Gazprom

28.02.2016

Eintracht Frankfurt: Adler im Sinkflug

Vier Spiele ohne Sieg, nur vier Punkte Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz - Höhenluft? Fehlanzeige. Eintracht Frankfurt befindet sich mitten im Abstiegskampf. Einer der Hauptgründe für den Negativlauf: Der einst stürmischen Offensive ist die Luft ausgegangen.

Nach der vergangenen Saison war eigentlich alles noch im Lot. Chef-Trainer Thomas Schaaf führte die Hessen auf Platz neun. Mit dem Tabellenkeller kam das Team dabei nie in Berührung, auch dank der starken Stürmer. Nicht nur Torschützenkönig Alex Meier glänzte mit seinen 19 Treffern, auch Sturmpartner Haris Seferovic knipste sehr erfolgreich (zehn Tore). Schaaf ging aus persönlichen Gründen, Vorgänger Armin Veh übernahm erneut.

Neue Saison, alte Tugenden: Frankfurts Prunkstück, die Offensive, wurde mit Luc Castaignos nochmals aufgerüstet. Von Startschwierigkeiten war keine Spur. Innerhalb von zwei Wochen schoss er gemeinsam mit Meier und Seferovic spektakulär in die Höhe. Das Trio sorgte im Alleingang am dritten und vierten Spieltag für die ersten zwei Saisonsiege: 4:1 beim VfB Stuttgart, 6:2 daheim gegen den 1. FC Köln. Ein Hoch mit ungeahnten Folgen.

Die SGE kam fortan nicht mehr über Platz elf hinaus, blieb in der Hinrunde zwischenzeitlich sechs Spiele ohne Dreier. Die Offensive zeigte sich auf einmal blass, wie die Zahlen belegen: Frankfurt spielte in dieser Saison als einziges Team bereits fünf Mal 0:0, stellte damit den eigenen Saisonrekord ein (1965/1966 und 1978/1979). Die Tore fehlten, und damit die Punkte.

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Auch vom Verletzungspech blieben die Hessen nicht verschont. „In der Vorrunde mussten wir acht Stammspieler ersetzen und so konnten wir nie unsere Stabilität finden“, erklärte Manager Bruno Hübner. „Der Trainer musste immer improvisieren, weil er immer umstellen musste.“ Neben Castaignos, der sich nach einem Syndesmoseriss im Aufbau befindet, lag auch Stefan Reinartz (Knorpelschaden) flach. Der Neuzugang aus Leverkusen entwickelte sich bis zu seiner Verletzung als stabiler Eckpfeiler im defensiven Mittelfeld. Sein Ausfall schmerzte besonders, Rückkehr ungewiss.

Der Verein reagierte im Winter und stärkte mit Marco Fabian, Szabolcs Huszti, Yanni Regäsel, Änis Ben-Hatira und Kaan Ayhan den dünnen Kader. Gefruchtet hat diese Maßnahme noch nicht. Die Eintracht hängt aktuell bei 22 Punkten im Keller, das sind sechs weniger als zum gleichen Zeitpunkt der Vorsaison. „Die Situation ist natürlich nicht angenehm“, stellte Veh nüchtern fest.

Die kommenden Wochen werden nun zur echten Feuerprobe. Mit dem FC Schalke 04, Hertha BSC, FC Ingolstadt und Borussia Mönchengladbach trifft die Eintracht ausschließlich auf deutlich besser postierte Gegner. „Es wird immer gefährlicher“, warnt Meier eindringlich und macht damit gleichzeitig klar: Die Adler brauchen dringend Aufwind.