FC Schalke 04 - Roda JC Kerkrade

FC Schalke 04 - Roda JC Kerkrade 3:0 (2:0)

1. Runde, 10. September 1996, Parkstadion Gelsenkirchen

FC Schalke 04: Lehmann - Eigenrauch, Thon (75. Dooley), Müller - Latal (83. Held), Wilmots, Nemec, Anderbrügge, Büskens - Max, Mulder (34. Linke)

Roda JC Kerkrade: Hesp - Senden, Ooyer, Roelofsen, Trots - Van der Luer(86.Schops), Doomernik, Van Hoogdalem, Van der Heyden(80.Obdam) - Sibom, Vurens(53.Van Houdt)

Tore: 1:0 Wilmots (8.), 2:0 Mulder (14.), 3:0 Anderbrügge (75.)

Gelbe Karten: Held - Ooijer

Gelb-Rote Karte: Doomernik (76.)

Zuschauer: 50.061

Zum Spiel:

Der FC Schalke 04 feierte mit einem Traumstart sein Comeback auf der europäischen Fußballbühne. Mit einem hochverdienten 3:0 gegen den Niederländischen Vierten Roda JC Kerkrade setzten die Königsblauen den Grundstein zum Einzug in die nächste Runde.

Selten war im Parkstadion von Beginn an solch eine Stimmung, wie am gestrigen Abend, was aber nicht verwundert, haben doch alle 19 Jahre auf dieses Spiel gewartet.

Trainer Berger konnte auf Marc Wilmots zurückgreifen und brachte auch Mike Büskens auf der Linken Seite. Thomas Linke blieb zunächst auf der Bank, auch weil Kerkrade nur mit einer echten Spitze agierte.

Die Stimmung im Stadion schwappte auf das Spielfeld über. Von Beginn an war bei den Schalkern nichts von Nervosität zu spüren - im Gegenteil: eine solch starke Anfangsphase hat man selten von den Blauen gesehen.

Besonders Marc Wilmots, der gar nicht zu bremsen war und diesmal zunächst hinter den Spitzen agierte, stellte ein ums andere Mal seine Gefährlichkeit unter Beweis. Er war es auch der nach 5 Minuten mit einem herrlichen Drehschuß die erste Chance des Spiels hatte.

Nach 7 Minuten dann die vielumjubelte Führung des S04. Latal ging rechts durch, flankte auf den kurzen Pfosten und Marc Wilmots brachte den Ball mit einem Flugkopfball über die Linie. Das erste Schalker Tor im Europapokal nach 19jähriger Wartezeit.

Die Führung war natürlich ganz nach dem Geschmack der Fans und des Teams. Der Druck wurde sogar noch erhöht und nach einem Eckball von Anderbrügge kam wiederum Wilmots per Kopf an den Ball. Torhüter Hesp konnte den Ball zwar abwehren, jedoch gelangte dieser direkt vor die Füsse von Youri Mulder, der keine Probleme hatte, den Ball zu versenken.

2:0 - das war schon nach 14 Minuten mehr, als sich die kühnsten Träumer vorher erhofft hatten. Die Mannschaft wurde jedoch nicht leichtsinnig, sondern spielte ihr Konzept weiterhin konzentriert durch. Kerkrade kam im Laufe der ersten Halbzeit dann zu zwei Chancen (verfehlter Kopfball und Schuß über die Querlatte) - die die einzigen des Spiels bleiben sollten.

Nach 34.Minuten mußte Trainer Berger dann umstellen: Youri Mulder mußte mit einer offenen Wunde am Knie ausscheiden und Marc Wilmots ging in die Spitze. Mit Thomas Linke kam ein Abwehrspieler, was schon die Taktik der folgenden zweiten Halbzeit zeigte. "Wir wollten auf jeden Fall zu Null spielen und nachher noch ein Tor schiessen", so Libero Olaf Thon.

Schalke zog sich in der Folgezeit etwas in die eigene Hälfte zurück und lies Kerkrade das Spiel machen, womit diese offensichtlich große Probleme hatten.

Immer wieder gabe es Gelegenheit zu schnellen Schalker Kontern, meist über die rechte Seite, wo Radek Latal mit seiner Leistung an seine starke EM anknüpfte. Besonders Martin Max hatte aber kein Glück im Abschluß und auch Wilmots merkte man an, daß er für die Mannschaft effektiver ist, wenn er von hinten heraus spielen kann.

In der 75.Minute konnte dann Ingo Anderbrügge mit einem Fernschuß, der von Wilmots noch leicht abgefälcht wurde, das hochverdiente 3:0 erzielen, was exakt die Schalker Überlegenheit in diesem Spiel ausdrückt.

Im Großen und Ganzen ein hervoragender Auftakt für den S04, den man nun in 14 Tagen im Kaalheide-Stadion in Kerkrade mit dem Einzug in die zweite Runde krönen sollte. "Wenn wir das noch vergeigen, dann sind wir es selber Schuld", gab sich Berger kurz nach dem Spiel optimistisch, um aber nachher in der Pressekonferenz anzudeuten, daß die Partie erstmal gespielt werden muß. "Aber", so der Erfolgscoach, "es liegt einzig allein noch an uns, ob wir die nächste Runde erreichen."

Youri Mulder, dessen Knie nach dem Spiel stark geschwollen war - weshalb noch nicht klar ist, ob auch die Bänder geschädigt sind - betonte aber, daß die Mannschaft nun keineswegs überheblich werden würde und erinnerte an die letzte Saison: "...da hatten wir 5 Siege hintereinander und waren bei jedem Spiel gleich konzentriert. Wären wir da übermütig geworden, hätten wir sofort verloren..."

Die Fans, bei denen sich Berger zu allererst für die hervoragende Unterstützung "von der ersten Minute an" bedankte, waren aus dem Häusschen und ganz Schalke feierte eine BLAU-WEISSE Nacht, die sicherlich noch allen lange in Erinnerung bleiben wird.

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