Gazprom

31.01.2016

Umstände angenommen, drei Punkte erkämpft

Zwei Mannschaften, die um jeden Zentimeter kämpfen, ein Rasen, der arg mitgenommen wirkt, strömender Regen und unüberdachte Tribünen - Fußballromantikern dürfte bei so einer Beschreibung das Herz aufgehen. Zumindest ähnliche Bedingungen herrschten beim Auswärtsspiel der Königsblauen am Samstag (30.1.) beim SV Darmstadt 98 vor.

Genau diese Voraussetzungen dürften es sein, die Reisen zu Begegnungen im Stadion am Böllenfalltor für Spieler und Fans zu etwas Besonderem machen. „Es ging nicht darum, einen Schönheitspreis zu gewinnen“, sagte Andre Breitenreiter nach dem 2:0-Sieg seiner Mannschaft. „Es waren schwierige Rahmenbedingungen, die galt es anzunehmen.“

Und genau auf diese Umstände hat sich das junge Team eingestellt und nach der Niederlage zum Rückrundenauftakt gegen Werder Bremen sowie der negativen Berichterstattung unter der Woche die richtige Reaktion gezeigt. „Die Jungs haben es über 90 Minuten tadellos gemacht“, lobte der Chef-Trainer, dessen Spieler die Gastgeber nicht einmal gefährlich in den Strafraum haben kommen lassen. Die Lilien hatten erst in der 63. Minute ihren ersten Abschluss. Insgesamt waren alle sechs Torschüsse der Darmstädter Versuche aus der Distanz. „Die Mannschaft hat über 90 Minuten fast fehlerfrei gespielt, das war ein Maßstab für das Defensivverhalten. Das müssen wir jede Woche erwarten.“

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Auch im Spielaufbau hatten sich die Königsblauen an die Verhältnisse angepasst und sind anders als gewohnt in die gefährlichen Räume gekommen. „Großartig Fußballspielen konnte man auf dem Boden nicht. Deswegen mussten wir es mit vielen hohen Bällen probieren“, erklärte Leroy Sane, der das vorentscheidende 2:0 erzielt hatte. „Das ist nicht unbedingt unser Spiel. Aber wir haben es dennoch gut gemacht. Uns war bewusst, dass es nur über den Kampf geht und dass es keine leichte Begegnung wird.“ Dem pflichteten auch Sanes Teamkollegen bei. „Es war brutal schwer und nahezu nicht möglich, auf diesem Boden schön zu spielen“, sagte Ralf Fährmann. „Wir haben uns den Sieg erkämpft. Etwas anderes war nicht möglich auf dem Platz und bei den Witterungsverhältnissen.“

Als Dosenöffner diente dabei das 1:0 kurz vor der Pause. „Das tat bei den Bedingungen richtig gut“, so Torschütze Max Meyer. Für Meyer selbst scheint das Stadion am Böllenfaltor ein gutes Pflaster zu sein. Am 25. September 2013 erzielte der Mittelfeldmann in der zweiten DFB-Pokalrunde bei Schalkes 3:1-Sieg in Darmstadt sein erstes Pflichtspieltor für die Knappen. Nun setzte er noch einen drauf und bereitete nach seinem Treffer zum 1:0 auch das 2:0 durch Leroy Sane sehenswert vor. „Wir haben unsere Chance eiskalt genutzt. Nach dem 2:0 haben wir es souverän runtergespielt.“

Auch aufgrund der aktuellen Tabellensituation war der Erfolg am Böllenfalltor immens wichtig. Mit dem dreifachen Punktgewinn in Darmstadt liegen die Blau-Weißen mit jetzt 30 Punkten auf dem fünften Tabellenplatz, einen Zähler hinter Bayer Leverkusen, vier hinter Hertha BSC. „Wir wussten: Wenn wir nicht gewinnen, verlieren wir ein bisschen den Anschluss“, meinte Johannes Geis. Deswegen gäbe es auch keinen Grund, in große Euphorie zu verfallen, betonte Fährmann. Denn am Samstag (6.2.) gastiert mit dem VfL Wolfsburg ein direkter Konkurrent um die vorderen Platzierungen in der VELTINS-Arena. Fährmann: „Wir haben weiterhin viel Arbeit vor uns, um unsere Ziele zu erreichen. Am kommenden Spieltag wartet mit Wolfsburg eine schwierige Aufgabe auf uns.“

Ralf Fährmann: Darmstadt mit den eigenen Waffen geschlagen!_______________Alle Stimmen auf www.s04.tv

Posted by FC Schalke 04 on Samstag, 30. Januar 2016