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21.09.2017

TSG gegen S04 und nicht Nagelsmann gegen Tedesco

Es geht Schlag auf Schlag: Vier Tage nach dem Heimspiel gegen Bayern München reisen die Königsblauen zu 1899 Hoffenheim. Dort trifft Domenico Tedesco am Samstag (23.9., 15.30 Uhr) auf einen alten Bekannten. Für den Trainer spielt dieses Wiedersehen jedoch nur eine untergeordnete Rolle.

„Wenn du 0:3 verlierst, bist du anschließend enttäuscht. Das ist auch richtig so, schließlich hatten wir uns Chancen ausgerechnet“, richtet Domenico Tedesco einen letzten Blick auf die Niederlage gegen Bayern München. Diese habe jedoch nichts an dem guten Gefühl geändert, mit dem er täglich seiner Arbeit nachgeht: „Wir sehen uns in unserer Entwicklung nicht stagnierend. Im Gegenteil: Das Spiel gegen Bayern haben wir besprochen und analysiert. Trotz der verdienten Niederlage haben wir auch positive Dinge gesehen, die negativen versuchen wir zu verbessern.“ Dazu zählt der 32-Jährige eine gewisse Ruhe im letzten Spielfelddrittel, die seine Mannschaft gegen den Rekordmeister in vielen Angriffen vermissen ließ.

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Die zuletzt viel diskutierten Handspiel-Szenen in den Spielen gegen Hannover 96 und Bayern München möchte der Coach nicht überbewerten. „Es waren jeweils andere Gründe für die Niederlagen ausschlaggebend“, erklärt Tedesco, der sich dennoch Klarheit wünscht: „Es geht darum, die Regel zu verstehen, damit wir sie auch unseren Spielern nahebringen können. Denn diese stellen sich inzwischen auch die Frage: ‚Was ist Hand und was nicht?‘ Diese Wissenslücke ist nicht gut.“

Genau Bescheid weiß der Fußballlehrer dagegen über den nächsten Gegner. „Die TSG Hoffenheim hat eine klare Spielidee und besitzt starke Charaktere mit einer guten Mentalität. Diese braucht man, um ein 0:2 in Mainz in einen 3:2-Sieg zu drehen“, so Tedesco, der vor allem von dem schnellen Angriffsspiel der Hoffenheimer beeindruckt ist: „Sie spielen mit einer hohen Geschwindigkeit im letzten Drittel, nicht nur in Bezug auf die schnellen Spieler, sondern auch auf den Kombinationsfußball. Das machen sie richtig gut, von daher erwartet uns eine Aufgabe, die ähnlich schwer wird wie die gegen Bayern.“

Im Kraichgau treffen die beiden derzeit jüngsten Trainer der Bundesliga aufeinander. Mit Julian Nagelsmann absolvierte Tedesco 2016 den Lehrgang zum Fußballlehrer. Ein Vorteil mit Blick auf das Spiel am Samstag? „Das neutralisiert sich. Schließlich hat Julian dort keine Monologe gehalten, sondern leider habe ich auch ein bisschen was verraten“, erklärt Schalkes Chef-Trainer scherzhaft. Für ihn steht das Wiedersehen mit Nagelsmann ohnehin nicht im Fokus: „Es ist nicht das Duell Nagelsmann gegen Tedesco, sondern es lautet immer noch Hoffenheim gegen Schalke.“

Um dieses erfolgreich zu bestreiten, „wird es entscheidend sein, dass wir im Raum verteidigen und nicht in die Manndeckung kommen, da die TSG permanent versucht, mit gegenläufigen Bewegungen Lücken zu reißen“, gewährte Tedesco einen Einblick in sein taktisches Konzept. Ob Nabil Bentaleb darin eine Rolle spielen kann, entscheidet sich kurzfristig. „Nabil fehlte zuletzt im Training. Er hat eine leichte muskuläre Verhärtung. Es ist aber möglich, dass er uns am Samstag zur Verfügung steht“, so Tedesco. Weiterhin keine Option ist dagegen Alessandro Schöpf, der noch nicht wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen ist.

Zahlen, Daten & Fakten zum Spiel

  • Schalke traf in den letzten 12 Bundesliga-Duellen gegen Hoffenheim immer und erzielte dabei im Schnitt 2.3 Tore pro Partie.
  • Schalke gewann nur 1 der 9 Bundesliga-Gastspiele bei 1899 Hoffenheim (4 Remis, 4 Niederlagen): Am 34. Spieltag 2015/16 triumphierte S04 mit 4-1.
  • Für Julian Nagelsmann war dieses 1:4 gegen Schalke im Mai 2016 die einzige Heimpleite als Trainer der TSG im Oberhaus.
  • Mit Julian Nagelsmann (30 Jahre alt) und Domenico Tedesco (32), die 2016 gemeinsam ihren Trainerschein machten, treffen die beiden jüngsten Trainer der Bundesliga 2017/18 erstmals in einem Pflichtspiel im Profibereich aufeinander.
  • Hoffenheim ist neben Dortmund und Hannover das einzige Team ohne Bundesliga-Niederlage 2017/18 und stellte mit 11 Punkten aus den ersten 5 Partien einen neuen Vereinsrekord auf. Selbst in der starken Vorsaison waren es nur 7.