FC Schalke 04 - SK Slavia Prag

FC Schalke 04 - SK Slavia Prag 1:0 (1:0)

1. Runde, 15. September 1998, Parkstadion Gelsenkirchen

FC Schalke 04: Schober - Müller - de Kock, Eigenrauch - Latal(70. Van Hoogdalem), Kmetsch, Nemec, van Kerckhoven - Wilmots(71. Mulder) - Eijkelkamp(81.Büskens), Max

Slavia Prag: Cerny - Kozel, Labant, Petrous, Lerch - Ulich(78. Kuchar), Horvath, Dorstalek, Skala - Vagner, Kucera(74. Adippe)

Tor: 1:0 Wilmots (40.)

Gelbe Karte: - / Horvath

Schiedsrichter: Terje Hauge (Norwegen)

Zuschauer: 53.600

Zum Spiel:

Der FC Schalke 04 hat in der ersten Runde seines "Lieblings-Wettbewerbes" UEFA-Cup seine "Zu-Null-Strategie" in die Tat umgesetzt und die Erfolgsserie der letzten beiden Jahre fortsetzen können. Allerdings war das 1:0 (1:0) gegen den zwölfmaligen tschechischen Meister Slavia Prag ein hartes Stück Arbeit, welches besonders in den zweiten 45 Minuten in Gefahr geriet.

Vor 53.600 Zuschauern im fast ausverkauften Parkstadion boten die Schalker, die ohne den verletzten Olaf Thon antreten mußten, eine kämpferisch tadellose, spielerisch aber nur in der ersten Halbzeit überzeugende Vorstellung.

Olaf Thon saß wegen einer Oberschenkelverletzung, die er sich am Samstag gegen den 1. FC Nürnberg (2:2) zugezogen hatte, ebenso nur als Zuschauer im Stadion wie der neue DFB-Teamchef Erich Ribbeck. Beide sahen eine Schalker Mannschaft, die in der ersten Halbzeit ihre stärksten Szenen hatte. Vor allem der tschechische Nationalmannschafts-Kapitän Nemec und der sehr agile Sven Kmetsch überzeugten als Anspielstationen und Ideengeber aus dem Mittelfeld.

Zu Beginn mußte die von Müller ordentlich organisierte Abwehr allerdings um die "Null" am Ende bangen, als zunächst Kucera (14.) und kurz darauf Horvath die Prager Führung auf dem Fuß hatten. Dann aber nahmen die Schalker das Heft mehr und mehr in die Hand. In der 32. Minute traf Martin Max nach einem überlegten Paß von Kmetsch den Ball aus aussichtsreicher Position nicht richtig. Dies war der Startschuß zu einer grandiosen Schlußviertelstunde, in der die Tschechen regelrecht eingeschnürt wurden. Weitere Chancen von Müller und Nemec wurden vergeben. ehe Marc Wilmots zum psychologisch günstigen Zeitpunkt kurz vor der Halbzeit zuschlug. Eine Direktabnahme von Martin Max konnte Cerny nicht festhalten und in seiner unnachahmlichen Manier schlug der "Mr.Europacup" eiskalt zu.

Als hätte man aus der Nürnberg Partie vom Samstag nichts gelernt, gab es aber in den zweiten 45 Minuten wieder etliche Abstimmungsprobleme, die nach nur 30 Sekunden beinahe dem Ausgleich verursacht hätten: Nach einem Stellungsfehler in der Abwehr lief Vagner frei auf Keeper Schober zu, doch der wartete geschickt mit seiner Attacke, sodaß er den Stürmer abdrängen konnte. Danach verflachte die Partie im Gegensatz zur ersten Hälfte, vor allem die Schalker gingen nicht mehr so konzentriert zu Werke. Nach guten Chancen von Nemec (49.) und Wilmots (51.), sowie einem gefährlichen Distanzschuß von Mike Büskens, der von den Zuschauern frenetisch gefeiert wurde, beschränkte man sich vornehmlich in der Schlußphase mehr und mehr auf Resultatssicherung. Man merkte schon, daß die Mannen von Huub Stevens die Partie von Samstag noch im Hinterkopf hatten. Dennoch brachte man den Sieg nach Hause und verschaffte sich eine ordentliche Ausgangsposition für das Rückspiel in 14 Tagen.

Im Schalker Lager war man sich anschließend in der Spielanalyse einig. "Wichtig war, daß die Null da war", sagte Trainer Huub Stevens und bemerkte: "Ich bin zufrieden, daß wir kein Gegtentor bekommen haben. Aber ich bin nicht zufrieden über das Spiel." Ähnlich sah es auch Libero Andreas Müller: "Es ist nicht so rund gelaufen, wie wir uns das gewünscht haben, aber 1:0 ist ein gutes Ergebnis." Und Martin Max meinte: "Wir wollten kein Gegentor bekommen. Leider haben wir nur ein Tor geschossen."

Als Wermutstropfen bleibt eine erneute Verletzung von Wilmots, der erneut stark auftrumpfte, sich aber im Zweikampf eine klaffende Fleischwunde im Knie zuzog und nach 70 Minuten ausgewechselt werden mußte - genaueres kann zur Zeit noch nicht gesagt werden. Wenn man an die UEFA-Cup Spiele der letzten Jahre denkt dann war ein 1:0 Heimerfolg schon oft ein gutes Resultat zum erreichen der nächsten Runde.

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