Live-Ticker zum Nachlesen
Schade für die Knappen: Eine couragierte Leistung und eine tolle erste Halbzeit mit 13 Torschüssen vor 72.113 Zuschauern im Camp Nou wurden nicht belohnt. Der FC Barcelona war im Viertelfinalrückspiel cleverer, gewann durch Yaya Tourés Treffer in der 43. Minute mit 1:0 (1:0) und zog damit nach dem 1:0-Hinspielerfolg vor acht Tagen ins Halbfinale der Champions League ein.
Mirko Slomka war nach dem Schlusspfiff hin- und hergerissen. Auf der einen Seite habe er vor allem in der ersten Halbzeit ein "richtig gutes Spiel" seiner Mannschaft gesehen, in der vor dem Tor nur der "entscheidende Tick" gefehlt habe, aber auf der anderen Seite gab der Schalker Chef-Trainer auch zu: "Wir haben im Duell gegen Barcelona 90 Minuten stark gespielt, waren jedoch auch 90 Minuten nicht gut. Gegen so eine Klassemannschaft reicht das nicht."
Im Vergleich zum Hinspiel vor acht Tagen rückte der in der VELTINS-Arena gesperrte Jermaine Jones wieder in die Anfangsformation. Dafür nahm der angeschlagene Christian Pander erst einmal auf der Bank Platz. Zwar traten die Knappen wieder mit vier Mittelfeldspielern an, die jedoch diesmal in einer Raute angeordnet waren. Fabian Ernst spielte vor der Viererabwehrkette, Jermaine Jones auf der rechten Seite, Levan Kobiashvili auf links und hinter den beiden Spitzen sollte Halil Altintop das Angriffsspiel gestalten.
"Mit dieser Ordnung konnten wir Barcelona überraschen. Zudem hat die Mannschaft die richtigen Lehren aus dem Hinspiel gezogen. Wir haben sie in der ersten Halbzeit einfach nicht ins Spiel kommen lassen", analysierte Mirko Slomka, der von seinem Gegenüber Recht bekam. Frank Rijkaard gab nach dem Schlusspfiff zu: "Schalke hat uns stark unter Druck gesetzt. In der Phase hatten wir sicherlich auch Glück."
Die Knappen hatten viele Überzahlsituationen im Zentrum und trugen ihre Angriffe mit Tempo vor. Daraus resultierten eine große Anzahl von Chancen, wobei weder Altintop (2. und 7.), Gerald Asamoah (4.), Kevin Kuranyi (7., 14. und 18.), Jones (20.) noch Heiko Westermann (37.) Barca-Keeper Victor Valdés überwinden konnten. Die dickste Möglichkeit für Königsblau gab es in der 21. Minute. Nach einer Flanke von Jones rutschten sowohl Asamoah als auch Kuranyi in aussichtsreicher Position am Ball vorbei. Beleg für die Überlegenheit der Königsblauen: Sie gaben in Durchgang eins 13 Torschüsse ab - so viele wie noch kein Team in der Champions League gegen den FC Barcelona.
Die Auswahl von Frank Rijkaard hingegen tat wenig für die Attraktivität des Spiels und war meist nur durch Einzelaktionen gefährlich. Einer der wenigen Ausnahme war ein Pass von Andrés Iniesta auf Xavi, der jedoch freistehend am glänzend parienden Manuel Neuer scheiterte (12.). Als die Zuschauer bereits mit den Gedanken in der Halbzeit waren, schlug das Star-Ensemble in der 43. Minute zu. Eine scharfe Hereingabe von Bojan Krkic konnte weder von Marcelo Bordon noch Mladen Krstajic entscheidend geklärt werden, so dass Yaya Touré keine großen Probleme hatte, den Ball aus fünf Metern zum 1:0 im S04-Tor unterzubringen.
In der Situation sei man für die ausgelassenen Möglichkeiten "bestraft worden", so Slomka. "Das Gegentor war ein schwerer Nackenschlag für uns. Zumal sich Barca, wie zu erwarten war, in der zweiten Hälfte besser auf uns eingestellt hat. Dadurch hatten wir nicht mehr die klaren Möglichkeiten wie im ersten Durchgang."
Halbzeit zwei begann mit zwei Schrecksekunden für Königsblau. Erst schoss Thierry Henry völlig frei über das Tor (49.), zwei Minuten später musste Neuer mit einer Parade gegen Iniesta retten. Erst danach fanden die Königsblauen zu ihrem Spiel, allerdings ohne die Dominanz, die sie noch vor dem Seitenwechsel ausgezeichnet hatte. Altintops Schuss von der rechten Strafraumgrenze (57.) war sicherlich die gefährlichste Situation der zweiten 45 Minuten. Auf der anderen Seite war Manuel Neuer bei einem strammen Weitschuss von Xavi auf dem Posten und konnte klären (66.). Anschließend wurde es vor beiden Tore nicht mehr richtig brenzlig.
Ärgerlich neben der unglücklichen Niederlage waren auch die dritte Gelbe Karte für Rafinha, der damit im nächsten Champions-League-Spiel der Knappen gesperrt ist und die Verletzung von Levan Kobiashvili. Wegen Adduktorenproblemen musste der Georgier nach 32 Minuten den Platz verlassen. Für ihn kam Carlos Grossmüller.
Schalke: Neuer - Rafinha (77. Larsen), Bordon, Krstajic, Westermann - Ernst, Jones, Kobiashvili (32. Grossmüller) - Altintop - Asamoah (69. Sanchez), Kuranyi
Barcelona: Valdés - Zambrotta, Puyol, Thuram, Abidal - Xavi, Touré (81. Marquez), Iniesta - Eto´o, Krkic (73. Giovani), Henry (90. Gudjohnson)
Schiedsrichter: Rosetti (Italien)
Tor: 1:0 Touré (43.)
Zuschauer: 72.113
Gelbe Karten: Puyol - Rafinha, Westermann