Schade, FC Schalke 04. Trotz einer erneut starken Leistung in der Champions League mussten sich die Knappen beim AC Mailand mit 2:3 geschlagen geben. Da auch der PSV Eindhoven sein Spiel gegen Fenerbahce Istanbul mit 2:0 gewinnen konnte, sind die Knappen aus der Königsklasse ausgeschieden und spielen im nächsten Jahr im UEFA-Pokal. Dennoch stellten die Königsblauen einmal mehr unter Beweis, dass sie mit den Topmannschaften Europas mithalten können.
Chef-Trainer Ralf Rangnick änderte seine Mannschaft im Vergleich zur Partie am vergangenen Samstag in Bielefeld auf einer Position. Für Gustavo Varela rückte Hamit Altintop in die Startformation. Zudem gab es vor dem Spiel Entwarnung bei Marcelo Bordon. Der Brasilianer, der wegen einer Oberschenkelverletzung fraglich war, konnte von Beginn an spielen.
Die Schalker zeigten von Anfang an keinen Respekt vor dem achtmaligen Europapokalsieger. Mit einer starken Defensivleistung ließen sie die Mailänder im ersten Spielabschnitt kaum zur Entfaltung und zu Torchancen kommen. Die Knappen erspielten sich ihrerseits nach acht Minuten die erste Möglichkeit. Nach einer Flanke von Rafinha kam Kevin Kuranyi, der erneut als einzige Spitze im Schalker Spiel agierte, zum Kopfball, doch er verfehlte das Tor.
Erst nach knapp 20 Minuten verzeichneten die Gastgeber ihre erste Chance. Nach einem Fehler in der Schalker Hintermannschaft schaltete Andriy Shevchenko am schnellste, doch der Ukrainer scheiterte an Frank Rost. 120 Sekunden später Schrecksekunde für die Königsblauen. Andriy Shevchenko trat Keeper Frank Rost beim Kampf um den Ball unabsichtlich auf die Hand. Doch nach einer kurzen Behandlungspause konnte der Schalker Schlussmann weiterspielen.
Drei Minuten später kamen die Knappen zu einer weiteren guten Möglichkeit. Nach einem Freistoß von Lincoln landete das Leder bei Mladen Krstajic, der am langen Pfosten lauerte, doch sein Schuss traf nur das Außennetz. Auch die nächste Szene gehörte den Gästen aus Gelsenkirchen. Hamit Altintop nutzte einen Fehler von von Paolo Maldini und eroberte das Leder, doch statt auf den mitgelaufenen Lincoln zu passen, schoss er knapp am Gehäuse der Gastgeber vorbei.
Die Schalker spielten im Giuseppe-Meazza-Stadion gut mit und knüpften an die guten Leistungen in der Königsklasse an. Allerdings mussten sie in der 34. Minute eine gefährliche Situation überstehen. Shevchenko hatte Inzahgi freigespielt, der italienische Nationalspieler konnte sich gegen Marcelo Bordon durchsetzen, rutschte allerdings aus und traf daher den Ball nicht, so dass die Knappen klären konnten. Die Schalker Abwehr agierte gegen die schnellen Angreifer des AC sicher und ließ den Stürmern kaum Raum, um ihre Schnelligkeit auszuspielen.
Dennoch kassierten die Königsblauen in der 42. Minuten den 0:1 Rückstand. Andrea Pirlo verwandelte einen Freistoß aus 22 Metern zur Führung für den Vorjahres-Finalisten. Die Knappen zeigten sich durch den Rückstand nicht geschockt und kamen fast postwendend zurück. Lincolns Freistoß fand den Kopf des erneut stark aufspielenden Christian Poulsen, der aus sechs Metern zum Ausgleich einköpfen konnte (44.).
Zu Beginn der zweiten Halbzeit erspielten sich die Schalker zwar durch Asamoah und Lincoln gute Möglichkeiten, doch in der 52. Minute wurden sie eiskalt erwischt. Nach einem Ballverlust im Mittelfeld zog Shevchenko auf und davon, passte auf den mitgelaufenen Kaka, der mit einem trockenen Schuss aus 15 Metern ins lange Eck das 2:1 für Mailand markierte.
Nur acht Minuten später war Kaka erneut zur Stelle. Nach einem Fehler der Knappen im Spielaufbau drang Inzaghi in den Strafraum ein, seinen Querpass verstolperte Shevchenko, doch Kaka schaltete am schnellsten und schoss aus acht Metern unhaltbar für Frank Rost ein. Keine sechzig Sekunden nach dem 3:1 für Mailand hätte Kevin Kuranyi den Anschluss wieder herstellen können, doch der Nationalspieler verzog nach einer Hereingabe von Christian Poulsen.
Besser machte es Lincoln in der 66. Minute: Nach einem Freistoß von Marcelo Bordon landete der Abpraller beim Brasilianer, dessen Schuss aus 16 Metern unhaltbar für Dida abgefälscht wurde und zum 3:2 einschlug. Nun entwickelte sich in der hitzig geführten Partie ein offener Schlagabtausch mit Möglichkeiten auf beiden Seiten. In der Schlussphase setzten die Knappen alles auf eine Karte und brachten mit Ebbe Sand und Sören Larsen für Kevin Kuranyi und Mladen Krstajic zwei frische Offensivkräfte. Leider wurde der Mut der Schalker nicht belohnt und es kamen keine klaren Tormöglichkeiten mehr zustande.
Die rund 6.000 mitgereisten Schalker Fans ließen die Köpfe nicht lange hängen und verabschiedeten ihre Mannschaft mit Applaus und aufmunternden Gesängen in die Kabine. „Wir holen den U-U-EFA-Cup und wir werden Deutscher Meister“... war nun das neue Motto der Anhänger... .