Gazprom

25.06.2017

Alexander Jobst: Wir müssen neue Wege gehen

Marketingvorstand Alexander Jobst berichtete bei der Mitgliederversammlung am Sonntag (25.6.) über Erfolgszahlen, den wichtigen Spagat zwischen Vergangenheit und Zukunft sowie über neue, wegweisende Partnerschaften.

Alexander Jobst über …

… Umsatzerlöse:

Auch in der nächsten Saison werden wir unsere Umsatzerlöse steigern. Wir peilen 95 Millionen Euro an und belegen damit innerhalb der Bundesliga bei den Vermarktungserlösen einen Champions-League-Platz – das fünfte Mal in Folge. Das freut mich, denn ich sehe meine Aufgabe darin, in meinem Verantwortungsbereich Erfolg zu erzielen, auch wenn es sportlich mal nicht so gut läuft. Ich will den Verein ein gutes Stück weit unabhängig vom sportlichen Erfolg machen. Wir brauchen eine wirtschaftliche Stabilität für die Größe unseres Clubs. In den letzten Jahren haben wir das ganz gut geschafft. Wieso haben wir diese Erfolge? Weil wir eine klare Strategie haben und die auch konsequent umsetzen. Das honorieren unsere Partner, sie setzen auch weiterhin langfristig auf uns.

… Tradition und Moderne:

Tradition ist in der DNA von Schalke 04. Ohne Tradition hat unser Verein keine Seele. Aber Tradition alleine reicht heute nicht mehr. Der Verein darf nicht in Nostalgie ersticken. Wer nur in der Vergangenheit lebt – wie ruhmreich sie auch immer gewesen sein mag –, verpasst die Zukunft. Und ich will gemeinsam mit Euch in der Zukunft etwas gewinnen! Wenn wir ein starker eingetragener Verein bleiben wollen, wenn wir wettbewerbsfähig bleiben wollen, müssen wir neue Wege gehen.

… Esports:

Ein Beispiel für diese neuen Wege. Wir wollen für unser Kerngeschäft Fußball eine weitere wirtschaftliche Stütze etablieren. Das ist der entscheidende Grund, denn wir sind und bleiben ein Fußballverein, das ist doch klar! Ich hatte angekündigt, dass wir mit diesem Engagement in spätestens drei Jahren Geld verdienen wollen. Ich war zu skeptisch: Wir verdienen bereits jetzt – nach einem Jahr – damit Geld. Und wir haben für diesen Bereich schon Sponsoren gewonnen.

… die Vermarktung des Trikotärmels:

Das zweite Beispiel für Innovation, und es hat für Furore gesorgt: die Vermarktung des Ärmels auf unseren Trikots. Wir haben mit AllyouneedFresh, einer Tochter der Deutschen Post, einen wegweisenden Vertrag über vier Jahre abgeschlossen. Wir werden uns finanziell enorm verbessern. Unser Deal ist knapp 70 Prozent von dem wert, was davor alle 36 Vereine der ersten und zweiten Liga eingenommen haben. Das ist ohne Übertreibung eine neue finanzielle Dimension. Im Ärmellogo ist ein Chip, mit dem jeder Trikotträger in der Arena seine Bratwurst und sein Bier bezahlen kann. Er bräuchte eigentlich keine Knappenkarte mehr. Wichtig dabei ist uns: Jeder Fan kann von Aktionen und Rabatten profitieren, muss es aber nicht. Dieser Gedanke ist übrigens so innovativ, dass wir ihn zum Patent angemeldet haben. Auch dieses Geld nehmen wir dann gerne mit. Wir sind ein Traditionsverein – und gleichzeitig sind wir kürzlich als Innovationsführer der Bundesliga gekürt worden! Das ist genau der Spagat, von dem ich immer spreche.

… den Ausrüsterwechsel:

Bei allen unseren Partnern kommt es auf drei Dinge an: Wertschätzung, Wirtschaftlichkeit und Identität. Wir haben über zwei Jahre lang Gespräche mit vielen möglichen Ausrüstern geführt und uns ganz genau überlegt, mit wem wir künftig zusammenarbeiten wollen. Und wie wir die Zusammenarbeit so gestalten können, dass diese drei Dinge passen. Wir haben das vorliegende Angebot zur Verlängerung mit Adidas abgelehnt. Wir wollten etwas Besonderes und haben einen Partner gefunden, der kein Gemischtwarenladen, sondern eine reine Fußballmarke ist und hundertprozentig zu uns passt. Weil er fast 100 Jahre alt ist, also eine stolze Tradition hat und mit uns erfolgreich in die Zukunft gehen will. Es ist ein klasse Vertrag für uns, der über fünf Jahre läuft und zum 1. Juli 2018 startet. Schalke 04 wird DAS Flaggschiff von Umbro bei all ihren Aktivitäten. Unsere Trikots sind dann in ganz Deutschland zu haben. Uns nervt das doch schon seit Jahren, dass wir im Kaufhof nur Bayern- oder BVB-Trikots sehen.

… Fehler:

Wir haben sportlich wirklich eine miese Saison hinter uns. Wieder einmal haltet Ihr diesem Verein die Treue. Ihr seid ruhig geblieben und habt eine Geduld gezeigt, die sensationell war. Das war nicht selbstverständlich. Das war nicht nur Champions League, das war meisterhaft! Ich spreche hier im Namen des gesamten Vorstands, wenn ich sage: Auf Euch kann man bauen. Danke! Das ist Schalke. Und darum ärgert mich auch ein Fehler, mit dem wir euch geärgert haben. Die ganze Aktion namens „keine Stehplatztagestickets mehr“ war ein Fehler, ohne Wenn und Aber. Wie es dazu kam, haben wir sorgfältig aufbereitet und unsere Schlüsse daraus gezogen. Ein kluger Mann hat mal gesagt: „In Fehlern liegen die Sprossen für Erfolg“. Das heißt: Wenn man aus Fehlern lernt, kann man erfolgreich werden. Und das sollte auch unsere Einstellung sein. Fehler erkennen, korrigieren und daraus lernen. Auch das ist Schalke.