Gazprom

19.03.2016

Kampf, viel Glück und ganz viel Fährmann

Es gibt Spiele, in denen man anrennt, sich eine Chance nach der anderen erarbeitet und am Ende mit leeren Händen dasteht. Es gibt aber auch den umgekehrten Fall: Die eigene Mannschaft steht unter Dauerbedrängnis, hat kaum Torchancen und nach dem Schlusspfiff wundert sich jeder über die drei Punkte mehr auf dem Konto. Spätestens seit dem 2:1-Erfolg gegen Borussia Mönchengladbach am Freitag (18.3.) haben die Königsblauen in dieser Saison beide Situationen erlebt.

6:22 Abschlüsse und 36 Prozent Ballbesitz lauteten zwei der vielen Statistiken aus Schalker Sicht am Freitagabend. Die Gladbacher - da gab es nach dem Schlusspfiff keine zwei Meinungen - waren die deutlich überlegenere Mannschaft. Doch die Fohlen scheiterten immer wieder am glänzend aufgelegten Ralf Fährmann, der sieben der acht Torschüsse auf seinen Kasten abwehrte und mit teils überragenden Paraden entscheidenden Anteil am Sieg der Blau-Weißen hatte. „Das war ein dreckiger Sieg, aber der fühlt sich mindestens genauso gut an“, erzählte der Mann des Abends nach der Partie.

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Dank der starken Leistung des Schlussmanns kletterten die Königsblauen auf den vierten Tabellenplatz und haben nun 44 Punkte auf dem Konto. „Wir müssen einen Riesendank an Ralf aussprechen“, sagte Leon Goretzka. „Er hat einmal mehr gezeigt, was für ein starker Torhüter er ist.“ Den Aussagen pflichteten alle anderen Knappen bei. „Die Borussia hatte eine Großchance nach der anderen. Ralf Fährmann hat wirklich eine Weltklasseleistung gezeigt. Dafür kann man ihm nur gratulieren“, lobte Andre Breitenreiter, der die jüngste Schalker Startelf (24,3 Jahre) seit rund einem Jahr auf den Platz geschickt hatte.

„Wir alle wissen, dass das ein sehr glücklicher Sieg war, entschuldigen müssen wir uns dafür aber nicht“, betonte Horst Heldt anschließend und deutete auf einige Begegnungen hin, in denen sich der S04 zahlreiche Möglichkeiten herausgespielt und am Ende dennoch keinen Erfolg eingefahren hatte. Heldt: „Ich erinnere an das DFB-Pokalspiel im Oktober. Da hatten wir viele gute Chancen, aber Gladbach ist als Sieger vom Feld gegangen. Und dafür haben sie sich schließlich auch nicht entschuldigt. So ist es manchmal im Fußball. Die Borussia hätte den Sieg eigentlich verdient gehabt, aber wir hatten einen überragenden Torhüter zwischen den Pfosten.“

Anders als noch im Pokal hatte diesmal die junge Schalker Mannschaft das Glück auf ihrer Seite und brauchte kaum Chancen, um den Dreier einzufahren. Tatsächlich reichte den Hausherren im zweiten Durchgang ein einziger Torschuss, um zwei Treffer zu erzielen und in der Tabelle an der Borussia vorbeizuziehen. Nach dem Eigentor von Martin Hinteregger und dem zwischenzeitlich Ausgleich der Gladbacher durch Andreas Christensen erzielte Goretzka mit einem abgefälschten Schuss den entscheidenden Treffer. Der Siegtorschütze, der damit eine Serie von 35 Spielen ohne Tor beendet hatte, scherzte anschließend: „Schöner hätte das Tor nicht sein können. Da habe ich meine linke Klebe ausgepackt. Ich denke, anders hätte ich in dieser Saison wahrscheinlich nicht mehr getroffen.“

Dass Goretzka lediglich rund drei Wochen nach seiner Schultereckgelenksprengung schon wieder auf dem Platz stand sei ein großer Verdienst der medizinischen Abteilung gewesen. „Die Physios haben rund um die Uhr etwas für mein Comeback getan“, erklärte der U21-Nationalspieler, auf den die Gelsenkirchener die nächsten Tage im Trainingsbetrieb jedoch wieder verzichten werden - allerdings nicht verletzungsbedingt. Denn Goretzka und viele andere Schalker Auswahlspieler sind nun erst einmal mit ihren Nationalteams im Einsatz, bevor sie mit den daheimgebliebenen Akteuren die Vorbereitung auf das Auswärtsspiel beim FC Ingolstadt angehen.

Bundesliga-Tabelle

Pl.MannschaftSpieleDiff.Pkt.
1.RasenBallsport LeipzigRasenBallsport Leipzig131833
6.DortmundDortmund131624
7.1. FC Köln1. FC Köln13622
8.FC Schalke 04FC Schalke 0413317
9.LeverkusenLeverkusen13-117
10.1. FSV Mainz 051. FSV Mainz 0513-217

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Ein von Dennis Aogo (@kolapo_15) gepostetes Foto am