Gazprom

11.02.2016

1. FSV Mainz 05: Den Umbrüchen zum Trotz

Knapp ein Jahr ist es her, dass Martin Schmidt beim 1. FSV Mainz 05 zum Chef-Trainer befördert wurde. Nach der Ära Tuchel vermuteten viele Experten einen Bruch, doch es kam anders. Der selbsternannte Karnevalsverein besticht durch Stabilität, personelle Umbrüche gehören aber weiterhin zum Alltag.

Im sechsten Jahr in Folge spielt Mainz erstklassig, stand in diesem Zeitraum nie auf einem Relegations- oder Abstiegsplatz - selbstverständlich ist das nicht. Der Grund: Relevante Abgänge sind nach jeder Saison Standard. Leistungsträger wechseln zu größeren Clubs, junge Spieler mit Perspektive erhalten im Gegenzug bei Mainz die Chance sich zu zeigen. Ein gewohnter Prozess.

Anzeige

Das jüngste Beispiel ist Johannes Geis. Der Schalker Mittelfeldmotor entwickelte sich in seinen zwei Jahren bei den Nullfünfern zur festen Größe, ragte besonders mit seiner Standardstärke heraus. Die Mainzer mussten sich nach seinem Abgang zu Königsblau im Mittelfeld neu aufstellen, fanden in Danny Latza überzeugenden Ersatz: Der 26-Jährige ist beim FSV im Schnitt nicht nur am meisten am Ball, sondern legt auch die meisten Kilometer zurück. Kurz gesagt: Schaltzentrale und Dauerläufer in einer Person.

Im Winter haben die Rheinhessen mit Giulio Donati (Bayer Leverkusen), Emil Berggreen (Eintracht Braunschweig) und Karim Onisiwo (SV Mattersburg) personell nachgelegt und den Abgang von Offensivsäule Yunus Malli vorerst abgewendet. „Yunus ist nicht nur unser Top-Torschütze, sondern auch ein wichtiger Teil im Mannschaftsgefüge. Und wir wollten das Team so wie es ist nicht auseinanderreißen“, erklärt Manager Christian Heidel.

Wesentlichen Anteil am stabilen Teamgefüge hat Chef-Trainer Schmidt, der den Übergang nach Tuchel - für einige Monate war zunächst der Däne Kasper Hjulmand im Amt - bestens gemeistert hat. Der große Trumpf ist die Fitness. Mainz ist aktuell das laufstärkste Team der Bundesliga. Dementsprechend groß ist auch das Selbstvertrauen. So groß, dass man die direkten Duelle mit den Spitzenclubs der Bundesliga nicht scheut.

In den kommenden Wochen stehen Spiele gegen den FC Schalke 04, Bayer Leverkusen, Bayern München und Borussia Dortmund an. „Die wollen wir kitzeln“, so Schmidt. In der Hinrunde brachte dieses Programm den FSV zwar leicht ins Wanken, aber nicht völlig aus dem Tritt. Im Gegenteil. Starke 30 Punkte haben die Nullfünfer bisher auf dem Konto, befinden sich in Schlagdistanz zu den internationalen Rängen. Überheblich werden die Verantwortlichen deswegen aber noch lange nicht, man übt sich weiterhin in Bodenständigkeit. „Das Ziel bleibt der Klassenerhalt, es gibt keinen Grund, davon abzurücken“, betont Heidel.