FC Schalke 04 - RSC Anderlecht

FC Schalke 04 - RSC Anderlecht 1:0 (1:0)

2. Runde, 21.Oktober 1997, Parkstadion Gelsenkirchen

FC Schalke 04: Lehmann - Linke, Thon, de Kock - Latal, Van Hoogdalem, Wilmots, Nemec, Anderbrügge (74. Büskens) - Eijkelkamp, Goossens (81.Max)

Anderlecht: Milojevic - Doll, Katana, Johnson - Peiremans, Zetterberg, Dheedene, Selymes, Goor - Iachtschuk (87. Stoica), Debbah

Tore: 1:0 Thon (18.)

Gelbe Karten: Nemec / Selymes, Johnson

Schiedsrichter: Corroado (Portugal)

Zuschauer: 56.240 (ausverkauft)

Zum Spiel:

Ein hartes Stück Arbeit hat der FC Schalke 04 hinter sich gebracht und dennoch die weiße Weste in UEFA-Cup Heimspielen bewahrt. Der Titelverteidiger setzte sich in einem eher durchschnittlichen Spiel mit 1:0 gegen den belgischen Rekordmeister RSC Anderlecht durch.

Trainer Stevens, der wie Beobachter Klaus Fichtel vor den starken Belgiern warnte, setzte dennoch in seiner Aufstellung auf Offensive, denn er brachte auf der linken Seite Ingo Anderbrügge für Mike Büskens. Zudem kehrte Marco van Hoogdalem nach seiner Pause ins Team zurück und nahm den Platz von Oliver Held ein.

Die verstärkten Angriffsbemühungen wurde von Beginn an auf dem Platz deutlich und die Schalker erspielten sich ein klares Übergewicht. Angetrieben vom überragenden Libero Olaf Thon konnten sich die Blauen immer wieder gute Chancen erspielen.

Bereits in der 6. Minute hatten sie die Führung auf dem Fuß, als Eijkelkamp nach einem Zuspiel von Wilmots einen Schritt zu spät kam. Auch in der Folgezeit sah sich der belgische Tabellen-Elfte permanentem Druck ausgesetzt, dem er bereits nach 18 Minuten nicht mehr standhielt. Jiri Nemec spielte Marc Wilmots am 16er an, der direkt auf Olaf Thon weiterleitete, dieser war geschickt in den Strafraum eingedrungen und ließ Torwart Milojevic mit einem plazierten Flachschuß keine Abwehrchance. Die Belgier schienen geschockt und Schalke wollte direkt nachlegen.

Als Goossens in der 22. Minute mit einem fulminanten Schuß an RSC-Torhüter Milojevic scheiterte, war es aber zunächst mit der Schalker Überlegenheit vorbei.

Anstatt weiterhin auf das zweite Tor zu drängen, beschränkte sich die Stevens-Elf darauf, die harmlosen Belgier in Schach zu halten. Zwei halbherzige Chancen durch Latal (28.) und Wilmots (38.) - mehr brachte Schalke im Angriff bis zur Pause nicht zustande. Am Ende mußte der Cup-Verteidiger noch um die Pausenführung froh sein, denn Sekunden vor der Halbzeit hatte der Georgier Iatschuk plötzlich freie Schußbahn, scheiterte aber mit dem Versuch eines Hebers am fehlerfreien Lehmann.

Nach dem Seitenwechsel gelang es den Schalkern nicht, den verlorenen Faden wieder aufzunehmen und die spielerische Linie wiederzufinden. Vieles blieb Stückwerk, meist verpufften die Aktionen in der vielbeinigen Abwehr des RSC, die fast ständig mit 11 Spielern in der eigenen Hälfte agierten, aber einige gefährliche Konter fuhren.

So bewahrte Lehmann seine Farben nach einem fulminanten Schuß des starken Libero Katana in der 53. Minute mit einer Glanzparade vor dem Ausgleich. In der 71. Minute landete ein Kopfball von Doll gar nur am Schalker Pfosten, und drei Minuten später verfehlte Johnson nach Hereingabe von Selymes nur um Zentimeter das Ziel.

Schalke indes kam kaum noch gefährlich vor das Tor der Belgier. Die besten Szenen hatte der Gastgeber in der 68. Minute, als zunächst Rene Eijkelkamp knapp neben den Winkel schoß und anschließend auch Wilmots per Kopfball sein Ziel verfehlte. Weil Mulder wegen einem erneut geschwollenen Knie nicht zur Verfügung stand - bis Freitag sollte er aber wieder fit sein, wechselte Stevens in der Schlußphase Max für Goossens ein, doch auch der lange verletzte Stürmer konnte nicht mehr für das beruhigendere 2:0 sorgen.

Matchwinner Olaf Thon bemerkte nach dem Spiel, daß man nicht das Fußballspiel gezeigt habe, was man sich eigentlich vorgenommen hatte. Dennoch solle man zufrieden sein, da es diesmal auch leicht zu einem Gegentor kommen konnte.

Trainer Huub Stevens war dennoch zufrieden mit seinen Mannen: "Wir hätten zwar eigentlich noch das zweite oder sogar dritte Tor machen können, aber im Endeffekt müssen wir zufrieden sein - ganz wichtig ist wie so häufig, das hinten die Null gehalten wurde. Wie ich immer sage ist jetzt erst Halbzeit und wir Führen vor dem Rückspiel 1:0 - da ist alles möglich."

Erinnert man sich an die erfolgreiche letzte UEFA-Cup Saison, so haben auch 1:0 Heimsiege letztendlich zum Weiterkommen gereicht. Mit der Unterstützung von über 5000 Schalker Anhängern geht man nun in 14 Tagen erhobenen Hauptes in das Rückspiel, das sicherlich einiges an Spannung bringen wird.

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