahrestag der Ausschwitz-Befreiung, dem Holocaust-Gedenktag, luden die Jüdische Gemeinde Gelsenkirchen, das Schalker Fanprojekt, die Fan-Initiative und Schalke 04 zur Vorführung des Dokumentarfilms „Liga Terezin“ mit anschließender Podiumsdiskussion in die Neue Synagoge ein.

Rund 200 Besucher waren am Mittwochabend (27.1.) der Einladung gefolgt: Mitglieder der Jüdischen Gemeinde, Schalker, junge und ältere Gelsenkirchener. Das Publikum war bunt gemischt und das war auch ganz im Sinne der Redner. Oberbürgermeister Frank Baranowski, Judith Neuwald-Tasbach, die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde und S04-Vorstand Peter Peters freuten sich unisono über das breite Interesse, denn alle drei eint der Wunsch, das Gedenken lebendig zu halten. Sie spannten den Bogen zur aktuellen Situation und mahnten, dass gesellschaftliches Zusammenleben geprägt sein muss durch Respekt und Menschlichkeit.

Peters zeigte sich überzeugt, „dass der Fußball darüber hinaus ein Schlüssel sein kann, die Erinnerung an die Vergangenheit auch in Zukunft wachzuhalten“. Der Film „Liga Terezin“ sowie die interessierte Diskussion im Anschluss bestätigten das beeindruckend. Elf Städte in zwei Wochen besuchen der Computerspezialist Oded Breda, der sich gemeinsam mit dem israelischen Filmregisseur Mike Schwartz auf diese persönliche Spurensuche begab, die der Film erzählt.

Breda hatte auf Bildern aus dem KZ Theresienstadt seinen Onkel Pavel entdeckt. Das KZ Theresienstadt diente den Nazis als „Vorzeigeghetto“. Es war das einzige Lager mit einer Fußballliga, welches die Nazis zu Propagandazwecken nutzten. Breda und Schwartz möchten ihren Film nicht nur vorstellen, sondern stehen im Anschluss an jede Vorführung zu Podiumsdiskussion und persönlichen Gesprächen zur Verfügung.

Peter Peters bedankte sich für den gelungenen Abend, der ein weiteres Indiz dafür sei, wie intensiv und facettenreich die Zusammenarbeit und der Austausch zwischen Verein und Jüdischer Gemeinde seit langem schon sei. „Auch in Zukunft wollen wir gemeinsam das Leben der Stadt Gelsenkirchen gestalten“, so Peters und er schloss mit: „Steht auf, wenn ihr Menschen seid“ – keine Aussage ist wohl wichtiger an einem solchen Gedenktag.