Ein glückliches Händchen bewies Trainer Jupp Heynckes beim Rückspiel der ersten UEFA-Cup-Runde gegen NK Kamen Ingrad in der Arena AufSchalke. Zwölf Minuten nach seiner Einwechslung köpfte Joker Mike Hanke die Knappen mit seinem Tor zum 1:0 (0:0)-Sieg gegen den kroatischen Vertreter in die nächste Runde.
Gegenüber dem Auswärtssieg in der Bundesliga bei Hannover 96 hatte Heynckes drei Veränderungen vorgenommen. Auf der linken Seite übernahm Nico van Kerckhoven den defensiven Part von Levan Kobiashvili, Filip Trojan die offensive Rolle für Jochen Seitz. Außerdem rückte Victor Agali für den im Europapokal in dieser Saison für Schalke nicht spielberechtigten Eduard Glieder in den Angriff der Knappen.
Von Beginn an war klar, dass sich die Gäste vornehmlich auf die Sicherung des eigenen Tores konzentrieren würden, während die Knappen Lücken in diesem Defensivverband suchen mussten. Es dauerte bis zu 13. Minute, ehe sich kleine Risse auftaten. Die erste Schalker Ecke sorgte für einige Aufregung, doch nachdem der Ball dreimal durch den Fünf-Meter-Raum Velikas geflogen war, wurde Tomasz Waldochs Schuss aus sechs Metern geblockt.
Als noch brisanter erwies sich die erste Offensivaktion der Gäste: Torjäger Zoran Zekic köpfte nach einem lang geschlagenen Freistoß aus zwölf Metern an die Latte (24.). Die Schalker Antwort ließ nicht lange auf sich warten. So wäre Anibal Matellan nach einem Freistoß von Filip Trojan beinahe per Kopf sein erstes Europapokal-Tor gelungen, doch Velikas Torhüter Mario Galinovic fischte den Ball aus dem linken Eck (27.).
Insgesamt tat sich die Mannschaft von Jupp Heynckes schwer, in den Strafraum der kroatischen Gäste einzudringen. Gefährlich wurde es dann, wenn schnell und direkt gespielt wurde. Etwa, als Agali den Abstoß von Rost per Kopf zu Rodriguez verlängerte und jener direkt in den Lauf von Trojan weiterleitete. Der Schuss des tschechischen U21-Nationalspielers aus 16 Metern strich am rechten Pfosten vorbei (37.). Oder als sich Gerald Asamoah durchtankte und zu Agali weiterleitete: Dessen wuchtigen Schuss aus 13 Metern konnte Keeper Galinovic jedoch wieder ins Feld fausten (45.).
So blieb die Partie nach den ersten 45 Minuten weiter offen, zumal auch Zoran Zekic auf der anderen Seite noch zwei Lebenszeichen von sich gab: Zunächst zirkelte er einen Freistoß aus 25 Metern einen Meter am Tor vorbei (31.), dann wusste er eine Freistoß-Hereingabe von der rechten Seite nicht mehr entscheidend in Richtung Schalker Gehäuse zu lenken (41.).
Nach der Pause brachte erneut eine Schalker Ecke Gefahr: Torhüter Galinovic parierte einen Kopfball von Nico van Kerckhoven aus acht Metern, wurde anschließend vom nachsetzenden Agali am Kopf verletzt. Erst nach mehrminütiger Verletzungspause konnte der Schlussmann mit einem Verband weiterspielen (49.). Galinovic bekam lange nichts zu tun, denn zwei Schussversuche von Pinto aus 14 Metern wurden geblockt (59.), Rodriguez zielte aus 30 Metern volley am Tor vorbei (65.).
Der nächste Ball, der auf sein Tor kam, landete allerdings im Netz. Nach Rodriguez’ Flanke vom linken Flügel mit dem rechten Fuß schraubte sich Mike Hanke höher als Gegenspieler Kurilic und köpfte den Ball aus zehn Metern ins rechte Eck (77.). Damit war die nächste Runde erreicht, zumal Velika trotz sechsminütiger Nachspielzeit nicht mehr gefährlich vor das Schalker Tor kam. Hingegen prüfte Sergio Pinto Keeper Galinovic mit einem Schuss aus halbrechter Position (6.), während Mike Hanke noch einmal Szenen-Applaus für einen artistischen Kopfball erhielt (89.).