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In der Champions League gelten harte Regeln: Kleine Unaufmerksamkeiten können gravierende Folgen haben. Diese Erfahrung musste auch Schalke 04 am Dienstagabend bei der 0:1 (0:0)-Niederlage gegen Valencia CF machen.
Zum Auftakt der europäischen Königsklasse hatten die Knappen ihre Anfangsformation gegenüber dem 1:1 bei Bayern München nur auf einer Position geändert: Halil Altintop begann für Peter Løvenkrands. Valencia nahm im Vergleich zum 2:1 gegen Valladolid hingegen gleich sechs Umstellungen vor: Das komplette Mittelfeld wurde ausgetauscht, dazu übernahm Miguel den Job des rechten Verteidigers und David Villa rückte wieder in den Angriff.
Unter diesen Vorzeichen begann eine Partie, in der die Königsblauen den Spagat schaffen mussten, die spanischen Gäste unter Druck zu setzen ohne die eigene defensive Absicherung zu vernachlässigen. "Wir sind ganz gut ins Spiel gekommen, haben die ersten 20 Minuten kontrolliert. Doch die ganz klaren Torchancen haben bis auf die Szene von Kevin gefehlt", fasste Oliver Reck die erste Hälfte zusammen. Der Co-Trainer vertrat den aufgrund seiner Sperre fehlenden Coach Mirko Slomka als Verantwortlicher auf der Bank.
Einzig bei Kuranyis Schuss, der das Tor der Gäste denkbar knapp verfehlte (30.), hatten die Fans vor dem Wechsel den Torschrei auf den Lippen. Dies lag nicht zuletzt in der humorlosen Taktik Valencias begründet, die aber auf höchster europäischer Ebene Standard ist. "Valencia hat sich immer weiter zurückgezogen und uns eingelullt", so Reck. "Wir waren hinten sehr aufmerksam und haben wenig zugelassen", stellte Valencias Trainer Quique Flores zufrieden fest.
An Schalkes Strategie für die zweite Hälfte gab es nichts auszusetzen. "Wir wollten geduldig weiterspielen, den Druck weiter erhöhen, mehr Risiko gehen", gab Reck einen Einblick in die Taktik. Doch als die 53.951 Zuschauer VELTINS-Arena nach dem Wechsel immer stärker die Hoffnung hegten, spätestens ein Lapsus wiederholt daneben greifenden Torhüters Santiago Canizares werde das ersehnte Schalker Tor bringen, schlugen die Gäste zu.
Nach dem Treffer durch David Villa (63.) dauerte es bis in die Schlussphase, ehe sich wieder Aktionen im spanischen Strafraum abspielten. Valencia agierte clever, hielt den Ball lange und spielten die Uhr routiniert runter. Flores: "Unsere Ballsicherheit war heute vorhanden." Reck hingegen vermisste die Umsetzung des Gegenrezeptes: "Wir hätten mehr mit Doppelpässen spielen müssen, aber sie haben gut zugestellt und uns das Leben schwer gemacht."
Dennoch war am Ende ein Remis drin. Doch Westermann brachte einen freien Kopfball nichts aufs Tor (81.), Løvenkrands verzog aus bester Position in der Nachspielzeit. Viele Torchancen bekommt man auf diesem Niveau nicht, das war den Schalkern schon vorher bewusst. Am Dienstagabend bekamen sie schmerzlich zu spüren, was es bedeutet, diese nicht zu nutzen.
Schalke: Neuer - Rafinha (73. Grossmüller), Westermann, Bordon, Pander - Ernst, Jones - Rakitic - Asamoah (61. Özil), Kuranyi, Altintop (73. Lövenkrands)
Valencia: Canizares - Miguel, Albiol, Helguera, Moretti - Angulo (75. Joaquin), Albelda, Marchena, Silva - Morientes (80. Arizmendi), Villa (90. Sunny)
Schiedsrichter: Jan Wegereef (Niederlande)
Tor: 0:1 Villa (63.)
Zuschauer: 53.951 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Grossmüller, Bordon - Albelda, Marchena, Moretti