HNK Hajduk Split - FC Schalke 04

HNK Hajduk Split - FC Schalke 04 2:3 (2:1)

1. Runde, 30. September 1997, Stadion "Poljud" in Split

Hajduk: Gabric - Tudor - Sedlowski, Jozinovic - Bulat, Vulic, Mise (81.Dalic), Racunica, Mujdza (46.Sarr) - Vucko, Erceg (71.Leko)

FC Schalke 04: Lehmann - Müller - de Kock, Linke - Latal, Nemec (71. Anderbrügge), Wilmots (78.Kliouev), Held (58. Van Hoogdalem), Büskens - Goossens, Eijkelkamp

Tore: 1:0 Vulic (20.), 1:1 Wilmots (21.), 2:1 Racunica (34.), 2:2 Eijkelkamp (68.), 2:3 Eijkelkamp (73.)

Gelbe Karten: - / De Kock, Nemec

Gelb-Rote Karte: Jozinovic (57. wegen wiederholtem Foulspiel)

Zuschauer: 18.000

Schiedsrichter: Pierliugi Pairetto (Italien)

Zum Spiel:

Der Titelverteidiger ist weiterhin im Rennen: mit einer soliden Leistung setzte sich der FC Schalke 04 auch im Hexenkessel des Poljud-Stadions von Split durch und konnte das Spiel gegen Hajduk Split nach hartem Kampf sogar noch mit 3:2 für sich entscheiden.

Trainer Huub Stevens mußte dabei kurzfristig seine Mannschaft umbauen, da es bei Marco van Hoogdalem nicht für einen Einsatz von Beginn an gereicht hatte. Oliver Held übernahm - wie schon zuletzt in München - seine Position im zentralen defensiven Mittelfeld und hatte dort eine Menge zu tun.

Die Drangphase des kroatischen Tabellenführers begann schon in den ersten Minuten und die Abwehr um Libero Andreas Müller hatte alle Hände voll zu tun. Olli Held mußte in der 10.Minute zusehen, wie sein Gegenspieler an Jens Lehmann scheiterte, 2 Minuten später hatte der Kieler selbst die Führung auf dem Fuß, konnte den Keeper aber ebenfalls nicht bezwingen.

Die Mittelfeldspieler der Kroaten rückten immer wieder geschickt nach, so daß die Blauen ganz schön auf der Hut sein mußten. So war es dann auch in der 20.Minute passiert: aus dem Mittelfeld setzte sich Vulic geschickt durch, hängte mit einer geschickten Körpertäuschung Andi Müller ab und der Ball sprang nach Wilmots Presschlag unhaltbar für Jens Lehmann ins Netz. Gerade das wollten die Schalker verhindern, aber schon nach 20 Minuten stand man mit dem Rücken zur Wand.

Überraschenderweise gelang jedoch im direkten Gegenzug dem besten Schalker Europapokal-Schützen Marc Wilmots nach einem Traumpaß von Jiri Nemec das ersehnte Auswärtstor. Ganz wichtig dieser Treffer, brachte er doch ein wenig Ruhe in den Schalker Spielaufbau.

Split gab sich jedoch noch nicht geschlagen und kam schon nach 34.Minuten mit einem unhaltbaren Freistoß in den Winkel - De Kock hatte Vucko umgerissen - zur 2:1 Führung, die wieder Hoffung für die gegenüber dem Hinspiel erstaunlich starken Kroaten brachte.

Ein wenig erinnerte das Szenario an die letztjährige Zweirundenpartie in Trabzon, und so warnte dann auch Manager Rudi Assauer zur Pause, daß man noch schwere 45 Minuten zu überstehen hat und die Sache noch lange nicht gegessen sei.

Schon zwei Minuten nach der Pause hätte er recht behalten können, als der starke Thomas Linke in seiner einzigen brenzligen Szene den zur Pause eingewechselten Sarr im Strafraum zu Fall brachte. Der ansonsten starke Schiedsrichter Pairetto sah hierbei jedoch kein Foul und ließ weiterspielen.

Nach dieser Szene bekamen die Schalker das Spiel besser in den Griff und ließen keine weiteren gefährlichen Aktionen der Hausherren zu. Die spielentscheidende Szene gab es dann wohl in der 57. Minute, als Jozinuvic rüde gegen Olli Held einstieg und diesen schwer an der Achillessehne verletzte. Die Gelb-Rote Karte war mehr als berechtigt und Schalke konnte die zahlenmässige Überlegenhheit dann auch auf das Spiel übertragen.

Man zog sich zurück, um dann in gekonnten Gegenzügen die Split-Abwehr zu überlisten. Nicht von ungefähr kam es dann in der 68.Minute durch Rene Eijkelkamp zum verdienten 2:2 Ausgleich und nur 5 Minuten später köpfte der lange Holländer nach Flanke von Micha Goossens sogar noch den 3:2 Siegtreffer und krönte mit seinen beiden ersten Toren für Königsblau seine starke Leistung an diesem Nachmittag.

Neben Linke und Eijkelkamp muß auf jeden Fall "Mr.Europacup" Marc Wilmots erwähnt werden, dessen Formkurve weiterhin steil nach oben zeigt und der nach dem 2:2 wegen seiner Knieprobleme zur Schonung ausgewechselt wurde: "Die Qualifikation ist geschafft und wir haben Samstag gegen Hertha ein schweres Spiel - wir können heute alle zufrieden sein." sagte er.

Auch Coach Huub Stevens zog ein positives Fazit. "Wenn man gegen eine so starke Mannschaft zweimal gewinnt, muß man zufrieden sein. Wir haben allerdings erst in der zweiten Halbzeit zu unserem Spiel gefunden", erklärte der Niederländer.

Der zweifache Torschütze Rene Eijkelkamp fand, daß man die Tore genau zur richtigen Zeit erzielt hat und das es der erwartet schwere Gang mit einigen harten Zweikämpfen war - dennoch sei man verdient weitergekommen.

Der FC Schalke 04 setzt damit seine beeindruckende Serie im UEFA-Pokal fort und hat nun auch im Herbst 1997 weitere tolle Europapokal-Abende geplant...

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