Gazprom

13.02.2016

Enge Kiste mit drei Tor-Premieren in der Bundesliga

Irgendwie roch alles nach einem Unentschieden. Schalke fightete, Mainz gab keinen Zentimeter Boden verloren – beide Teams lieferten sich am Freitag (12.2.) rassige Zweikämpfe, ohne aber allzu häufig auf das gegnerische Tor zu schießen. Die Partie auf hohem Niveau spielte sich hauptsächlich im Mittelfeld ab. Letztlich waren es Nuancen, die über Sieg und Niederlage entschieden.

„Es war eine sehr enge Kiste. Das war in Mainz in der Vergangenheit häufig so. Es hätte auch andersrum ausgehen können“, sagt Sportvorstand Horst Heldt. Das belegen auch die Statistiken. Schalke hatte etwas mehr Ballbesitz und gab drei Torschüsse mehr ab, die Rheinhessen indes hatten in der Zweikampfbilanz leicht die Nase vorn. Nuancen eben. „Es war das erwartet schwere Spiel“, meint Andre Breitenreiter, der den angeschlagenen Eric Maxim Choupo-Moting ersetzen musste. Ansonsten lief jene Elf auf, die zuletzt zwei Siege in Serie eingefahren hatte. Bei seiner Auswahl des Akteurs, der für Choupo-Moting ins Team rückte, bewies der Coach wie schon in der Vorwoche bei der Einwechslung von Alessandro Schöpf ein glückliches Händchen. In Mainz rückte Younes Belhanda, der zweite Winterpausen-Neuzugang, in die Anfangsformation. Und dem Marokkaner gelang ebenso wie Schöpf in der Vorwoche direkt ein Treffer.

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„Ich bin glücklich, dass ich mein erstes Bundesligator erzielen konnte“, sagt Belhanda. „Aber trotzdem kann ich mich nicht freuen. Wichtiger als Tore ist der Erfolg der Mannschaft. Leider haben wir es nicht geschafft, dieses Spiel zu gewinnen.“ Ausschlaggebend für die Niederlage waren zwei weitere Premieren in der Coface Arena. Denn auch die beiden Mainzer Torschützen trafen erstmals in der Bundesliga in die Maschen. Gaetan Bussmann und Julian Baumgartlinger konnten daher im Gegensatz zu Belhanda gleich doppelt feiern. Gerade Baumgartlinger trat als Knipser bislang noch nie in Erscheinung. Der Österreicher hatte in seinen 111 Spielen zuvor noch nie ins Schwarze getroffen. „Der Baumi hat sich das Tor für einen besonderen Rahmen aufgehoben“, meint FSV-Coach Martin Schmidt. Breitenreiter dazu: „Es ist nicht das erste Mal, dass wir einem Spieler das erste Tor seiner Karriere ermöglichen. So sind wir in diesem engen Spiel als Verlierer vom Platz gegangen.“

Johannes Geis analysiert die Partie an seiner alten Wirkungsstätte folgendermaßen: „Die erste Hälfte war nicht gut von uns. Wir haben dann im zweiten Durchgang vieles richtig gemacht und hatten in unserem Spiel Zug nach vorne. Insgesamt waren es kleine Details, die nicht gestimmt haben. Mainz hat sehr stark agiert, war gut auf uns eingestellt und hat am Ende das Quäntchen Glück auf seiner Seite gehabt.“

Diese Ansicht teilt auch Breitenreiter. „Ich finde, dass wir gut ins Spiel reingekommen sind und die ersten guten Torchancen hatten. Dann haben wir nur eine Chance zugelassen, bekommen aus dem Nichts das 0:1“, sagt der 42-Jährige und fügt hinzu: „Wir sind dann in die Halbzeit, haben einige Sachen korrigiert, waren dann noch zielstrebiger, noch lebendiger. Wir waren drauf und dran, das zweite Tor zu erzielen. Das ist uns leider nicht gelungen, Mainz kam dann wieder zurück und hat praktisch aus dem Nichts den Siegtreffer markiert.“

Wichtig sei es jetzt, die Fehler schnellstmöglich zu analysieren und die Begegnung aufzuarbeiten, um es in der kommenden Partie bei Schachtar Donezk am Donnerstag (18.2.) besser zu machen, betont Geis. Belhanda sieht es ähnlich: „Wir blicken positiv nach vorne und werden alles geben, um uns im Hinspiel der Runde der letzten 32 eine gute Ausgangslage in der Europa League zu verschaffen.“ Vielleicht ja erneut mit einem Belhanda-Treffer - und vielleicht ja dieses Mal auch mit einem anderen Spielausgang. Er hätte jedenfalls nichts dagegen, sagt der Marokkaner.