Gazprom

19.02.2016

Eine Null gefiel, die andere nicht

Die Königsblauen haben bei Schachtar Donezk einen guten Auftritt hingelegt. Über 90 Minuten gesehen hätte die Mannschaft von Andre Breitenreiter den Sieg verdient gehabt. Das erkannte auch sein Gegenüber Mircea Lucescu an. „In der ersten Halbzeit war es ein Duell auf Augenhöhe. Nach der Pause war Schalke dominanter“, so der Rumäne. Aber im Fußball geht es nun einmal um Tore - und die fehlten zu einem perfekten Abend in der Arena Lwiw.

„Wir hatten es selbst in der Hand, da wir uns zahlreiche Chance herausgespielt haben. Ein Auswärtstor hätten wir schon machen können. Oder besser gesagt sogar müssen“, blickt Johannes Geis zurück, der selbst eine gute Möglichkeit liegen ließ, als er einen indirekten Freistoß aus kurzer Distanz nicht in die Maschen nagelte. „Da hatte ich etwas Pech“, meint er.

„Wir haben uns nicht belohnt“, ärgert sich auch Ralf Fährmann. Denn gleich mehrfach hatten die rund 1400 mitgereisten Fans aus Deutschland den Torschrei auf den Lippen. Einmal jubelten sie gar bereits, als Joel Matip Mitte der zweiten Halbzeit per Kopf zum vermeintlichen 1:0 traf. Doch Schiedsrichter Hüseyin Göcek hatte ein Foul gesehen und verwehrte dem Treffer die Anerkennung. „Es gab keinen großen Kontakt mit dem Gegner“, berichtet Matip. „In meinen Augen war es ein reguläres Tor.“ Breitenreiter sieht es ähnlich. „Ich denke, der Treffer hätte zählen müssen.“

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Mit einem Sieg hätte Schalke sich eine perfekte Ausgangslage für das Rückspiel verschaffen können. Das Unentschieden ist immerhin eine gute - aber eben auch eine gefährliche Situation, wie der Chef-Trainer der Königsblauen unterstreicht. „Wir dürfen kein Gegentor im zweiten Aufeinandertreffen in der VELTINS-Arena zulassen. Donezk hatte wenige Möglichkeiten, war dann aber jeweils brandgefährlich.“ Schalkes Torhüter Ralf Fährmann war zwar nicht allzu häufig gefordert. Aber wenn er gebraucht wurde, war er da. Breitenreiter sagt deshalb: „Ralle hat gezeigt, dass er zu den besten Torhütern in Deutschland gehört.“

Auch seine anderen Akteure lobt der Fußballlehrer: „Wir haben fast alles, was wir uns vorgenommen hatten, auch umgesetzt. Es war insgesamt ein richtig guter Auftritt. Wenn wir im Rückspiel jetzt noch die Dinger machen, werden wir auch ins Achtelfinale einziehen.“ Geis verspricht: „Im Rückspiel werden wir alles reinhauen. Mit unseren Fans im Rücken wird das sicherlich nochmal ein Stück weit einfacher.“ Horst Heldt ahnt: „Schachtar wird bei uns sicherlich abwartend agieren und versuchen, schnell umzuschalten.“ Daher sei es wichtig, „spielbestimmend zu sein, auf ein Tor zu drängen und nicht in Konter zu laufen.“

Bereits auf dem Rückflug nach Deutschland - der Flieger startete wenige Stunden nach Abpfiff in Lwiw - begann die Vorbereitung auf die nächste Aufgabe, die VfB Stuttgart heißt. Die Schwaben sind derzeit sehr gut drauf und gewannen all ihre vier bisherigen Spiele in der Rückserie. Zuletzt setzte sich die Mannschaft des neuen Chef-Trainers Jürgen Kramny mit 2:0 gegen Hertha BSC durch.

„Wir sind gewarnt“, sagt Fährmann, der beim Hinspiel in der Mercedes Benz-Arena einen Sahnetag erwischte und den Knappen mit zahlreichen Paraden einen 1:0-Sieg sicherte. Übrigens: Auch damals waren die Königsblauen zuvor auswärts in der Europa League im Einsatz. Vielleicht ja ein gutes Omen für das Duell am Sonntag (21.2.) um 17.30 Uhr in der VELTINS-Arena.