2. Runde, 15. Oktober 1996, Parkstadion Gelsenkirchen
FC Schalke 04: Lehmann - Müller, Thon, Linke - Latal (62. Weidemann), Wilmots, Nemec, Anderbrügge, Dooley - Max, Mulder
Trabzonspor: Nihat - Ogün - Iskender, Osman - Mehmet, Nemsadze, Tolunay, Ünal, Abdullah - Fatih, Orhan(75. Hasan)
Tore: 1:0 Martin Max (77.)
Gelbe Karten: Müller, Mulder / Osman, Ogün, Abdullah, Ünal
Zuschauer: 51.100 (ausverkauft)
Martin Max erlöste in der 77.Minute die ganze Schalker Fußballwelt und schaffte mit dem 1:0 eine halbwegs günstige Ausgangspostion für das Rückspiel am Schwarzen Meer.
Trainer Stevens konnte überraschenderweise nun doch auf Andreas Müller zurückgreifen, der dann auch Manndecker spielte und eine sehr starke Leistung bot.
Auch Marc Wilmots stand, trotz leichtem Trainingsrückstand, in der Anfangsformation.
Nach vier Niederlagen in Folge in der Bundesliga und im DFB-Pokal begann Schalke natürlich dementsprechend vorsichtig und wollte das Spiel von hinten heraus kontrollieren. Schon nach 2 Minuten jedoch hätte der Schuß nach hinten losgehen können, aber Orhan zeigte freistehend vor Torhüter Lehmann Nerven zeigte und traf den Ball nicht richtig.
Von dort an bekam Schalke das Spiel jedoch besser in den Griff, auch weil man die Zweikäpfe annahm und die sehr gut kombinierenden Türken so nie ins Spiel fanden.
Die Blauen bekamen ein Übergewicht und hatten durch Anderbrügge(8.), Wilmots(35.) und Mulder(43.) gute Möglichkeiten zur Führung, scheiterten aber an Torhüter Nihat.
Die 51.100 Zuschauer im ausverkauften Stadion - zur Hälfte waren es wohl türkische Fans - forderten zuvor in beiden Lagern Elfmeter. Zunächst als Schalke-Torhüter Lehmann den agilen Ünal zu Fall brachte (24.) und dann als Dooley auf der Gegenseite von Iskender hart bedrängt wurde (29.).
Nach dem Seitenwechsel verschärften die Schalker noch einmal das Tempo, so daß ihr Übergewicht noch größer wurde. Trabzonspor wurde teilweise eingeschnürt und auch nun sprangen große Chancen heraus:
In der 49. Minute hatte erneut der überragende Anderbrügge Pech, daß sein 18-Meter-Freistoß nur an die Latte knallte. In der Folgezeit scheiterten Wilmots (53.) und Mulder (57.) mit Kopfball- Chancen, ehe Stevens mit Weidemann für den indisponierten Latal eine weitere Offensivkraft brachte.
Nun kam eigentlich die Zeit, in der die Blauen in der Bundesliga kräftemässig etwas abbauen, was aber diesmal ganz und gar nicht der Fall war, eher im Gegenteil. Schalke nutzte die kraftraubende Spielweise der Türken, die jedem Ball hinterherliefen, zum entscheidenden 1:0. Martin Max köpfte eine Flanke von Jiri Nemec ins kurze Eck ein und das Parkstadion stand Kopf. Dachte man während der Begegnung aufgrund der frenetischen Anfeuerung der türkischen Fans eher an ein Auswärtsspiel, so war seit diesem Zeitpunkt das Parkstadion wieder völlig in Blau-Weißer Hand.
Überhaupt muß man den Zuschauern beider Lager ein Kompliment machen, für diesen tollen und vorbildlichen Fußballabend. Dies betonten dann auch beide Trainer auf der Pressekonferenz. Zudem meinte Coach Huub Stevens: "Ich bin vor allen Dingen mit dem "zu null" zufrieden - und wir haben gewonnen. Auch auswärts werden wir unsere Chance haben. Ich glaube, daß das Publikum dieses Spiel genossen hat."
Während Olaf Thon dem Rückspiel eher skeptisch entgegen sieht, stellt Jens Lehmann eine ganz andere Theorie auf: "Sie haben mich als Auswärtsmannschaft überzeugt, weil sie gut gekontert haben und sicher in der Abwehr standen. Doch trotzdem haben wir gewonnen. Nun muß Trabzon erstmal zeigen, daß sie auch selbst das Spiel gestalten können."
Die Ausgangslage ist wahrlich nicht schlecht und das Spiel in der "Hölle von Trabzon" wird sicherlich der Knaller werden, den sich die Schalker Fans erhoffen.