3. Runde, 9. Dezember 1997, Parkstadion Gelsenkirchen
FC Schalke 04: Lehmann - Thon - de Kock, Linke - Held (67. Müller), Nemec, van Hoogdalem, Büskens - Wilmots (77. Anfang) - Eijkelkamp (82. Kliouev), Max
Sporting Braga: Wozniak - Ze Nuno, Sergio, Idalecio, Lino - Mozer (49. Rui Guerreiro), Bruno, Rodrigao, Baltasar (69. Formoso) - Karoglan, Toni (66. Prokopenko)
Tore: 1:0 Max (46.), 2:0 Eijkelkamp (63.)
Rote Karten: Ze Nuno (41./Notbremse)
Gelbe Karten: Eijkelkamp, Thon - Mozer, Idalecio, Rodrigao, Baltasar
Schiedsrichter: Manuel Diaz Vega (Spanien)
Zuschauer: 56.824 (ausvrkauft)
Der Titelverteidiger überwintert im UEFA-Cup und hat das großartige Fußballjahr 1997 mit dem Einzug in das Viertelfinale der letzten acht gekrönt. Mit einem hochverdienten 2:0 Erfolg gegen Sporting Braga bleibt der FC Schalke 04 auch im neunten Heimspiel in Folge im UEFA-Cup ohne Gegentor (840 Minuten).
Trainer Stevens konnte mit Nemec, Eijkelkamp und Linke drei der vier angeschlagenen Spieler aufbieten und mußte lediglich auf Radek Latal verzichten, der durch Oliver Held auf der rechten Seite ersetzt wurde.
Der Erfolg im 49. Europacup-Spiel wurde mit Geduld gegen zehn Portugiesen erkämpft. Bereits in der 41. Minute sah Ze Nuno nach einer Notbremse die "Rote Karte". Aber der spanische Schiedsrichter Manuel Diaz Vega stellte "den Falschen" vom Platz, denn das Foul hatte Sergio begangen.
Gegen die technisch starken Portugiesen kam der Titelverteidiger zunächst nur schwer auf Touren. Dennoch war schon vor der Pause die Führung möglich: Nach einem Traumpaß von Eijkelkamp traf Mittelstürmer Max aus 16 Metern nur die Latte. Und Marc Wilmots scheiterte mit einem 20-m-Schuß am polnischen Nationaltorwart Andrzej Wozniak, wurde zudem schon in der Anfangsphase elfmeterreif gefoult - doch der Pfiff blieb aus.
Schon kurz vor der Pause versuchte Schalke die numerische Überlegenheit in Tore umzumünzen und setzte sich lange in der Porugiesischen Hälfte fest. Die 56.824 Fans im wieder einmal ausverkauften Parkstadion mußten aber bis kurz nach Wiederanpfiff warten, ehe Martin Max mit einem strammen Flachschuß - nach toller Vorarbeit von Mike Büskens - die lange ersehnte Führung brachte. Schon 35 Sekunden nach Wiederanpfiff zappelte der Ball im Netz und der Jubel kannte keine Grenzen.
Nach der schnellen Führung im zweiten Durchgang spielte Schalke routiniert weiter und erkannte die Gefahr eines Möglichen Kontertores. Aber die im Angriff harmlosen Portugiesen brachten die Blauen nur sehr selten in Gefahr. Als der sehr starke Eijkelkamp nach einer bravourösen Einzelleistung das 2:0 erzielt hatte, war die Entscheidung gefallen und die Zuschauer feierten die Königsblauen überschwenglich. Schalke beherrschte von da an den Gegner nach belieben, spielte die Überzahl klug aus und hätte durchaus noch höher gewinnen können. Erinnert sei z.B. an den herrlichen Fallrückzieher von Marc Wilmots oder die Riesen Kopfballchance von Martin Max.
Huub Stevens wechselte mit Wilmots, Eijkelkamp und Held dann dreimal aus und ließ besonders dem Publikumsliebling aus den Niederlanden seinen Abgang genießen. Auch Martin Max war sehr Zweikampfstark und beweglich und nicht nur wegen seines Treffers einer der Besten. Im Mittelfeld war Jiri Nemec trotz seiner Wadenprobleme der Herr im Hause und konnte so manchen Ball erobern.
Trainer Huub Stevens meinte nach dem Spiel: "Wir haben unsere Chancen in der ersten Halbzeit nicht genutzt. In der zweiten hat es dann besser geklappt." - ich freue mich, daß wir unser Ziel erreicht haben und nun im Viertelfinale stehen.
Olaf Thon schlug in die gleiche Kerbe: "Wir haben uns schwer getan. Wir hätten nicht gedacht, daß wir so viele Probleme haben werden. Die Portugiesen haben taktisch gut gespielt, in der zweiten Halbzeit haben wir uns besser darauf eingestellt. Wir freuen uns, daß der Trainer verlängert hat. Und in der nächsten Runde hätte ich gerne Inter Mailand oder Ajax Amsterdam als Gegner."
Alle Schalker dürfen sich nun auch 1998 auf tolle Europapokalspiele freuen und mit einem stolzen Gefühl die Festtage begehen. Doch zunächst heißt es noch 14 Tage Liga-Alltag, wobei jeder wohl versteht, daß Spiele gegen Duisburg und Dortmund nicht so ganz alltäglich sind.
Wie sangen die freudetrunkenen Fans so passend: "Wir sind stolz auf unser Team - FC Schalke !"