FC Schalke 04 - Valencia CF

FC Schalke 04 - Valencia CF 2:0 (1:0)

Viertelfinale, 4. März 1997, Parkstadion Gelsenkirchen

FC Schalke 04: Lehmann - Thon - Eigenrauch, Linke - Latal, Nemec, Müller, Wilmots, Büskens - Max, Mulder

Valencia CF: Bartual - Otero, Caceres, Engonga, Romero - Karpin, Jose Ignacio, Fernando, Poyatos - Leandro (77. Galvez), Lopez (46. Moya)

Tore: 1:0 Thomas Linke (43.), 2:0 Marc Wilmots (82.)

Gelbe Karten: Wilmots(2), Linke(2) - Engonga

Zuschauer: 56.824 (ausverkauft)

Zum Spiel: Königsblaue Fiesta im Parkstadion

Mit einem verdienten aber schwer erkämpften 2:0 Erfolg konnte sich der FC Schalke 04 gegen den spanischen Vizemeister CF Valencia durchsetzen und hat damit eine hervorragende Ausgangsposition für das Erreichen des Halbfinales gelegt.

"Wir müssen auf jeden Fall zu Null spielen", hatte Schalkes Trainer Stevens gefordert. Doch dieses Vorhaben wäre beinahe schon nach 120 Sekunden durchkreuzt worden, als den "Königsblauen" der Atem stockte. Nach mustergültigem Doppelpaß mit Fernando knallte der Brasilianer Leandro den Ball an die Lattenunterkante des Schalker Tores. Beim anschließenden Kopfball des nachsetzenden Leandro rettete Linke für seinen Keeper Lehmann auf der Linie.

Geschockt von diesem Auftakt, fand Schalke in den ersten 20 Minuten gar nicht den Rythmus und sah sich sicheren Kombinationen und schnellem Direktspiel der Spanier gegenüber. Dann jedoch stellten sich die Blauen besser auf das technisch gekonnte Spiel der Spanier ein und legten allen Respekt ab. Mit Hilfe der enthusiastischen Zuschauer, die eine südländische Athmosphäre verbreiteten, konnten sich die Schalker vom Druck befreien und erspielten sich einige sehr gute Möglichkeiten. So scheiterte zunächst der laufstarke Jiri Nemec an Torwart Bartual, als er im 16m-Raum zu weit abgedrängt wurde.

Noch druckvoller gestaltete sich das Schalker Angriffsspiel, wenn sich Libero Thon - meist über die rechte Seite - über die Mittellinie wagte. In der 28. Minute verpaßten Max und Mulder eine Flanke ihres Kapitäns im Fünf-Meter-Raum um Haaresbreite. Thon war auch Ausgangspunkt des Schalker Führungstores kurz vor der Halbzeit. Einen hoch hereingeschlagenen Freistoß des Liberos köpfte Linke (44.) wuchtig ins Tor des spanischen Vizemeisters.

Auch in der zweiten Halbzeit war das Spiel sehr vom Kampf geprägt, so daß Torchancen auf beiden Seiten eher eine Seltenheit waren. Dennoch konnten sich die Blauen aufgrund ihrer läuferischen Überlegenheit ein Plus an Spielanteilen erkämpfen. So hatten dann Max mit einem Fernschuß und Mulder mit einem Kopfball die einzigen Chancen gegen die gut agierende spanische Viererkette.

Als sich alles schon mit dem 1:0 angefreundet hatte, startete Schalke einen tollen Angriff über die rechte Seite. Einen langen Paß von Latal leitete Max geschickt per Kopf an Nemec weiter, der fast von der Außenlinie den Ball genau auf den haranstürmenden Wilmots spielte - 2:0 durch einen der besten Schalker an diesem Abend.

Nicht nur das Ergebnis freute dann auch Trainer Huub Stevens: "Wir sind froh, dieses Spiel gewonnen zu haben, aber wir haben erst den halben Weg geschafft. Ich freue mich besonders über Wilmots' Tor zum 2:0, denn diese Situation haben wir die ganze Woche über im Training geübt."

Neben Marc Wilmots sind vor allen Dingen der herausragende Libero Olaf Thon und Mike Büskens zu erwähnen, der Karpin auf der rechten Seite nie ins Spiel finden lies. Thon war aber auch selbstkritisch nach dem Spiel: "Wenn Valencia in der zweiten Minute das Führungstor gelungen wäre, wäre es für uns sehr schwer geworden. Mit unserem Willen und unserer Kraft haben wir diesen Sieg geschafft. Trotzdem wird es in Valencia sehr schwer werden." Dagegen sieht Matchwinner Thomas Linke im 2:0 eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel in 14 Tagen im Mestalla-Stadion.

Schalke konnte auch gegen den CF Valencia seine "weiße Weste" in den UEFA-Cup Heimspielen behaupten und steht dicht vor dem größten Erfolg seit 27 Jahren, als man zum letzten Male ein Halbfinale eines europäischen Wettbewerbs erreichen konnte. Einziger Wermutstropfen in den Freudenbecher: Wilmots und Linke sahen die zweite gelbe Karte im Wettbewerb und müssen im Rückspiel beim Erstrunden-Bezwinger des FC Bayern München pausieren. Dennoch dürfen 2.100 Schalker Fans und Millionen an den Bildschirmen in 14 Tagen auf einen erneuten Husarenstreich des letzten Mohikaners im UEFA-Cup hoffen.

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