1. Runde, 3. Oktober 2002, Arena AufSchalke
Schalke: Rost - Oude Kamphuis, Hajto (46. van Hoogdalem), Matellan, Büskens - Kmetsch - Asamoah (46. Varela), Vermant, Trojan (64. Rodriguez) - Wilmots, Hanke
Gomel: Dousmanov - Charapniov, Ivanov, Shmykov - Razumau, Loukachenko, Haravtsov, Nikitsenka (77. Karsakov), Danilau - Blizniuk (68. Borel), Tovkatsky (53. Nazarov)
Tore: 1:0 Wilmots (10.), 2:0 Hanke (62.), 3:0 Kmetsch (67.), 4:0 Hanke (72.)
Schiedsrichter: Ingvarsson (Schweden)
Zuschauer: 52.441
Gelbe Karten: Ivanov
Belastung verteilen und den Zuschauern etwas bieten: Diese beiden Vorgaben von Trainer Frank Neubarth erfüllte der FC Schalke 04 beim souveränen 4:0 (1:0)-Erfolg im Rückspiel der ersten UEFA-Cup-Runde gegen den FC Gomel in überzeugender Manier. Dabei steuerte Youngster Mike Hanke zwei Treffer bei, erzielte in der 72. Minute das 100. Tor der königsblauen Europapokal-Statistik. Je einmal trafen Marc Wilmots und Sven Kmetsch.
„Mit der Art und Weise des Siegs bin ich zufrieden. Wir haben einige Dinge besser gemacht als in Bielefeld und schon in der ersten Hälfte Chancen herausgespielt“, lobte Trainer Neubarth. „Außerdem war uns wichtig, dass wir zu Null spielen konnten.“ Seinen Gegenüber Sergei Podpalyi räumte ein, „dass sich meine Spieler alle Mühe gegeben haben, doch mehr war nicht drin.“ Allerdings nahm der 39-Jährige auch etwas Positives mit: „Schon das erste Spiel war eine Lehrstunde für uns. Und nun durften wir im besten Stadion Europas spielen.“
Gegenüber dem Bundesligaspiel in Bielefeld veränderte Neubarth seine Elf gleich auf sechs Positionen. Wie angekündigt, erhielten die WM-Fahrer Sand, Poulsen, Rodriguez und Varela eine Verschnaufpause. Auch Möller und der angeschlagene van Hoogdalem durften sich zunächst ausruhen. Dafür liefen die Youngster Filip Trojan und Mike Hanke erstmals von Beginn an in der Arena AufSchalke auf. Außerdem rückten Matellan, Kmetsch, Vermant sowie Routinier Mike Büskens in die erste Elf. Für Büskens, inzwischen spielender Co-Trainer der Amateurmannschaft, war es nur fünf Monate nach seinem emotionalen Abschied zum Ende der letzten Saison ein Comeback an alter Wirkungsstätte.
Trotz der Umstellungen erspielten sich die Knappen bereits in der ersten Hälfte zahlreiche Torchancen, die meist vom agilen Marc Wilmots vorbereitet wurden. Der Kapitän in Vertretung des auf der Bank sitzenden Ebbe Sand war es, der eine dieser Möglichkeiten verwandelte. Eine Flanke von Niels Oude Kamphuis köpfte Wilmots aus acht Metern unter die Latte (10.).
Davor und danach lagen weitere Treffer in der Luft. So kam Wilmots gleich zweimal nach Ecken von Vermant aussichtsreich zum Kopfball (7., 26.), prüfte Dousmanov mit einem Freistoß (21.). Dazu verfehlte Kmetschs Volley nach sehenswertem Doppelpass mit Wilmots sein Ziel (16.), köpfte Geburtstagskind Asamoah - er wird heute 24 Jahre alt - eine Flanke des Belgiers an die Latte (36.). Und auch Mike Hanke scheiterte auf Vorlage von „Willi“ aus sechs Metern an Keeper Dousmanov (43.).
Die weißrussischen Gäste, zumeist in die eigene Hälfte zurückgedrängt, machten sich nur zweimal bemerkbar. Rost parierte den Schuss von Tovkatsky (28.), Ivanov, Torschütze im Hinspiel, kam nach einer Ecke aus sieben Metern frei zum Kopfball, traf jedoch lediglich Anibal Matellan (29.). Ein Unentschieden hätte den Gästen allerdings auch sehr geschmeichelt.
Nach dem Wechsel entwickelten die Weißrussen keine Torgefahr mehr. Einmal scheiterte Trojan noch mit einem Flachschuss am gut reagierenden Torhüter Dousmanov (49.), dann trafen die Hausherren im Fünf-Minuten-Takt: Zunächst schoss Hanke eine abgefälschte Ecke von Sven Vermant aus acht Metern zum 2:0 ein (67.). Vor lauter Freude über sein erstes Pflichtspieltor sprintete der 18-Jährige über 70 Meter in die Arme von Trainer Neubarth.
Es folgte der große Auftritt von Sven Kmetsch: Am Gomeler Strafraum ließ der Mittelfeldspieler zwei Kontrahenten stehen, düpierte auf dem Weg zum Tor einen weiteren Gegenspieler und schoss mit links unter dem Jubel der 52.411 Zuschauer zum 3:0 ein (67.). Dann scheiterte Wilmots aus 18 Metern frei vor Dousmanov, den Abpraller schob der mitgelaufene Hanke zum 4:0 ins leere Tor (72.).
In der Nachspielzeit verfehlte Wilmots mit einem Kopfball aus sechs Metern nur um Zentimeter den fünften Treffer und damit den höchsten Schalker Europapokal-Erfolg. Hier steht das 4:0 gegen den FC Gomel nun auf einer Stufe mit dem 4:0 bei Real Mallorca in der Champions League im Vorjahr sowie dem 4:0 zuhause gegen Sportul Bukarest im UEFA-Pokal der Saison 1976/77.