FC Schalke 04 - Club Brügge

FC Schalke 04 - Club Brügge 2:1 (1:0)

33. Runde, 3. Dezember 1996, Parkstadion Gelsenkirchen

FC Schalke 04: Lehmann - Thon - De Kock, Linke - Latal (88.Kurz), Nemec, Eigenrauch, Wilmots, Büskens - Max (52.Wagner), Mulder

FC Brügge: Verlinden - Staelens - Renier, Borkelmans (86.Danileviciuo) - Verheyen, van der Elst, Verjans, Vermant, Nielsen (74. De Coninck), Lembi - Stanic

Tore: 1:0 Martin Max (9.), 2:0 Youri Mulder (90.)

Gelbe Karten: Lembi, Stanic / De Kock(2), Thon

Zuschauer: 46.300

Zum Spiel:

Der FC Schalke 04 steht durch den 2:0 Erfolg über den Club Brügge erstmals nach 23 Jahren wieder in einem Viertelfinale eines europäischen Wettbewerbs. Die 46.300 Zuschauer sahen bei strömendem Regen und widrigen Platzverhältnissen dennoch ein hochklassiges Spiel.

Trainer Huub Stevens, der nicht mit aller Macht auf Angriff spielen wollte, zeigte dies auch in seiner Anfangsformation. Er lies Ingo Anderbrügge auf der Bank und brachte mit Yves Eigenrauch eine zusätzliche Absicherung ins Mittelfeld. "Den Ingo kann ich immer bringen, wenn es nochmal eng werden sollte, außerdem haben wir 90 Minuten Zeit, ein Tor zu machen..."

Martin Max, zu Zeit in bestechender Form, wollte allerdings nicht so lange warten. Schon in der 9.Minute setzte sich Wilmots gleich gegen drei Gegenspieler durch und konnte den Ball im Fallen noch auf Martin Max legen, der seine erste Chance direkt verwertete. Ein Start nach Mass, der das Stadion zum kochen brachte, auch wenn die Wetterverhätnisse nicht dazu beitrugen.

In der Folgezeit gab Schalke das Zepter nicht aus der Hand, sondern machte weiter Druck nach vorne. Hinten stand die Abwehr sehr sicher und man konnte sich durch Wilmots (Freistoss) und Mulder (Kopfball) weitere gute Chancen herausspielen. Nach 30 Minuten hatte Jens Lehmann den ersten Ball zu halten, der aber eher eine verunglückte Flanke war.

Die Schalker hatten das Spiel voll im Griff und erspielten sich klare Feldvorteile. So kam es immer wieder zu brenzlichen Situationen im Belgischen Strafraum, aber Torwart Verlinden behielt bei einer Chance von Latal und in einem Strafraum-Grangel die Übersicht. Auch das Eckballverhältnis von 9:1 drückte die klare Schalker Überlegenheit aus.

Brügge hatte bis dahin keine Torchance und das sollte sich auch in der Zweiten Halbzeit fortsetzen. Jedoch stand das Spiel wegen des 1:2 aus dem Hinspiel immmer auf des Messers Schneide. Ein Tor der Belgier hätte genügt und alles wäre wohl vorbei gewesen.

Diese Gedankengänge spielten dann auch in der Zweiten Halbzeit eine Rolle, in der sich die Blauen noch mehr auf die ohnehin schon sichere Defensivarbeit beschränkten. Herrausragend waren dabei Libero Olaf Thon und der glänzend aufgelegte Yves Eigenrauch, an dem kein Belgier vorbei kam. Aber auch Johan de Kock und Thomas Linke hatten ihre Gegner voll im Griff.

Pech für die Königsblauen dann nach 52.Minuten, als Martin Max mit einer Zerrung ausgewechselt werden mußte, bis dahin aber sehr stark spielte. Umso erfreulicher, daß David Wagner sich nahtlos in das Spiel einband und eine engagierte Leistung zeigte.

Das "Zu Null" war dann auch der Schlüssel zum Sieg und umso größer war die Freude, als Youri Mulder in der 90.Minute nach Freistoß von Wilmots zum 2:0 einköpfte. Da der Schiedsrichter noch ca.4 Minuten nachspielen lies, folgte der Jubel-Orkan etwas verspätet, aber dann umso heftiger. Fans, Spieler und Verantwortliche lagen sich in den Armen und feierten den wohl größten Erfolg seit 23 Jahren.

"Das ist Schalke" - freute sich Trainer Huub Stevens nach dem Spiel - "nicht nur die Mannschaft und der ganze Stab, sondern die Leute hier draußen haben einen wesentlichen Anteil an unserem Erfolg". Auch Youri Mulder war von den Zuschauern begeistert, die noch lange nach dem Spiel auf ihren Plätzen blieben und die Sieger feierten: "Das ist Wahnsinn, es regnet in Strömen aber keiner geht nach Hause".

Nach dem Ausscheiden des KSC und des HSV ist der FC Schalke 04 nun die einzig verbliebene deutsche Mannschaft im UEFA-Cup Viertelfinale, daß im März ausgetragen wird. "Wir sind weiter !!!" stand in großen Lettern auf der Anzeigetafel. Was dieser Erfolg aber wirklich bedeutet, kann man wohl mit Worten nicht beschreiben. Man brauchte sich aber nur die Gesichter von Spielern, Funktionären und Fans abzulesen, umzu begreifen, was ganz SCHALKE an diesem Abend erreicht hatte.

Treffend meinte doch Rudi Assauer vor dem Spiel: "Das wird nicht das Spiel des Jahres, da haben wir schon dutzende gehabt, dies wird das Spiel des nächsten Jahres werden." Freuen wir uns auf eine blau-weiße Zukunft...

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