Schalke 04 und Fan-Gruppen im kritischen Dialog mit der Polizei
Um die Vorgänge rund um den Polizeieinsatz am vergangenen Freitag vor dem Spiel gegen den MSV Duisburg zu erörtern, trafen sich am Dienstagnachmittag (18.3.) Vertreter des FC Schalke 04, des Schalker Fan-Club Verbands, des Schalker Fan-Projekts, der Ultras Gelsenkirchen, des Supporters Clubs, der Schalker Fan-Initiative und der Polizei. Bei dem Einsatz wurden 172 Anhänger des FC Schalke 04 am Fan-Projekt des Vereins von der Polizei kontrolliert, Personalien wurden aufgenommen und die Anhänger fotografiert.
„Wir haben in diesem Gespräch das Vorgehen der Polizei kritisch hinterfragt. Ort und Zeit des Einsatzes waren nach unserem Eindruck unglücklich gewählt, zudem haben wir insgesamt Zweifel an der Verhältnismäßigkeit der gesamten Aktion geäußert“, erklärte Schalkes Vorstand Peter Peters. Die Vertreter der Polizei wiederholten, wie schon in den verschiedenen telefonischen Erörterungen zuvor, dass nach ihrer Auffassung und Einschätzung der gesamte Einsatz in angemessener Art und Weise abgelaufen sei. Detailinformationen konnten unter Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht gegeben werden.
„Wir sehen die Durchführung der Maßnahme weiterhin kritisch. Wir hoffen aber, dass es keine negativen Folgen für das Fan-Projekt, die Schalker Fan-Szene und unsere Gruppe geben wird“, erklärte Thomas Kirschner, 1. Vorsitzender der Ultras Gelsenkirchen.
Auslöser des Polizeieinsatzes ist ein Ermittlungsverfahren der
Staatsanwaltschaft Dortmund, dem Videoaufzeichnungen vom Gastspiel des FC Schalke 04 bei Borussia Dortmund am 10. Februar 2008 zu Grunde liegen. Auf denen gebe es nach Angaben der Polizei Hinweise auf Landfriedensbruch und gefährliche Körperverletzung. Der Einsatz sollte nun dazu dienen, mögliche Delikte einzelnen Fans zuzuordnen. „Da Staatsanwaltschaft und Polizei die einzigen Instanzen sind, die das Videomaterial kennen, können auch nur sie bewerten, ob die Verhältnismäßigkeit gegeben ist. Wir gehen davon aus, dass dies nach bestem Wissen und Gewissen geschehen ist. Trotzdem bleibt es für uns schwierig, unseren Fans die Vorgehensweise zu erklären“, sagte Volker Fürderer, Sicherheitsbeauftragter des FC Schalke 04.
Auch Rolf Rojek, Vorsitzender des Schalker Fan-Club Verbandes, hätte es begrüßt, „wenn wir die Videoaufzeichnungen hätten einsehen können. So bleiben für uns weitere Fragezeichen“, erklärte Rojek, der es ausdrücklich begrüßte, dass die Polizei zur Aussprache mit den Vertretern des FC Schalke 04 und der Fan-Organisationen gekommen war.
„Wir haben die Sorge, dass das Image des Fan-Projekts leidet. Wir müssen alle, auch gemeinsam mit der Polizei, daran arbeiten, dass neues Vertrauen aufgebaut werden kann“, so Patrick Arnold vom Schalker Fanprojekt. Auch für Frank Arndt, 1. Vorsitzender des Supporters Clubs, wäre es für das zukünftige Miteinander wichtig, „dass alle Seiten ihr Handeln kritisch hinterfragen, damit wir es schaffen, wieder aufeinander zugehen zu können“.


















