Gazprom

12.03.2016

Schmerzhafte Niederlage wirft Schalker nicht um

Enttäuschender Abend für die Königsblauen in Berlin: Statt zumindest den Rückstand auf den Drittplatzierten auswärts nicht größer werden zu lassen oder sogar mit einem Erfolg an der Hertha vorbeizuziehen, gingen die Knappen als Verlierer vom Platz. Das 0:2 am Freitag (11.3.) war die erste Niederlage nach zuletzt zwei Siegen in Serie und gleichbedeutend mit der ersten S04-Pleite in der Hauptstadt nach zehn Jahren.

„Wenn du verlierst, hast du immer etwas liegengelassen“, erklärte Chef-Trainer Andre Breitenreiter und zeigte sich enttäuscht über den Ausgang des Topspiels des Dritten gegen den Vierten. Der Coach hatte lange Zeit eine ausgeglichene Partie gesehen und ärgerte sich über Kleinigkeiten im Spiel der Königsblauen, die in seinen Augen den Ausschlag für die Niederlage ausgemacht hätten. „Da war sicherlich mehr für uns möglich“, so Breitenreiter, der die Kaltschnäuzigkeit seines Teams vor dem gegnerischen Tor vermisste und die Präzision der Standards an diesem Abend bemängelte „Wir haben keinen ruhenden Ball auf das Hertha-Tor gebracht“. Die Gastgeber hingegen hätten ihre Möglichkeiten „eiskalt ausgenutzt“ und seien kompakt aufgetreten. „Das war der Unterschied.“

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Ähnlich sah es Klaas-Jan Huntelaar: „Mit der ersten richtigen Möglichkeit konnte Hertha die Führung erzielen. Zuvor haben wir die Begegnung auf Augenhöhe gestaltet.“ Der Stürmer der Knappen war es auch, der Mitte der ersten Hälfte die beste Chance zur S04-Führung auf dem Kopf hatte (21.). Nach einer Flanke von Junior Caicara, der im Spiel die fünfte Gelbe Karte sah und den Knappen gegen Mönchengladbach fehlen wird, fand Huntelaar im Berliner Schlussmann Rune Jarstein seinen Meister. „Hertha hat dann nach der Führung die Räume dich gemacht und bei uns hat das Umschalten leider nicht mehr so funktioniert“, sagte der Angreifer nach dem Schlusspfiff.

In der ausgelassenen Chance von Dennis Aogo kurz nach dem Seitenwechsel (55.) sah Coach Andre Breitenreiter eine weitere entscheidende Szene im Spielverlauf. „In einer bis dato engen Begegnung, muss man die sich wenig bietenden Chancen natürlich nutzen. Wenn Dennis den Ball im Tor unterbringt, kann die Partie noch einmal in eine ganz andere Richtung gehen. Leider war das nicht der Fall und wir bekommen wenig später aus einer Standardsituation das 0:2“, so Breitenreiter. Bis zu diesem Treffer sah der Trainer „ein 50:50-Spiel“, welches nach dem Zwei-Tore-Vorsprung der Hertha aber auch durchaus hätte höher ausfallen können. „Deshalb geht das Ergebnis am Ende auch in Ordnung.“

Trotz des sehr schmerzhaften und bitteren Abends in Berlin unterstrichen die Königsblauen, dass man jetzt nicht gleich wieder alles in Frage stellen solle. „Klar sind wir enttäuscht und wütend, weil wir den Sprung auf Platz drei verpasst haben“, meinte Ralf Fährmann. „Aber wir haben nach wie vor alles selbst in der Hand, spielen noch gegen weitere direkten Konkurrenten in der VELTINS-Arena.“ Das stimme ihn, so der Schlussmann, „positiv, dass wir unsere Ziele erreichen werden“. Dem pflichtete auch Breitenreiter bei, der im Vorfeld von einem wichtigen Match gesprochen hatte, dabei jedoch immer betonte, dass es keinen vorentscheidenden Endspielcharakter um die Champions-League-Ränge habe. „Es sind noch acht Begegnungen bis zum Saisonende zu absolvieren. Die Tabelle ist sehr eng da oben und verändert sich wöchentlich“, so der Coach.

Bei noch 24 zu vergebenen Punkten sei trotz der Niederlage gegen den Drittplatzierten Hertha BSC „nichts verloren“, sagte Klaas-Jan Huntelaar. Man müsse sich jetzt schnellstmöglich auf den kommenden Heimspielgegner Borussia Mönchengladbach konzentrieren und dort Punkte gutmachen. Breitenreiter brachte es auf den Punkt: „Mund abputzen, Köpfe hochnehmen und weitermachen!“

Tags: Hertha BSC