Gazprom

19.05.2017

MitGEredet: Mit Zuversicht in Post-Bergbau-Ära

Das Ende der Bergbau-Ära und die Auswirkungen auf eine ganze Region – diesem Thema hat sich die mitGEredet-Veranstaltung „Kohle geht, Kumpel bleiben“ am Donnerstag (18.5.) gewidmet.

Vor insgesamt 500 S04-Mitgliedern diskutierten der ehemalige NRW-Ministerpräsident Wolfgang Clement, Dr. Heinz-Werner Voß (RAG), S04-Finanzvorstand Peter Peters, der Gelsenkirchener Designer Matthias Bohm und Ralf Fährmann über dieses Thema.

Zu Beginn wurde die Vorabversion des Films „Endling“ von Studenten der Filmhochschule München gezeigt, den die königsblaue Stiftung Schalke hilft! mit unterstützt hat. Darin geht es um die Lebensgeschichte eines Bergmanns, der die Schließung seiner geliebten Zeche miterlebt und damit sehr zu kämpfen hat. Die Macher des Films gewannen 2016 den Student Academy Award der Academy of Motion Picture Arts and Sciences, den sogenannten Studenten-Oscar.

Copyright: Karsten Rabas

Das letzte Bergwerk der Emscher-Lippe-Region schließt im kommenden Jahr. In der von Matthias Killing moderierten Podiumsdiskussion ging es um die Fragen, was der FC Schalke 04 und die Region der Kohle und dem Bergbau zu verdanken haben und welche Herausforderungen warten, damit das Ende des Bergbaus gemeistert werden kann.

Peter Peters, der bereits seit 1993 beim S04 tätig ist, blickte zurück: „Wir haben 1997 hautnah mitbekommen, wie die Bergleute um die Steinkohle gekämpft haben. Der FC Schalke 04 wurde von Bergleuten gegründet und steht daher immer Seite an Seite mit ihnen.“ Die ganz besondere Verbindung war beispielsweise auch im Dezember 2015 zu sehen, als die Zeche Auguste Victoria in Marl schließen musste und alle Bergleute zum Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim eingeladen wurden. Daran erinnerte sich auch Dr. Heinz-Werner Voß von der RAG: „Schalke hält unsere Tradition sehr hoch, das freut uns ungemein.“

Ralf Fährmann, als 14-Jähriger aus Chemnitz ins Ruhrgebiet gezogen, ist in der Mannschaft dafür zuständig, neuen Spielern die Verbindung aufzuzeigen: „Schon unser Spielertunnel zeigt deutlich, dass Schalke und der Bergbau eng miteinander verbinden sind.“ Der S04-Torwart hat im Ruhrgebiet seine neue Heimat gefunden. „Wenn man den Menschenschlag versteht, sieht man, dass hier Zusammenhalt eine enorm große Rolle spielt, zu kämpfen und nach vorne zu blicken.“

Der ehemalige Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit, Wolfgang Clement, sieht die Zukunft der Menschen grundsätzlich positiv: „Ich habe die Bergleute als Menschen kennengelernt, die nie aufgeben und die wieder aufstehen, wenn sie hinfallen.“ Nötig dafür sei dabei allerdings deutlich mehr Unterstützung von Bund und Land für die Region. Wenn das der Fall sei, sieht auch Voß Grund für Zuversicht: „Es gibt eine Zeit nach dem Steinkohlebergbau. Wir haben eine Aufbruchsstimmung, die wir nutzen müssen. Wir haben jede Menge Potential hier, um positiv in die Zukunft blicken zu können.“ Als Beispiel dafür steht Matthias Bohm mit seinem Modelabel Grubenhelden exemplarisch für die Zeit neuer Ideen. Die Marschroute für Verein und Region für die kommenden Jahre fasste Peters zusammen: „Wir müssen mit Zuversicht, Mut und Verstand sowohl Schalke als auch das Ruhrgebiet in die Zukunft führen.“