Gazprom

18.02.2016

Arena Lwiw: EM-Spielstätte mit Ecken und Kanten

Am 29. Oktober 2011 war es so weit. Im südlichen Teil der ukrainischen Großstadt Lwiw wurde die neue Arena, eigens errichtet für die Fußball-Europameisterschaft 2012, offiziell eingeweiht - allerdings im Panorama von Baukränen und Stahlgerüsten.

Der Haken: Das Stadion war bis dato noch gar nicht bezugsfertig. Grund war eine FIFA-Regel, die vorsah, dass eine Spielstätte sechs Monate vor dem ersten offiziellen Pflichtspiel in Betrieb gegangen sein muss. Zwei Wochen später folgte dann auch die normale Feuertaufe mit dem Länderspiel zwischen der Ukraine und Österreich.

Die Arena, die sich mitten in der Einflugschneise des Flughafens befindet, war bei der Europameisterschaft 2012 Austragungsort von drei Gruppenspielen. Die deutsche Nationalmannschaft lief in der Vorrunde zweimal dort auf, und das erfolgreich: Sowohl Portugal (1:0) als auch Dänemark (2:1) konnte die DFB-Auswahl schlagen.

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Sportlich ist der Spielort demnach ein gutes Pflaster für deutsche Teams, und auch optisch kommt man auf seine Kosten. Eine große Besonderheit des Stadions ist seine Architektur, die so gar nicht dem gängigen Erscheinungsbild eines modernen Fußballstadions entspricht. Die Planer haben darauf geachtet, dass die Außenfassade, das Dach und auch die Tribüne nicht durchgehend gleichförmig verlaufen. An mehreren Stellen sind Ecken und Wellen eingebaut, was dem ganzen Gebilde einen dynamischen Charakter verleiht. Auch die farbliche Anordnung der Sitzschalen in Form eines Mosaiks ist Teil dieses Konzepts.

Ein weiteres Highlight befindet sich zwischen den Rängen. Eine rundum verlaufende Promenade verbindet den Ober- mit dem Unterrang, sodass die Fans beim Gang zu den zahlreichen Kiosken oder den Sanitäranlagen das Geschehen auf dem Rasen weiterhin voll im Blick haben. Auch hilft der Rundgang bei der Orientierung im Stadion selbst, seinen Sitzplatz hat man in Regel dadurch schnell gefunden. Apropos. Während der Europameisterschaft fanden 32.767 Fans Platz in der Arena, das Fassungsvermögen hat sich danach auf 34.915 aufgrund von Rückbaumaßnahmen im Pressebereich erhöht.

Die Arena Lwiw war kurzzeitig der Heimspielort des ukrainischen Erstligisten FC Karpaty Lwiw. Der Verein ist inzwischen aber wieder in seine fußballerische Heimat, das Stadion Ukrajina, zurückgekehrt. Schalkes kommender Europa-League-Gegner Schachtar Donezk ist seit der Saison 2014/2015 der Hausherr auf Zeit, wegen politischer Unruhen im über 1000 Kilometer entfernten Donezk sind Fußballspiele in diesem Umfeld aktuell nicht möglich. Wie die Königsblauen müssen die Fans von Schachtar also ebenfalls eine weite Reise auf sich nehmen, um ihre Mannschaft beim „Heimspiel“ anzufeuern.