CD Teneriffa - FC Schalke 04

CD Teneriffa - FC Schalke 04 1:0 (1:0)

Halbfinale, 8. April 1997, Estadio Heliodoro Rodriguez Lopez

CD Teneriffa: Ojeda - Llorente, Ballesteros, Mata, Gomez (81. Alexis) - Felipe, Chano, Jokanovic, Dorado - Juanele (86. Neuville), Pinilla (76. Andersson)

FC Schalke 04: Lehmann - Thon - de Kock, Linke - Eigenrauch, Nemec, Müller (81. Dooley), Anderbrügge, Büskens - Wilmots - Latal (80. Wagner)

Tor: 1:0 Felipe (6./Foulelfmeter)

Gelbe Karten: Juanele / Anderbrügge, Müller, Nemec, Linke, de Kock

Rote Karten: Dorado wegen Tätlichkeit (55.), Ojeda wegen groben Foulspiels (74.)

Schiedsrichter: David R. Elleray (England)

Zuschauer: 21.000

Zum Spiel:

Mit einer höchst unglücklichen und unverdienten 1:0-Niederlage im Gepäck kehrt der FC Schalke 04 aus Teneriffa zurück. Die ersatzgeschwächte Schalker Mannschaft wahrte damit trotzdem ihre Chance, im Rückspiel gegen die Spanier den erstmaligen Einzug in die Endspiele um den UEFA-Cup zu schaffen. Höhepunkt der Tragik in einem hektischen Spiel war sicherlich die 76. Minute, als Johan de Kock einen Foulelfmeter verschoß.

Wie schon vorher erwartet, begann das Schalker Team das Spiel mit einer verstärkten Abwehr. Huub Stevens hatte sich gegen David Wagner als Stürmer entschieden und setzte den "umfunktionierten " Latal als einzige Spitze ein. Teneriffa begann das Spiel engagiert und offensiv, hatte aber bis zur 6. Minute keine Torchance. In dieser Minute rückte dann der englische Schiedsrichter Elleray erstmal ins Rampenlicht: Juanele legte denn Ball klar mit der Hand an Olaf Thon vorbei, dieser sprintete hinter Juanele her und seine harmlose Attacke führte zu einen dramatischen Sturz von Juanele und zu einem Foulelfmeter für die Spanier. Felipe ließ sich die Chance nicht entgehen und erzielte das 1:0.

In der Folgezeit geriet das leicht geschockt wirkende Schalker Team zusehends unter Druck und wankte gelegentlich in der Abwehr doch bedenklich. Erst gegen Mitte der ersten Halbzeit konnten sich die Schalker etwas befreien und verbuchten durch einen Anderbrügge-Schuß von der Straufraumgrenze ein erste Torchance. Schalke bekam das Spiel zusehends besser in den Griff und hatte durch einige Kopfbälle und einen 25-Meter-Schuß von Nemec (!), weitere Torchancen.

Nach der Pause galt es dann zunächst wieder dem Angriffsdruck der Spanier standzuhalten, und einige Bälle verfehlten nur knapp das von Jens Lehmann gewohnt sicher gehütete Tor. Der Druck der Spanier hörte dann aber in der 55. Minute schlagartig auf, als Dorado Latal einen Ellbogencheck verpaßte und Schiedsrichter Elleray, der bis dahin wahrlich kein Freund der Schalker war, erstmals konsequent blieb und Dorado die Rote Karte zeigte.

Diese Überzahl nutzte der FC Schalke zur Freude der knapp 3000 mitgereisten Fans sofort, und begann ein konzentriertes und gut strukturiertes Aufbauspiel. Ein erster Lohn dieser Spielweise war ein Lattenkopfball von Marc Wilmots in der 63. Minute. Nur wenig später hatte Ingo Anderbrügge eine gute Schußchance von der linken Seite, doch er scheiterte an Torwart Ojeda. In der 74. Minute dann ging Marc Wilmots völlig allein auf das Teneriffa-Tor zu, wurde dann aber von Ojeda im Strafraum brutal von den Beinen geholt. Die Konsequenz war klar: Rot für den spanischen Torwart und Elfmeter für Schalke.

Zur Verwunderung vieler Schalker Fans schnappte sich nicht Anderbrügge oder Thon, sondern Johan de Kock den Ball. Nach schier endlosen Verzögerungen durch die Spanier schoß dieser dann denn Elfmeter zum Entsetzen der Schalker 2 Meter links neben das Tor. In der Schlußphaes berannten die Schalker dann beinahe verzweifelt das spanische Tor, doch immer fehlte eine Fußspitze und das letzte Quentchen Glück.

Damit ist die Ausgangsposition für das Rückspiel in 2 Wochen klar: Schalke muß auf jeden Fall mindestens 2 Tore schiessen, um weiterzukommen. Ein Unterfangen, daß angesichts der Sturmmisere nicht gerade leicht werden dürfte. Bleibt nur zu hoffen, daß Teneriffa seine Sperren-bedingten Ausfälle nicht kompensieren kann und daß die einzigartige UEFA-Cup-Stimmung im Parkstadion es doch noch möglich macht, den erstmaligen Einzug in ein europäisches Finale zu schaffen.

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